Das Chaos-Rennen in Suzuka endete mit einem schweren Unfall. Kurz vor Rennende fing es auf der Strecke wieder an, zu regnen. Der Marussia-Pilot Jules Bianchi verlor die Kontrolle über seinen Boliden und krachte in ein Räumfahrzeug. Die Formel 1 steht unter Schock und bangt um das Leben des Marussia-Piloten Jules Bianchi. Doch wie war es zu Unfall gekommen?

Kurz vor Rennende fing es auf der Strecke wieder an, zu regnen. Die Bedingungen wurden schlechter, es herrschte stellenweise Aquaplaning. Die Bilder über den Horror-Crash von Bianchi wurden nicht gezeigt.

Bis zur Siegerehrung herrschte Unklarheit darüber, wer auf der Strecke verunglückt war. Die RTL-Kommentatoren Heiko Wasser und Christian Danner mutmaßten zunächst, dass das Medical-Car wegen des Unfalls von Adrian Sutil oder einem möglicherweise verletzten Streckenposten ausgerückt sei.

Abflug an gleicher Stelle wie Sutil

Kurze Zeit später war klar: Jules Bianchi ist an derselben Stelle wie zuvor Adrian Sutil von der Strecke abgekommen. Dies bestätigte nun auch die FIA offiziell. In einer herausgegebenen Meldung heißt es: "In Runde 42 verlor Adrian Sutil die Kontrolle über sein Auto, drehte sich und schlug in die Reifenstapel an der Außenseite von Kurve 7 ein. Die Streckenposten schwenkten vor der Kurve doppelt Gelb, um die Piloten vor dem Zwischenfall zu warnen. Ein Bergungsfahrzeugwurde ausgesendet, um das Fahrzeug anzuheben und an einen sicheren Platz hinter der Leitplanke zu befördern."

Als das geschah, soll Jules Bianchi die Kontrolle über seinen Boliden verloren haben. Er "rutschte durch die Auslaufzone und traf das Heck des Radladers. Sofort nachdem die Streckenposten Meldung gemacht hatten, dass der Fahrer verletzt wäre, wurden Ärzteteams geschickt und das Safety-Car auf die Stecke beordert. Ihnen folgten ein Bergungstrupp und ein Krankenwagen."

"Ernste Kopfverletzungen"

Die Rettungskräfte fuhren den bewusstlosen Bianchi direkt nach einer ersten Untersuchung an der Strecke mit Polizeieskorte in ein Krankenhaus in Tsu. "Jules ist in einem schlimmen Zustand. Er wird gerade notoperiert wegen eines Hämatoms im Kopf. Es wird 24 Stunden dauern, bis wir mehr wissen", sagte Vater Philippe Bianchi dem französischen Sender France 3.

Auch die FIA spricht von "ernsten Kopfverletzungen". Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, ist die Operation an seinem Kopf beendet. Der Formel-1-Pilot kann offenbar auch selbstständig atmen.

Fahrer-Kollegen in Sorge

"Wir machen uns alle große Sorgen", sagte Hamilton. Trotz seines dritten Sieges in Serie, des achten in dieser Saison und der ausgebauten WM-Führung vor Silberpfeil-Rivale Rosberg war auch ihm nicht nach Feiern zumute: "Wir alle beten für ihn."

Ob Hamilton, Rosberg, Vettel oder alle anderen im Fahrerlager: Die Beklemmung nach den schrecklichen Bildern vom Marussia-Rennwagen unter einem Bergungskran ließen keinen los. Das turbulente Rennen war kurz nach dem tragischen Unfall in der 46. von 53 Runden abgebrochenen worden.

Auf dem Siegerpodest und bei der Pressekonferenz herrschte eine beklemmende Stimmung. Rosberg sprach bedrückt von einer "sehr, sehr ernsten" Situation. "Meine Gedanken sind bei ihm." Vettel wünschte dem sofort ins Krankenhaus transportierten Marussia-Kollegen "das Allerbeste". Die Unwissenheit über Bianchis Zustand sei quälend. Teams und Fahrerbekundeten bekannten ihre große Betroffenheit. "Wir sind in Gedanken und mit unseren Gebeten bei Jules und seiner Familie", lauteten mehrere Grußbotschaften. (far/dpa)