Hans-Joachim Watzke wäre nach eigener Aussage beim BVB um ein Haar in der vergangenen Saison zurückgetreten. Hätte Borussia Dortmund das DFB-Pokal-Finale gegen Eintracht Frankfurt verloren, wäre ein Abschied des Geschäftsführers im Bereich des Möglichen gewesen.

Die vergangene Saison war eine spektakulär-turbulente für Borussia Dortmund: Anschlag auf den Mannschaftsbus, schwere Krawalle im Spiel gegen Leipzig, Clinch mit dem damaligen Trainer Thomas Tuchel, in der Bundesliga einige sportliche Probleme. Am Ende der Runde musste Tuchel gehen.

Hätte der BVB auch noch das Pokal-Finale gegen Eintracht Frankfurt verloren, wäre Watzke womöglich zurückgetreten. Das sagt der 58-Jährige dem "Kicker": "Zumindest habe ich mir intensive Gedanken gemacht."

Dortmund-Boss sprach vom Rücktritt - und steht mehr denn je unter Druck.

Eine Niederlage wäre einer Blamage gleichgekommen, "bei allem Respekt vor der Eintracht, die sich toll gewehrt hat." Dortmund gewann mit 2:1 und holt sich so den einzigen Titel der vergangenen Saison.

Watzke würde nichts anders machen

Mittendrin im Problemstrudel der Borussen steckte Watzke. Nicht zuletzt sein offener Streit mit Thomas Tuchel sorgt für Furore.

Nach dem Anschlag auf den Mannschafts-Bus echauffierte sich der damalige Trainer über die Tatsache, dass die Partie nicht komplett abgesagt, sondern nur um einen Tag verlegt wurde. Watzke konterte - spätestens zu diesem Zeitpunkt galt das Verhältnis der beiden als zerrüttet. Und auch Watzke stand in der Kritik.

Das neue Ausweichtrikot ist da - wie ein Fußball-Jersey sieht es nicht aus.

Watzke bereut sein damaliges Handeln nicht. Im Gegenteil: Zum Streit um Ex-Trainer Tuchel äußerte er sich folgendermaßen: "Ich würde es genauso wieder machen - zum Wohle des Klubs. Wir haben anschließend kein Spiel mehr verloren, uns direkt für die Champions League qualifiziert und den Pokal geholt."

Der gebürtige Sauerländer ist seit 2005 Geschäftsführer bei Borussia Dortmund. Sein Vertrag läuft noch bis 2019. Eine mögliche Verlängerung ist im Gespräch.

Er selbst sagt dazu: "Ich mache das so lange, wie ich das Gefühl habe, dass es mir Freude macht." (luf)