Der Formel 1 könnte die schlimmste Schreckensmeldung seit dem Hersteller-Exodus Ende der 2000er-Jahre bevorstehen: Mercedes-Toporakel Eddie Jordan zufolge soll der Konzern nach der Saison 2018 den Stecker ziehen und das Formel-1-Team verkaufen.

Im Gespräch mit der "Auto Bild motorsport" prognostiziert er einen Rückzug von Mercedes in die Rolle als Motorenlieferant. Informationen von "Motorsport-Total.com" zufolge wird mit einem Interessenten aus Asien verhandelt.

Zu teuer, zu leise: Formel 1 mit aktuellen Motoren sei "Irrsinn".


Der Ire ist in der Formel 1 perfekt vernetzt hatte bereits in der Vergangenheit mehrere spektakuläre Ereignisse bei Mercedes korrekt vorhergesagt - etwa das Comeback von Michael Schumacher zur Saison 2010 - zu einem Zeitpunkt, als das Team noch Brawn hieß - oder die Verpflichtung von Lewis Hamilton bei Mercedes zur Saison 2013.

Jordan lässt die Bombe unverhohlen platzen: "Ich glaube, sie werden dieses und nächstes Jahr wieder um beide Titel fahren, und dann wird der Vorstand in Stuttgart entscheiden, das Team zu verkaufen und nur noch als Motorhersteller in der Formel 1 zu bleiben." Damit hätte sich auch ein Wechsel von Sebastian Vettel zu den Silbernen erledigt. Die Ansage sitzt.

Zukunft Formel E?

Doch warum sollte Mercedes so etwas tun? Der Ire hat eine logische Erklärung: "Ich würde das genauso machen. Denn Mercedes hat alles gewonnen. Ab jetzt können sie nur noch schlechter werden. Dann ist es doch besser, die Kosten zurückzufahren und sich auf ihr altes Kerngeschäft in der Formel 1 zu beschränken: nämlich Hightech-Antriebe zu entwickeln und zu liefern."

Aushilfsfahrer von McLaren hat sehr spezielle Botschaft an Alonso.


Mercedes kann nur aus der Formel 1 aussteigen, wenn sie das Team verkaufen. Denn die Mannschaft ist aufgrund des mit Bernie Ecclestone geschlossenen bilateralen Vertrags, der als Ersatz für das nicht vorhandene Concorde-Agreement greift, bis 2020 an die Königsklasse gebunden. Der Konzern, der jährlich rund 300 Millionen Euro in das Formel-1-Projekt investiert, hatte bereits in der Vergangenheit über einen Verkauf des Teams verhandelt. Die Gespräche mit dem Interessenten aus dem asiatischen Raum dauern an.

Mit dem werksseitigen Ausstieg aus der Formel 1 wäre der Weg frei für einen Einstieg in die Formel E, auf die sich sämtliche Automobilkonzerne derzeit stürzen. Mercedes hat sich ein Startrecht für die Saison 2018/19 gesichert, wenn der Fahrzeugwechsel abgeschafft und ein neues Fahrzeug kommen soll. Zwar fehlt der Stuttgarter Konzern auf einer ersten Liste benannter Formel-E-Hersteller, doch die Möglichkeit zum Einstieg besteht weiterhin.

Ein solcher Wechsel würde aus marketingtechnischer Sicht Sinn machen. Auf der Mercedes-Startseite werden Automobile mit Elektroantrieb und Plug-In-Hybrid groß beworben. Vom überaus erfolgreichen Formel-1-Engagement oder klassischen Hybridfahrzeugen ohne Stecker fehlt jede Spur...

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