Es ist Sebastian Vettels nächster Versuch für den fünften WM-Triumph. Titelfavorit der Formel 1 ist aber wieder Lewis Hamilton. Neben vertrauten Bildern müssen sich die Fans an neue Startzeiten gewöhnen, auf weniger Einblick in die Cockpits - und auf die Grid Girls verzichten.

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Der Kampf um den fünften WM-Titel führt für Sebastian Vettel und Lewis Hamilton über 35 Wochen. Zum Spielverderber für die beiden Dauerrivalen der Formel 1 könnte in der neuen Saison der erst 20 Jahre alte Max Verstappen werden.

Eins aber scheint schon jetzt klar: Mercedes, Ferrari, Red Bull - an diesen drei Top-Teams wird sich vermutlich auch 2018 nichts ändern.

Wer sind die Favoriten?

Lewis Hamilton ist der Topfavorit. Seit der Einführung der Turbo-Antriebe zur Saison 2014 beherrscht Mercedes das Feld. Sebastian Vettel kam im Ferrari 2017 näher ran. Der neue Silberpfeil soll aber noch mal klar besser sein.

Neben Ferrari macht sich auch Red Bull mit dem Niederländer Max Verstappen nach starken Testfahrten große Hoffnungen. Diese drei Rennställe dürften die Siege wieder zumeist unter sich ausmachen.

Die Rückstände der anderen sieben Teams waren 2017 zu groß, als dass sie über die Wintermonate so entscheidend hätten verkürzt werden können.

Welche Rolle spielen die Teamkollegen der Favoriten?

Hamiltons Stallrivale Valtteri Bottas will sich steigern. Muss er auch. Es geht um sein Cockpit, der Vertrag des Finnen endet nach dieser Saison. Bei Mercedes gilt die Devise: Beide haben freie Fahrt, solange sie dem Team nicht schaden.

Vettel muss Kimi Räikkönen nicht wirklich fürchten. Ferrari setzt aus Tradition auf klare Hierarchien. Räikkönen bekam noch mal ein Jahr, ist noch immer der bis dato letzte Ferrari-Champion (2007).

Verstappens erster Konkurrent ist Daniel Ricciardo. Der Gute-Laune-Australier beginnt mit einem Heimspiel. Knallharte Teamduelle bei Red Bull wären nichts neues: Auch Vettel leistete sie sich mit seinem damaligen Stallrivalen Mark Webber.

Warum sind nur noch zwei deutsche Fahrer dabei?

Für Pascal Wehrlein war kein Platz mehr, der ehemalige DTM-Champion fährt nach zwei Jahren wieder im Deutschen Tourenwagen Masters. Bleiben noch Sebastian Vettel im Ferrari und Nico Hülkenberg im Renault. Für Mick Schumacher (18) ist die Zeit noch nicht gekommen.

Zum Vergleich: 2010 absolvierten sieben deutsche Piloten mindestens ein Rennen. Das letzte Jahr mit nur zwei deutschen Stammfahrern war 1996 mit Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen.

Gibt es wieder ein Rennen in Deutschland?

Ja, am 22. Juli wird die Formel 1 auf dem Hockenheimring fahren. 2015 und 2017 war Deutschland nicht im Rennkalender vertreten. Sieger auf dem Hockenheimring war zuletzt Lewis Hamilton.

Sebastian Vettel konnte unweit seiner Geburtsstadt Heppenheim noch nie gewinnen. Hockenheims Zukunft ist ungewiss. Der Vertrag der Strecke endet.

Was hat sich noch im Rennkalender getan?

Der Circuit Paul Ricard im französischen Le Castellet ist zurück. 1990 fand dort das bislang letzte Mal ein Formel-1-Rennen statt.

Zudem ändern sich die Startzeiten der Rennen. Statt zur vollen Stunde beginnen die WM-Läufe in diesem Jahr immer um 10 nach. Die meisten Europa-Rennen starten sogar mehr als eine Stunde später um 15.10 Uhr statt wie sonst um 14.00 Uhr.

Warum haben die neuen Autos einen Bügel über das Cockpit gespannt?

Das Cockpitschutzsystem Halo ist Pflicht. Es wiegt rund sieben Kilo und soll die Fahrer bei Unfällen vor größeren herumfliegenden Teilen schützen.

Jeder Fahrer musste einen Test absolvieren und binnen sieben Sekunden seinen Wagen verlassen.

Was hat sich sonst noch im Reglement verändert?

Die gravierendste Änderung ist die verringerte Anzahl an Antrieben, die einem Fahrer zur Verfügung steht. Statt vier Motoreinheiten sind es 2018 nur noch drei. Und das bei einem Rennen mehr (21 statt 20). Es wird also auf die Haltbarkeit ankommen.

Bei mehr eingesetzten Triebwerken gibt es Strafversetzungen am Start. Dafür stehen nun zwei weitere Reifensorten zur Auswahl, die taktische Optionen erhöhen.

Warum gibt es keine Grid Girls mehr?

Die neuen Formel-1-Chefs fanden die meist knapp bekleideten Frauen, die zur Startaufstellung defilierten und die Schilder mit den Namen der Fahrer hielten, nicht mehr zeitgemäß.

Versuche mit Grid Boys hatte es auch schon gegeben. Nun ist die Zeit der Grid Kids gekommen.

Per Los oder aufgrund von Verdiensten sollen die Kinder von den jeweiligen Motorsport-Clubs ausgesucht werden und zusammen mit deren Familien "Teil von einem der exklusivsten und aufregendsten Momente eines Rennwochenendes" sein. Voraussetzung: Die Kinder müssen im Kart- oder Formelsport bereits aktiv sein.

Wie kann ich die Formel 1 in diesem Jahr schauen?

In Deutschland wird die Formel 1 im TV nur noch von RTL übertragen. Der Bezahlsender Sky sendet keine Live-Bilder mehr.

Neuerdings bringt die Formel 1 dafür ihren eigenen Bezahl-Kanal im Internet auf den Markt, mehrsprachig. Gezeigt werden auch Aufnahmen aus den Cockpits aller Autos.

Das Angebot soll auch in Deutschland verfügbar sein, die Kosten liegen zwischen etwa 6,50 Euro und knapp 10 Euro im Monat.  © dpa