Gina-Maria und Mick Schumacher haben nicht nur einen berühmten Nachnamen, sondern in ihren Sportarten auch große Karrieren vor sich. Während Gina-Maria schon einige Erfolge im Reitsport feiern konnte, wird Mick der Weg in die Formel 1 zugetraut.

Vor einigen Tagen fand der "Audi Generation Awards" in München statt. Eigentlich war Sami Khedira der größte Name des Abends bei der Gala: Khedira, deutscher, italienischer und spanischer Meister, Champions-League-Sieger, Weltmeister, bekam den Charity-Award verliehen.

Während man bei Khedira bereits vorab wusste, dass er diesen Award abräumen würde, wurde der Gewinner des "Sport Awards" so lange wie möglich geheim gehalten. Wer würde auf Joshua Kimmich folgen, der 2016 mit der Auszeichnung gekürt wurde? Als der Name fiel, waren viele überrascht: Gina-Maria Schumacher.

Gina-Maria Schumacher ist ein Nachwuchsstar

Der Preis wird jedes Jahr in den Kategorien Medien, Sport und Politik an junge erfolgreiche Persönlichkeiten vergeben, die am Anfang einer vielversprechenden Karriere stehen. Nun also Gina-Maria Schumacher, eine 20-Jährige mit einem handelsüblichen, aber eben doch sehr außergewöhnlichen Nachnamen.

Die Tochter von Formel-1-Legende Michael Schumacher ist dreifache Weltmeisterin im Reining, dem vom Weltreiterverband als offizielle Disziplin in den Kanon aufgenommene Westernreiten.

Eine Art Dressur, bei der Westernreiter verschiedene Manöver reiten müssen und deren Ursprünge der Arbeitsreitweise der Rinder-Züchter im amerikanischen Westen entlehnt sind.

Wie die Mutter, so die Tochter

Nach Doppel-Gold im vergangenen Jahr im Einzel und mit der Mannschaft verteidigten Schumacher und ihre Teamkollegen den Titel im Mannschaftswettbewerb im August dieses Jahres - auf der Ranch von Mama Corinna Schumacher in der Schweiz.

Damit tritt Gina-Maria Schumacher in die Fußstapfen ihrer Mutter: Auch Corinna war eine erfolgreiche Westernreiterin und holte vor sieben Jahren den EM-Titel im Reining.

Ein Sporttalent kommt selten allein

Die sportive Familie komplettiert Sohn Mick. Der hat in seinem medial deutlich bekannteren Sport, dem Motorsport, auch schon das eine oder andere Mal für Aufsehen gesorgt.

Mit neun Jahren begann seine Karriere im Kartsport. Damals wollte die Familie den großen Rummel vermeiden und ließ ihren Spross unter dem Mädchennamen seiner Mutter starten. Mick Betsch fuhr ein paar Mal aufs Podium, wurde dann unter seinem zweiten Pseudonym Junior-Vize-Weltmeister und Junior-Vize-Europameister.

Mit 15 Jahren folgte der Wechsel ins Formel-4-Cockpit, von da an dann auch unter seinem Klarnamen Mick Schumacher. Seit diesem Jahr fährt Mick Schumacher in der Formel 3 und landete in der Rookie-Wertung immerhin auf Platz drei.

In den Fußstapfen von Michael Schumacher

Die europäische Formel 3 soll dabei nur ein nächster Zwischenschritt sein auf dem Weg zum ganz großen Ziel: einem Cockpit in der Formel 1. "Wenn ich merke, dass ich bereit bin, wird dieser Schritt passieren", sagt Schumacher über sich selbst.

Dass auch seine große Schwester beinahe im Rennsport gelandet wäre, verriet Gina-Maria am Rande des "Audio Generation Awards": "Ich bin als Kind mit meinem Papa eine Saison Kart gefahren - die Pferde waren mir aber dann doch lieber."

"Er muss nicht mein Nachfolger werden"

Dass Mick eine ähnliche Berufslaufbahn einschlagen will wie sein Vater Michael Schumacher, wollte der siebenmalige Formel-1-Weltmeister nicht zwingend forcieren. "Ich möchte ihn eigentlich nicht unbedingt im Rennauto sehen. Er muss nicht mein Nachfolger werden", sagte Schumacher in einem Interview mit dem "Express" kurz nach der Geburt seines Sohnes.

Nun deutet allerdings doch einiges daraufhin, dass der Sohn es dem berühmten Vater zumindest versuchen will nachzumachen. Allerdings ist Mick in seiner Entwicklung offenbar noch nicht ganz so weit wie es Michael Schumacher mit 18 Jahren war.

Michael Schumacher ist Vorbild

Dass der Vater nach dem Rücktritt von seinem Rücktritt im Jahr 2009 doch noch einmal für mehrere Jahre in einem Boliden Platz nahm und sich damit nicht mehr so intensiv um die Ausbildung seines Sohnes kümmern konnte, soll einer der Gründe dafür sein. Ebenso natürlich wie der schwere Skiunfall vor fast vier Jahren.

Trotzdem ist Michaels Karriere der Referenzpunkt und die Motivation für Sohn Mick. "Natürlich ist mein Vater mein Vorbild. Aber ich will nicht mit ihm verglichen werden. Ich will weiter lernen, ein besserer Rennfahrer werden und hoffentlich voll ausgebildet in der Formel 1 starten."

Der Weg in die Formel 1 scheint möglich

Zwar ist die erste Saison in der Formel 3 nicht optimal verlaufen, trotz der ordentlichen Rookie-Wertung landete Schumacher im "regulären" Klassement auf Rang zwölf. Dennoch scheint der Weg für einen nächsten Schumacher in die Königsklasse des Motorsports vorgezeichnet.

Als Nico Rosberg vor etwa einem Jahr überraschend seinen Rücktritt bekanntgab, wurden erste Verbindungen zwischen Mercedes und Mick Schumacher konstruiert. Auch Vater Michael war zuletzt im Mercedes unterwegs, Sportchef Toto Wolf sagte schon damals: "Wenn er sich in der Formel 3 gut schlägt, werden viele Teams davon Notiz nehmen und eines davon wird Mercedes sein."

Schumacher Junior hat Fürsprecher in der Formel 1

Auch Ferrari, ebenfalls ein ehemaliger Schumacher-Rennstall, meldete schon mal grundsätzliches Interesse an. "Wenn er in die Ferrari-Akademie einsteigt, wird er einen roten Teppich vorfinden", sagte Scuderia-Nachwuchschef Massimo Rivola.

Die Schumacher-Kids sind gefragt. Von ihrem großen Namen können sie sich wohl nie ganz emanzipieren. Müssen sie aber auch nicht. Denn: Sie können trotzdem eigene Karrierewege einschlagen, Erfolge feiern und ihre ganz persönlichen Biographien schreiben.

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