Formel-1-Spitzenreiter Sebastian Vettel hat Startplatz eins in Kanada verpasst. In einer spannenden Qualifikation muss er sich Lewis Hamilton geschlagen geben. Der Mercedes-Star zieht mit seinem Idol Ayrton Senna gleich.

Mit einer seiner legendären Hammer-Runden hat sich Kanada-Experte Lewis Hamilton nach seinem Leistungseinbruch von Monaco eindrucksvoll im WM-Duell mit Sebastian Vettel zurückgemeldet.

Auf seiner Paradestrecke in Montréal raste der 32 Jahre alte Brite am Samstag zu seiner 65. Pole Position und zog damit mit der Formel-1-Legende Ayrton Senna in der ewigen Bestenliste gleich. "Das war eine sexy Runde", sagte Hamilton lachend. "Das war ein enger Kampf mit Ferrari. Ich habe gepusht."

Bei seiner sechsten Kanada-Pole verwies Hamilton Ferrari-Pilot Vettel um 0,336 Sekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil vor Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Nico Hülkenberg schaffte es im Renault auf den zehnten Startrang für das Rennen an diesem Sonntag (20.00 Uhr MESZ/RTL und Sky). Pascal Wehrlein schied im Sauber nach einem Unfall frühzeitig als Letzter aus.

Michael Schumachers Pole-Rekord egalisiert

Mit seiner sechsten Pole egalisierte Hamilton den Montréal-Rekord von Michael Schumacher. Im aktuellen WM-Klassement hat der bislang fünfmalige Kanada-Sieger Hamilton 25 Punkte Rückstand auf Vettel.

Der packende Kampf der beiden WM-Duellanten um den besten Startplatz deutete sich von der ersten Minute an. Ein unnötiges Risiko wollte Vettel vermeiden auf dem Kurs, der immer die Gefahr von Unfällen und Unterbrechungen in sich birgt. Bei perfekten äußeren Bedingungen mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen fuhr er bereits mit den super soften Reigen schnelle Runden, als sich Hamilton und Bottas noch aufwärmten. Einmal auf Touren, legten aber auch die beiden Silberpfeile richtig los - mit sieben Tausendstelsekunden setzte sich Bottas vor Hamilton, erst dann folgte Vettel.

Für dessen Landsmann Wehrlein war die Qualifikation danach schon vorbei. Der 22 Jahre alte Worndorfer krachte nach einem Patzer auch noch mit seinem Sauber in die Streckenbegrenzung. "Ich bin zu weit rechts gefahren, das war klar mein Fehler. Sehr ärgerlich, vor allem für das Team. Es wird wieder ein langer Tag für die Mechaniker, das tut mir leid", sagte Wehrlein dem TV-Sender Sky. Auch für Lokalmatador Lance Stroll kam das Aus im ersten Zeitabschnitt. Der 18 Jahre alte Kanadier kam im Williams nicht über Platz 17 hinaus.

Hamilton schlägt nach Monaco-Fiasko zurück

An der Spitze ging danach das Duell Rot gegen Silber weiter. Und es ging weiter knapp zu. 88 Tausendstelsekunden lagen zeitweise zwischen Hamilton auf Platz eins und Bottas auf Rang drei, dazwischen schob sich Räikkönen. Vettel kam nur auf Rang vier, ein kleiner Fehler des 29-Jährigen verhinderte eine bessere Zeit.

Zwei Wochen nach dem Leistungseinbruch des Hamilton-Mercedes in Monaco, wo er letztlich vom 13. Platz aus hatte starten müssen, zeigte sich der Brite auch im entscheidenden Durchgang wieder von seiner besten Seite.

Vettel drehte als erster seine erste schnelle Runde und war zügig unterwegs, nach einer nicht sauberen Fahrt durch die Haarnadel-Kurve legte Hamilton eine seiner Hammer-Runden hin in 1:11,791 Minuten.

So schnell war an diesem Wochenende auf dem 4,361 Kilometer langen Kurs kein Fahrer. Dann aber kam Vettel, mickrige vier Tausendstelsekunden fehlten ihm. Nur legte Hamilton dann noch mal nach und verbesserte noch einmal seine Zeit auf 1:11,495.

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© dpa