Die besten Bilder der Formel-1-Saison 2020

Die Formel 1 fährt in der Corona-Pandemie fast ohne Zuschauer: Wir zeigen Ihnen die besten Bilder der Saison 2020.

Wie schon zuvor beim Rennen in Sotschi, geraten die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton, links, und Valtteri Bottas auch direkt nach dem Start auf dem Nürburgring in einen harten Zweikampf um die Führung.
Weltmeister Hamilton kennt kein Pardon. Der Engländer drängt Polemann Bottas von der Piste, indem er sie selbst verlässt. Beiden droht schlimmstenfalls ein Zusammenstoß und das frühe Aus.
Wie schon in Sotschi setzt sich letzten Endes Hamilton durch. Anders als dort aber, als Bottas von Hamiltons Zeitstrafe profitiert und schließlich gewinnt, scheidet der Finne aus dem Großen Preis der Eifel bereits in der 18. von 60 Runden wegen Problemen mit der Hydraulik aus. Hamilton gewinnt das Rennen vor Max Verstappen im Red Bull und Renault-Pilot Daniel Ricciardo.
Auch die beiden Kampfhähne der Scuderia Ferrari kommen sich bedrohlich nahe. Charles Leclerc, innen, schafft es als Siebter zum sechsten Mal in der laufenden WM-Saison in die Punkteränge. Sebastian Vettel hingegen dreht sich schon in der ersten Kurve und verpasst anschließend als Elfter zum sechsten Mal die WM-Ränge.
Sinnbildlich untermauert: Leclerc überholt Blitz-Rückkehrer Nico Hülkenberg, der im Racing Point diesmal nicht Sergio Perez, wie noch in Silverstone, ersetzt, sondern noch kurzfristiger für Lance Stroll einspringt. Stroll klagt vor dem Qualifiying über plötzliches Unwohlsein.
Im zweiten Rennduell mit einem Ferrari dreht Hülkenberg den Spieß um - und überholt den viermaligen Weltmeister Vettel, rechts. Als Achter holt Hülkenberg - direkt hinter Vettels Teamgefährten Leclerc - vier WM-Punkte für sich und für Vettels künftigen Arbeitgeber.
Da helfen Vettel auch seine verbliebenen Fans nicht, die während des Heimspiels des 33-Jährigen unverdrossen darauf hoffen, der Knoten möge bei ihrem Idol ein letztes Mal vor dem Wechsel zu Racing-Point-Nachfolger Aston Martin platzen.
17 WM-Punkte aus elf Rennen sind für Vettel eine indiskutable und inakzeptable Ausbeute. Der in der Fahrer-Wertung auf Position zwölf und somit direkt vor ihm platzierte Franzose Esteban Ocon weist mit 36 Zählern mehr als doppelt so viele auf. Vettel gibt nach dem erneut enttäuschenden Rennen zu: "Ich bin viel Risiko eingegangen. Beim ersten Mal ging das in die Hose. Danach haben wir versucht, zu retten, was zu retten war."
Den deutschen Formel-1-Fans bleibt also nur, einerseits in verklärten Erinnerungen an Michael Schumacher zu schwelgen und andererseits mit dessen Sohn Mick auf bessere Zeiten zu hoffen. Formel-2-Ass Mick, rechts, sorgt nach dem Rennen für einen Gänsehaut-Moment, als er Sieger Hamilton einen Helm seines Vaters Michael als Geschenk überreicht.
Fest steht: Bald kann Hamilton, Mitte, den Champagner wohl auch zur Feier seines siebten WM-Titel genießen. Dann ist auch dieser Rekord Schumachers erreicht. Sechs Rennen vor Schluss beträgt Hamiltons Vorsprung auf Teamgefährte Bottas 69 Punkte. Dahinter folgen Verstappen mit 147 Punkten, links, und Ricciardo, rechts, mit 78 Zählern. Mit einem Wechsel an der WM-Spitze der Spitze rechnet niemand mehr.
