Die besten Bilder der Formel-1-Saison 2020

Die Formel 1 fährt in der Corona-Pandemie ohne Zuschauer: Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Saison 2020.

Für Sebastian Vettel, in der Bildmitte im roten Ferrari mit der Nummer 5, geht das erneute Renn-Debakel im Rennen Nummer zwei in Silverstone schon kurz nach einem passablen Start von Platz elf aus los. Vettels Wagen gerät ins Schlingern, der viermalige Weltmeister "verliert das Heck", wie man sagt.
Später beordert Ferraris Crew Vettel zu einem Zeitpunkt zum Reifenwechsel in die Box, der Vettel gar nicht passt. Er mosert. Das sei so nicht abgesprochen gewesen. Als er dann im Feld festhängt, wirft er der Mannschaft vor, es "verbockt" zu haben. Dagegen wehrt sich Teamchef Mattia Binotto: "Sein Dreher war der Schlüssel, nicht die Strategie."
Während Vettel - abgesehen von seinem Ausfall im zweiten Spielberg-Rennen dieser Saison - als Zwölfter erstmals außerhalb der WM-Punkteränge landet, freut sich dessen Ferrari-Kollege Charles Leclerc über Platz vier. "Yes, I'm so happy", jubelt der Monegasse nach der Zieldurchfahrt. Nach fünf von 13 Rennen beträgt sein Vorsprung auf Vettel 35 WM-Punkte.
Mit nur einem Renneinsatz in der laufenden Saison schiebt sich Vettels Landsmann Nico Hülkenberg in der WM-Wertung an Ferraris Sorgenkind heran. Hülkenberg kassiert für seinen siebten Platz sechs Punkte. Der Vertreter des an COVID-19 erkrankten Sergio Perez muss dem Mexikaner in Barcelona voraussichtlich wieder weichen und steht vor einer ungewissen Zukunft.
Wer glaubt, dass die Formel 1 nur im Kampf um den Sieg, das Podest und die WM-Punkte interessant ist, irrt. Dies beweisen Antonio Giovinazzi, links, und Romain Grosjean, rechts. Der Alfa-Romeo-Fahrer und der Haas-Pilot landen nach ihrem Rad-an-Rad-Gefecht, getrennt durch fast sechs Sekunden, auf den Rängen 16 und 17.
Apropos Rad: Eine Woche nach zahlreichen Reifenschäden in der Schlussrunde (Valtteri Bottas, Carlos Sainz jr. und Lewis Hamilton) zittert Mercedes erneut. Die hohen Temperaturen und der Anpressdruck des Mercedes auf dem Asphalt sind Gift für die Pirelli-Pneus. Deren Blasenbildung zeugt von der Überbeanspruchung.
So müssen Mercredes' Mechaniker, links, diesmal Red Bull und Max Verstappen neidisch beim Feiern zuschauen. Die klügere Boxenstopp-Strategie beschert erstmals in der WM-Saison 2020 einem anderen Team als Weltmeister Mercedes den Sieg. Verstappen liegt im Ziel mehr als elf Sekunden vor Lokalmatador Hamilton.
Auf dem Kurs noch von Verstappen nass gemacht, dreht Hamilton, rechts, auf dem Siegerpodium den Spieß um und duscht den Niederländer hinterrücks mit Champagner. Verstappen freut sich trotz seines feuchten Kopfes über seinen achten Sieg nach seinem 111. Grand-Prix-Einsatz.
Erneut ist es ein Tag zum Vergessen für Sebastian Vettel: In Rennen Nummer vier kann sich der Ferrari-Pilot von Startplatz zehn nicht nach vorne arbeiten. Zwei frühe Safety-Car-Phasen verhindern jedoch auch einen normalen Rennverlauf: In lediglich 6 der ersten 18 Runden kann frei gefahren werden. Vettel ist in Großbritannien überraschenderweise nicht der einzige deutsche Pilot, der an den Start geht.
Auch Nico Hülkenberg gehört dem Fahrer-Feld an. Mitmischen darf er aber nicht: Als beim Start die Ampeln ausgehen, ist für den Rückkehrer schon wieder alles vorbei; die Antriebseinheit an seinem Auto ist defekt. Eigentlich sollte er für den mit dem Coronavirus infizierten Mexikaner Sergio Perez bei Racing Point einspringen.
Probleme auch bei Lewis Hamilton - die können den dritten Sieg des Briten im vierten Rennen der laufenden Saison aber nicht verhindern. Trotz Reifenplatzer in der letzten Runde setzt sich der Mercedes-Pilot vor Max Verstappen im Red Bull durch.
In der Gesamtwertung baut der Weltmeister seinen Vorsprung damit weiter aus. Mit 87 Grand-Prix-Siegen ist nun auch Michael Schumachers Bestmarke von 91 greifbar.
Auf dem Weg in die Startaufstellung des dritten Saisonrennens der Formel 1 herrscht Unsicherheit vor. Vom Himmel droht den Fahrern beim Großen Preis von Ungarn in Budapest Regen. Insofern dominieren in diesem Moment die sogenannten Intermediates, Reifen, die einen Kompromiss zwischen profillosen Slicks und Regenreifen darstellen.
Auf diesen Intermediates rutscht Red Bulls WM-Hoffnung Max Verstappen in der Einführungsrunde über die Strecke - und kracht in die Mauer. Und das noch vor dem Start. Die Mechaniker Red Bulls schaffen es tatsächlich, die beschädigte Frontpartie des Wagens binnen 15 Minuten zu reparieren.
Anstatt ob seines ärgerlichen Ausrutschers Trübsal zu blasen, nimmt Verstappen seinen Startplatz sieben ein - und rast anschließend zu seinem bis dahin besten Saisonergebnis. Auf Ausfall und Platz drei in Spielberg lässt der Niederländer in Budapest Platz zwei folgen.
Nicht nur Verstappen, rechts hinter Polesetter Lewis Hamilton und dem am Start drittplatzierten Lance Stroll, kommt gut weg, als die Ampel auf Grün umschaltet. Von den Positionen fünf (Sebastian Vettel) und sechs (Charles Leclerc) aus schießen die beiden Ferrari Richtung Spitze, links.
Vettel, vorn, und Leclerc schieben sich an Hamiltons Teamkollegen Valtteri Bottas, rechts vorbei. Der Finne legt als ursprünglich Zweitplatzierter neben Hamilton einen miserablen Start hin. Für Ferrari sieht es zunächst gut aus.
Leclerc schiebt sich im teaminternen Duell zunächst an Vettel vorbei. Der scheidende deutsche Star aber beweist seinen Kampfgeist und kontert. Zwischen den beiden Teamkollegen geht es, anders als so oft in den Jahren 2019 und 2020, im Kampf um die bessere Position auf der Strecke nicht nur hart, sondern vor allem fair zu.
Doch sowohl Vettel, im Bild, als auch Leclerc müssen sich später vom späteren Sieger Hamilton überrunden lassen. Vettel kommentiert die Demütigung: "Es ist kein Geheimnis, dass wir derzeit nicht stark genug sind, um die Teams vor uns unter Druck zu setzen."
Unter dem Strich aber liefert Vettel mit Rang sechs seine bis dahin beste Leistung in der WM-Saison 2020 ab. RTL-Experte Nico Rosberg, oft harter Kritiker Vettels, lobt: "Fahrerisch hat Sebastian eine tolle Leistung gebracht." Leclerc enttäuscht auf Rang elf. Vettel weiß: "Andere haben bessere Entscheidungen getroffen als wir, und vor allem schnellere."