Der fünfmalige Montreal-Sieger Lewis Hamilton sicherte sich die Bestzeit im ersten Freien Training zum Grand Prix von Kanada . Der Mercedes-Pilot war um 0,198 Sekunden schneller als sein großer WM-Rivale Sebastian Vettel (Ferrari) und signalisierte damit, dass die Silberpfeile die Set-up-Schwierigkeiten von Monaco abgeschüttelt zu haben scheinen.

Grundsätzlich lagen Mercedes und Ferrari Kopf an Kopf an der Spitze. Hinter Hamilton und Vettel reihten sich deren Teamkollegen Valtteri Bottas (+0,237) und Kimi Räikkönen (+0,421) ein. Auffällig war, dass sich beide Ferraris in der Anfangsphase einmal drehten, als die Strecke noch "grün" war. Hamilton vermied dies - vielleicht auch, weil er der Letzte war, der aus der Garage fuhr, und wartete, bis die Bedingungen besser waren.

Für Bottas wiederum war das Trainingsprogramm ein paar Minuten früher als geplant zu Ende, weil er sich einen Bremsplatten zugezogen hatte. Und Daniel Ricciardo (Red Bull) musste eine längere Zwangspause an der Box einlegen, deren Ursache uns noch nicht bekannt ist. Das Ergebnis davon: Platz neun, 1,632 Sekunden Rückstand. Teamkollege Max Verstappen (7./+1,051) erging es nur unwesentlich besser.

Einen starken ersten Eindruck hinterließ Force India mit den Positionen fünf (Sergio Perez/+0,769) und sechs (Esteban Ocon/+0,976). Felipe Massa (Williams/+1,297) wurde Achter, Daniil Kwjat (Toro Rosso/+1,849) Zehnter. Und Nico Hülkenberg scheint mit dem Renault das nächste schwierige Wochenende bevorzustehen: 2,664 Sekunden Rückstand, Platz 15 - sogar hinter Stoffel Vandoorne (11./McLaren/+2,134), dessen Formkurve nach oben zeigt.

Nur von kurzer Dauer war die Session für Carlos Sainz. Der Toro-Rosso-Pilot meldete am Funk einen Motorschaden und stellte nach nicht einmal fünf Minuten (oder einer einzigen Runde) mit qualmendem Heck ab. Und auch sein spanischer Landsmann Fernando Alonso (McLaren) konnte ebenfalls nicht bis zum Ende durchfahren: Gut 20 Minuten vor Schluss wurde er vom Team gebeten, auf der Strecke den Motor abzustellen.

Für Alonso war es eine bittere Rückkehr in die Formel 1: Nur zwei Wochen nach seinem vielumjubelten Auftritt beim Indy 500 drehte er gerade mal 13 Runden, ehe er wieder von einem technischen Defekt gestoppt wurde. Der McLaren-Fahrer schmiss zuerst entnervt den Cockpitschutz weg, als er ausstieg, winkte dann aber den Fans, von denen er frenetisch gefeiert wurde. Den Weg zurück zur Box musste er zu Fuß bestreiten.

"Irgendetwas mit der Hydraulik. Schwer zu sagen. Das Getriebe hat sich merkwürdig verhalten", seufzt Alonso und ergänzt: "Es ist schwierig, aus einem IndyCar wieder hierher zu wechseln. In den ersten Runden musste ich mich an das Gefühl des Autos gewöhnen. Jetzt ist FT1 vorbei, und hoffentlich läuft FT2 ohne Probleme, damit wir ein bisschen trainieren können. Aber wir sind daran gewöhnt und werden abliefern."© Motorsport-Total.com GmbH