(sl/kle/dpa) – Er geht, er geht nicht, er bleibt, er bleibt nicht: Das Wechseltheater um Manuel Neuer entwickelt sich zu einer Endlosschleife. Eigentlich war nach Neuers Ankündigung, bei Schalke nicht zu verlängern, der Transfer zu Bayern München schon so gut wie perfekt, doch "Königsblau" hat noch nicht aufgegeben. Will S04-Boss Clemens Tönnies den Bayern noch die Suppe versalzen?

FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge plauderte letzte Woche bei "Sport 1" Details zum Transfer von Manuel Neuer aus: "Schalke wird das am Sonntag schon so bekannt geben, wie wir es vereinbart haben", sagte Rummenigge gegenüber dem Fernsehsender.

Doch jetzt der Paukenschlag aus Schalke: Clemens Tönnies will den Nationaltorwart nicht einfach so gehen lassen und lockt ihn mit einem neuen Angebot. Wie "Bild.de" berichtet, soll der Keeper einen Vier-Jahres-Vertrag mit sieben Millionen Euro Gehalt pro Saison erhalten.

Im Vier-Augen-Gespräch von Tönnies mit Neuer auf der rauschenden Siegerparty im Anschluss an den 5:0-Kantersieg am Samstag im DFB-Pokalfinale gegen Duisburg werteten Beobachter als Indiz für eine mögliche Last-Minute-Wende im Transferpoker. Neuer selbst verweigerte einen Kommentar zum Gespräch mit Tönnies.

Tönnies sagte gegenüber der Online-Ausgabe der "Bild´": "Ich lasse einen Manuel Neuer nicht einfach so gehen. Er ist für mich wie ein Sohn, ich bin strikt gegen diesen Transfer. Ich will Manuel den Bayern noch aus dem Rachen reißen." Klingt ganz nach einer Kampfansage Richtung Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Die "Knappen" wollen außerdem mit neuen Star-Einkäufen den Torwart zum Bleiben überreden.

"Königsblau" hat es noch in der Hand, ob sie ihren Torwart vorzeitig gehen lassen werden. Der Schalke-Keeper scheint selbst auf den offiziellen Vollzug zum FC Bayern zu warten. "Die Verantwortlichen des Vereins haben ihre Entscheidung noch nicht bekanntgegeben. Ich habe keine Ahnung wann sie fällt", sagte Neuer zu "Bild.de".

Nach eigenem Bekunden will er auf die Clubführung "keinen Druck" ausüben. "Wo ich nächste Saison spiele, ist jetzt allein die Entscheidung der Verantwortlichen von Schalke 04", sagte er dem "Kicker".

Was macht den Deal möglich?

Laut "Bild-Online" hat Schalke einen neuen Vertrag mit Sponsor "Gazprom" ausgehandelt. Demzufolge sollen die Gelsenkirchener einen 80-Millionen-Vertrag mit dem Energie-Riesen unterschreiben. Wladimir Putin soll bei diesem Deal auch seine Finger im Spiel haben. Gegenüber "Bild.de" sagte Tönnies: "Putin ist Neuer-Freund und topinformiert."

Möglichst schnell soll auf einer Sitzung des Schalker Aufsichtsrates über die Zukunft von Neuer entschieden werden. Eine rasche Lösung ist dem Umworbenen recht. Bis zum Treffen der Nationalmannschaft am Freitag soll das Dauerthema vom Tisch sein.