Saison gekrönt: Michael van Gerwen hat zum zweiten Mal den WM-Titel erobert. Ein hochklassiges Finale gegen Ex-Champion Gary Anderson geht an den Niederländer, der seine 26. Trophäe innerhalb einer Spielzeit gewinnt.

Topfavorit Michael van Gerwen hat zum zweiten Mal den Titel bei der Darts-Weltmeisterschaft in London gewonnen. Der 27 Jahre alte Niederländer bezwang Titelverteidiger Gary Anderson im Finale am Montagabend deutlich mit 7:3 und entthronte den Schotten, der 2015 und 2016 im Alexandra Palace triumphiert hatte.

In einer nur zu Beginn packenden Partie setzte sich der Weltranglistenerste nach gut eineinhalb Stunden durch und darf sich über ein Preisgeld von umgerechnet circa 410.000 Euro freuen. Für van Gerwen war es der 26. Titel in der laufenden Saison, die mit der WM endet.

Hochklassige Partie

Die beiden besten Darts-Spieler der Welt lieferten sich von Beginn an eine hochklassige und abwechslungsreiche Partie. In den ersten vier Sätzen musste jeweils das fünfte und letzte Leg die Entscheidung über den Satzgewinn herbeiführen. Anderson gelang ein frühes Break zum 2:1, doch "Mighty Mike" vollbrachte seinerseits sofort einen Konter und warf 86 Punkte zum 2:2-Ausgleich aus. Van Gerwen und Anderson punkteten stark, hatten aber beide ihre Probleme mit dem Auswerfen.

"Ich habe Michael noch nie schlecht spielen sehen", hatte Anderson bereits vor dem Finale betont. Am Montag zeigten dann beide ihre beste Leistung. Mit gemeinsam 42 Aufnahmen von 180 Punkten sorgten die Rivalen für einen Rekord - Anderson traf 22 Mal das Maximum und sorgte damit für eine weitere Bestmarke.

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Schon nach fünf Sätzen hatten sowohl van Gerwen als auch Anderson zehnmal die bestmögliche Aufnahme von 180 Punkten geworfen. Der Niederländer wurde im Verlauf der Partie aber immer stärker und zog mit 5:2 davon.

Der schottische Champion konnte dem Tempo van Gerwens in den Sätzen fünf bis sieben überhaupt nicht mehr standhalten und geriet ins Hintertreffen. Der immer stärker werdende Niederländer hingegen war nicht mehr zu bremsen - auch ein Flitzer, der die Siegertrophäe kurzzeitig entführen wollte, verunsicherte van Gerwen nur kurz.

Für van Gerwen ist der Titel ein besonders wertvoller. Schon in den letzten beiden Jahren war bei der WM "MvG" als hoher Favorit gehandelt worden und scheiterte dann vorzeitig. 2017 gewann er nicht nur die Sid Waddell Trophy, sondern bezwang auf dem Weg zum Pokal auch Anderson und Raymond van Barneveld (Niederlande), die ihm in den Vorjahren schmerzliche WM-Niederlagen zugefügt hatten. Vize-Champ Anderson darf sich immerhin mit einem Preisgeld von umgerechnet rund 188 000 Euro trösten.© dpa