Thomas Müller erwehrt sich Darmstädter SM-Attacken, Rafinha benötigt eine doppelte Denkpause und Roger Schmidt sorgt für Affenzirkus, den niemand braucht. In unserer Serie ziehen wir die etwas anderen und nicht ganz ernst gemeinten Lehren des Spieltags der Bundesliga.

1. Lehre: Thomas Müller erwehrt sich SM-Attacken

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Dieses Wochenende war ein versautes Wochenende! In den sozialen Medien machte ein Screenshot die Runde, der zeigte, dass Quickborns Bürgermeister jüngst das Internet für den Besuch schlüpfriger Seiten genutzt hatte. Oh là là, welch Skandal …

Doch nicht nur in der Politik, auch in der Bundesliga wurde es in den vergangenen Tagen anstößig. Nach dem Sieg gegen Darmstadt berichtete FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge von Kratzspuren auf Thomas Müllers Körper.

Der Bayern-Torjäger habe "einige Kratzer an der linken Schulter", sagte Rummenigge, dessen nachfolgender Vergleich darauf schließen lässt, dass er aktuell die "Shades of Grey"-Trilogie verschlingt: "Wie von einer Frau, mit der er was auch immer angestellt hat".

Wem das die Schamesröte ins Gesicht treibt, den können wir beruhigen: Die Kratzer stammen – unseres Wissens nach ausschließlich – von den Nägeln der leidenschaftlich kämpfenden Darmstädter, die bei den übermächtigen Münchnern bravourös dagegenhielten, sich schlussendlich aber mit 1:3 geschlagen geben mussten.

2. Lehre: Rafinha benötigt eine doppelte Denkpause

Thomas Müller hat uns an diesem Spieltag erneut gezeigt, warum man ihn einfach lieben muss. Einerseits wegen seines traumhaften Tores per Fallrückzieher. Andererseits wegen seiner Pragmatik nach dem Abpfiff. Angesprochen auf sein Sahne-Tor sagte der Weltmeister: "Wenn ich ein hässliches Tor mache, ist das genauso viel wert." Hat er auch wieder Recht.

Doch so sehr wir von Müller schwärmen, umso mehr ärgern wir uns über das Verhalten eines anderen Bayern-Profis. Und dieses Mal geht‘s nicht um tieffliegende Schwalben aus Holland.

Rechtsverteidiger Rafinha holte gegen Darmstadts Sandro Wagner innerhalb weniger Sekunden zweimal zum Ellenbogenschlag aus. Dafür gab’s von Schiedsrichter Michael Weiner nur die Gelbe Karte.

Immerhin: Selbst Trainer Guardiola befand, dass Rafinha dafür die Rote Karte verdient gehabt hätte. Welch Wohltat in einer Zeit, in der Trainer, Manager und Vereinsbosse fast immer ihre schützende Hand über die Spieler halten, selbst wenn diese Szenen aus "The Walking Dead" auf dem Fußballplatz nachspielen.

Da Rafinha vom DFB im Nachhinein nicht mehr gesperrt werden kann, lautet unser Vorschlag an Guardiola: Den Brasilianer nach seiner abgesessenen Gelbsperre in Wolfsburg (gegen Darmstadt sah er seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison) auch im Heimspiel gegen Mainz einfach mal 90 Minuten auf der Tribüne schmoren lassen – das tut ähnlich weh wie ein Ellenbogenschlag ins Gesicht.

3. Lehre: Frankfurt-Fans müssen an ihren Wortspielen arbeiten

Falls Sie unsere Lehren des Spieltags häufiger lesen, werden Sie wissen, dass wir das eine oder andere Mal zu Wortspielen neigen. Wortspiele, die mal lustig sind. Wortspiele, die mal nicht so lustig sind. Und Wortspiele, die lustig sind, weil sie eigentlich total unlustig sind.

Doch wir sind beileibe nicht die einzigen, die sich dieser Wortakrobatik verschrieben haben. Einige Fans der Frankfurter Eintracht waren an diesem Wochenende ebenfalls äußerst einfallsreich.

Sie präsentierten während der leistungsgerechten (!) Nullnummer gegen den HSV ein Transparent, auf dem der Name des Trainers Armin Veh geschrieben stand, und bei dem das "V" durchgestrichen und durch ein "G" ersetzt wurde. Vehnomenal!

Immerhin: Mit dieser Aktion bewiesen die Eintracht-Anhänger deutlich mehr Kreativität als die Frankfurter Profis in 90 Minuten auf dem Platz.

4. Lehre: Roger Schmidt sorgt für Affenzirkus

Woran erkennt der Fußballfan, dass in diesem Jahr ein großes Turnier ansteht? Richtig, Joachim Löw besucht ein Bundesliga-Spiel.

Und da am Sonntag weder der VfB Stuttgart noch Zweitligist SC Freiburg ein Heimspiel hatten, bequemte sich der Bundestrainer bis nach Leverkusen, um sich das Topspiel zwischen Bayer und Borussia Dortmund anzusehen.

Über weite Strecken verfolgte der DFB-Coach einen müden Kick. Bis, ja bis der BVB durch Pierre-Emerick Aubameyang das letztlich entscheidende 1:0 erzielte – und sich daraus ein echter Eklat entwickelte.

Bayer echauffierte sich lautstark darüber, dass der Treffer gegeben wurde. Allen voran Trainer Roger Schmidt, den Schiri Felix Zwayer daraufhin auf die Tribüne schicken wollte.

Doch weil sich Schmidt wie ein bockiges Kind weigerte, unterbrach der Unparteiische die Partie und beorderte die Teams in die Kabine. Satte neun Minuten dauerte diese Spielunterbrechung an.

Die Fußballfans hierzulande haben ja schon viel gesehen und teils auch ertragen müssen:

Last-Minute-Dramen um Deutsche Meisterschaften.

Thomas Helmers Phantomtor.

Stefan Kießlings Phantomtor.

Diese Frisur.

Und sogar diese Frisur.

Aber so etwas wie am Sonntag in Leverkusen noch nicht.

Und auf so einen Affenzirkus können wir auch in Zukunft gerne wieder verzichten.