Zwischen WM und Bundesligastart liegen nur wenige Woche. Das gibt den Nationalspielern viel zu wenig Zeit, sich ordentlich zu regenerieren, ist sich Bayern-Doc Dr. Hans Müller-Wohlfahrt sicher. Besonders beim Mittelfeldchef des FC Bayern München sieht der Sportmediziner die Gefahr von weiteren Verletzungen.

Noch darf sich Bastian Schweinsteiger entspannen. Eine harte Saison liegt hinter dem Mittelfeldchef des FC Bayern München. Bei der WM in Brasilien hat kaum ein deutscher Nationalspieler mehr auf die Socken bekommen als Schweinsteiger - und das, wo er ohnehin bereits angeschlagen in das Turnier gestartet war.

Doch schon bald ist der wohlverdiente und dringend notwendige Urlaub für Schweini und die anderen Weltmeister in Diensten des FCB wieder vorbei. Eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel (am 13. August im Supercup gegen Borussia Dortmund) müssen die Nationalspieler an die Säbener Straße zurückkehren. Reicht diese kurze Zeit wirklich zur Erholung? Auf keinen Fall, ist sich ausgerechnet Bayern-Doc Hans Müller-Wohlfahrt sicher. "Schweinsteiger bräuchte sechs Wochen Pause. Mindestens!", erklärt er im Gespräch im "Eurosport"-Kommentator Sigi Heinrich bei der Verleihung des Bayerischen Sportpreises in München.

Und man darf sich sicher sein: Müller-Wohlfahrt trifft eine solche Aussage nicht aus dem Blauen heraus. Deutschlands renommiertester Sportmediziner kennt Schweinsteigers Verletzungshistorie in- und auswendig. Er weiß genau, wie lange Regeneration braucht und wie schnell eine alte Verletzung unter zu hoher Belastung wieder aufbrechen und die Leidenszeit noch verlängern kann.

Bayern-Doc kritisiert den Zeitdruck

Der Zeitdruck im Profifußball stößt Müller-Wohlfahrt offenbar sehr sauer auf. Das wird auch deutlich, wenn er dem "Eurosport"-Kommentator sagt: "Die Engländer werden schon deshalb nie mehr Weltmeister, weil sie keine Winterpause haben."

Müller-Wohlfahrts Bedenken angesichts der kurzen Regenerationszeit - vor allem für die Nationalspieler - greift die Problematik auf, die auch bereits Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge heftig kritisiert hatte. Er hatte bei einem Manager-Treffer der Liga einen Antrag gestellt, die Bundesliga nicht bereits am 22. sondern erst am 29. August beginnen zu lassen - auch um den Spielern eine Woche mehr Erholung zu schenken. Der Antrag sei abgelehnt worden "mit der Begründung, es sei die einzige Chance, Bayern mal Probleme zu bereiten", sagte Rummenigge der "Bild". Der Bayern-Vorstand vermisse "die Solidarität gegenüber den Klubs, die viele Spieler zur WM schicken". (ska)