Sebastian Vettel: Die größten Entgleisungen des Heißsporns im Ferrari-Cockpit

Sebastian Vettel verlässt Ferrari zum Saisonende. Wir blicken zurück auf seine größten Ausraster und die Kontroversen um den Heißsporn im Scuderia-Cockpit.

Sebastian Vettel verlässt Ferrari zum Saisonende. Der Deutsche war 2015 zur Scuderia gewechselt, um das Erbe von Michael Schumacher anzutreten. Doch statt der großen Erfolge war Vettels Zeit beim italienischen Rennstall von vielen Kontroversen rund um seine Person geprägt.
Beim Großen Preis von Mexiko 2016 fällt Vettel zum ersten Mal im Ferrari-Cockpit negativ auf. Weil Max Verstappen abkürzt, beschimpft ihn Vettel über den Funk als "Bastard" und wird dann auch noch gegenüber Rennleiter Charlie Whiting ausfallend ...
"Hier ist eine Nachricht für Charlie: Fuck off!", flucht Vettel in den Funk. Später entschuldigt er sich: "Auch wenn ich Charlie direkt angesprochen habe, meinte ich eher die Situation als ihn persönlich." Es sollte nicht bei dem einen Ausraster im Ferrari-Cockpit bleiben.
Beim GP von Russland 2017 hätte Sebastian Vettel eigentlich recht zufrieden mit sich und der Welt sein können. Doch trotz Platz zwei hat sich der Deutsche auf der Rennstrecke mal wieder nicht im Griff und zeigt Felipe Massa aus dem Cockpit heraus den Stinkefinger, weil ihm der beim Überrunden angeblich nicht genug Platz eingeräumt hat.
Nach dem Rennen in Malaysia 2017 kollidiert Vettel in der Auslaufrunde mit Rookie Lance Stroll und beweist einmal mehr, dass er sein loses Mundwerk einfach nicht im Griff hat. "Er ist mir direkt ins Auto gefahren! [...] Was für ein Haufen Idioten", mosert Vettel. Später stellt sich jedoch heraus, dass Stroll keine Schuld an dem Unfall trifft.
Nach dem Zusammenstoß lässt sich Vettel dann auch noch von Pascal Wehrlein auf dem Auto mitnehmen. Ein absolutes No-Go. "Es gibt absolut keinen Grund, die Rennkommissare derartig zu provozieren und die Regeln so auszutesten", kritisiert TV-Experte Martin Brundle bei Sky.
Beim Großen Preis von Baku kommt es 2017 zum Eklat zwischen Vettel und Hamilton. Bei einer Saftey-Car-Phase glaubt Vettel, Hamilton habe bewusst abgebremst, um ihn auffahren zu lassen. Frustriert rammt er Hamilton in die Seite. Vettel kassiert dafür eine 10-Sekunden-Strafe, ist sich jedoch nach dem Rennen keiner Schuld bewusst.
Beim GP von Sotschi 2019 kommt es zum Platztausch-Vorfall zwischen Vettel und Leclerc: Vettel überholt Leclerc zu Beginn des Rennens aus dem Windschatten heraus. Abgemacht war, dass Vettel seinen Platz zu einem späteren Zeitpunkt wieder seinem Teamkollegen überlässt, doch der Deutsche denkt gar nicht daran. Nicht das erste Mal, dass Vettel und Leclerc nicht einer Meinung sind - um es vorsichtig auszudrücken.
Schon nach dem Ferrari-Doppelsieg beim GP von Singapur 2019 brodelt es zwischen den beiden. Leclerc fühlt sich Vettel gegenüber klar benachteiligt.
Beim GP von Brasilien kommt es schließlich, wie es kommen muss: Im Kampf um Platz drei berühren sich Vettel und Leclerc auf der Gerade, es kommt zum Unfall. Beide fallen aus ...
Nach dem Rennen ist Vettel sichtlich angefressen. Schon über Funk fragt er, "was zur Hölle" sein Teamkollege da gemacht habe. Leclerc sieht die Angelegenheit wesentlich cooler: "Ich habe in der Kurve 1 überholt, und vor Kurve 3 hat Sebastian versucht, außen vorbeizukommen. Ich habe ihm den Raum gelassen, dann hat er mich nach innen gedrückt".
Es ist wohl Vettels kurioseste Aktion als Ferrari-Pilot: Nach einem Beinahe-Crash mit Hamilton wird Vettel beim GP von Kanada 2019 mit einer Zeitstrafe belegt und wird nur Zweiter hinter seinem Rivalen. Zu Unrecht, befindet Vettel und nimmt einfach die Dinge selbst in die Hand ...
Kurzerhand tauscht Vettel die Nummerntafeln vor dem Siegerauto und kürt sich so selbst zum Gewinner. "Das ist nicht der Sport, in den ich mich verliebt habe", schimpft Vettel hinterher.