Für Polesetter Lewis Hamilton liegt der 91. Grand-Prix-Sieg vermeintlich auf dem Silbertablett. Doch anstatt mit Rekord-Weltmeister Michael Schumacher nach Siegen gleichzuziehen, tappt Hamilton in Sotschi in die Regelfalle - und wird wegen einer Zehn-Sekunden-Zeitstrafe nur Dritter.
Hamilton übt gleich zweimal an verbotener Stelle seinen Start ins Rennen. Unverständlich bleibt, warum er seinen Fehler selbst nicht bemerkte, noch unverständlicher aber ist, weshalb dem Weltmeister und WM-Führenden niemand aus dem Mercedes-Team dessen Fehler signalisierte. Hamilton bezeichnet die Regel als "lächerlich", entgeht aber Strafpunkten.
Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas, im beinharten Duell um die Führung nach dem Start noch unterlegen, profitiert letztlich vom Fauxpas Hamiltons und sichert sich seinen neunten Sieg, den zweiten in der laufenden WM-Saison. Max Verstappen landet im Red Bull auch noch vor Hamilton.
Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel, ab 2021 für Racing-Point-Nachfolger Aston Martin am Start, betreibt auch in Sotschi keine Werbung in eigener Sache. 2017 in Sotschi auf Pole und dort seit der WM-Premiere 2014 zweimal Zweiter und einmal Dritter, landet Vettel im zehnten von 17 Rennen der Saison zum fünften Mal außerhalb der Punkte und wird 13.
Vettels Teamgefährte bei der Scuderia, Charles Leclerc, landet trotz eines Unfalls mit Lance Stroll, dem künftigen Kollegen Vettels, als Sechster in den WM-Rängen. Diese acht Punkte bedeuten, dass Leclerc in der WM-Gesamtwertung mit jetzt 57 Zählern zu Stroll aufschließt.
Für den Kanadier endet nach dessen hartem Einschlag beim Grand Prix von Ungarn in Budapest in den Reifenstapel zum zweiten Mal nacheinander ein Rennen vorzeitig - diesmal bereits nach nur vier Kurven. Stroll ist anschließend stinksauer auf Leclerc: "Ich habe ihm jede Menge Platz gelassen, bin die ganze Kurve auf der Außenbahn gefahren, und er hat einfach mein Heck getroffen." Es sei "lächerlich", dass Leclerc straffrei ausgegangen sei.
Niemandem als sich selbst kann Carlos Sainz jr. die Schuld an seinem frühzeitigen Aus geben. Erst geht dem Spanier im McLaren gleich nach dem Start die Straße aus, und dann verschätzt er sich auch noch beim Durchfahren der Schikane neben der Piste. Es kracht - und die Trümmer treffen den Wagen von Sainz' Teamkollegen Lando Norris, links.
Sainz, von Rang sechs gestartet, ist raus, und auch Norris, der von Rang acht kam. Norris schafft es letztlich nach Reparaturarbeiten nur noch auf Platz 15. Sainz sieht seinen Fehler ein: "Ich bremste zu spät für die Kurve an und wollte um die Poller fahren, um eine Strafe zu vermeiden. Doch der Winkel war sehr spitz, ich unterschätzte meine Geschwindigkeit und krachte hart in die Wand." Auch für Sainz nach Ungarn der zweite Ausfall in Folge.
Lewis Hamilton gewinnt den Großen Preis der Toskana. Im Rahmen des Rennens bezog der Brite dabei erneut Stellung im Kampf gegen Rassismus. Er trug ein T-Shirt, das an eine von Polizisten erschossene Schwarze erinnert. Mit nun 90 Siegen kann Hamilton im kommenden Rennen mit Rekordhalter Michael Schumacher (91 Siege) gleichziehen.
Das Rennen war geprägt von zahlreichen Crashs und damit verbundenen Unterbrechungen. Bereits beim Start versagte der Motor von Max Verstappens Red Bull, woraufhin der Niederländer von Kimi Räikkönen im Alfa Romeo unsanft ins Kiesbett geschoben wurde. Neben Verstappen war auch für Toro-Rosso-Pilot Pierre Gasly das Rennen frühzeitig vorbei.