Was am Dienstagmittag in der Formel 1 noch ein Gerücht war, wurde am frühen Abend zur Gewissheit: Paddy Lowe verlässt Mercedes. Das bestätigte der Rennstall nun offiziell. Er legt damit sein Amt als technischer Direktor beim Weltmeisterteam nieder, was die Spekulation um seinen Wechsel zu Williams anheizt.

Im Statement heißt es von Lowe lediglich: "Ich hatte dreieinhalb unglaublich erfolgreiche und wundervolle Jahre bei Mercedes, in denen ich mit einer fantastischen Gruppe von Menschen zusammengearbeitet habe. Jetzt freue ich mich auf neue Herausforderungen und wünsche jedem bei Mercedes alles erdenklich Gute."

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sagt: "Paddy spielte eine wichtige Rolle für unsere Erfolge in den vergangenen dreieinhalb Jahren und wir danken ihm sehr für seinen Beitrag zu diesem bedeutenden Kapitel in der Motorsport-Geschichte von Mercedes."

Wolff merkt aber auch an: "Erfolg ist in der Formel 1 nicht von einzelnen Personen abhängig, sondern von den Stärken und technischen Fähigkeiten eines Teams. Wir besitzen die Fähigkeiten, um unsere Erfolge der vergangenen Jahre fortzuführen und genau darauf möchten wir 2017 und darüber hinaus aufbauen."

Laut Mitteilung von Mercedes beginnt für Lowe nun die Zeit der Dienstfreistellung, der sogenannte "garden leave". Dies ist ein vereinbarter Zeitraum nach Ende eines Vertrages, während dem der Mitarbeiter keine Tätigkeit bei einem unmittelbaren Konkurrenten aufnehmen darf.

Das würde einen nahtlosen Wechsel von Lowe zu Williams zunächst einmal ausschließen. Allerdings besteht durchaus die Möglichkeit, dass sie Mercedes und Williams im Rahmen eines denkbaren Wechsels von Valtteri Bottas auf eine Regelen einigen, die Lowe einen zeitnahen Arbeitsbeginn bei Williams ermöglichen würden.

Als Lowes Nachfolger wird Ferraris ehemaliger Technischer Direktor James Allison gehandelt. Mercedes verweist auf "weitere Informationen zu gegebener Zeit". Für die nahe Zukunft bleibt die Führung der technischen Abteilungen stabil. Sie erfolgt durch die etablierten leitenden Direktoren Aldo Costa (Ingenieurwesen), Mark Ellis (Performance), Rob Thomas (Betrieb) und Geoff Willis (Technologie).© Motorsport-Total.com GmbH