Nach drei sieglosen Spielen in Serie gerät Trainer Niko Kovac beim FC Bayern München langsam unter Druck. FCB-Präsident Uli Hoeneß bemüht sich zwar noch um einen gemäßigten Tonfall - macht aber auch deutlich, wen er in der Verantwortung sieht.

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Drei sieglose Spiele in Serie. Und dann auch noch verdient nicht gewonnen. Im Universum des FC Bayern München kommt das schon einer mittelschweren Krise gleich. Das war auch den Spielern anzumerken.

Vor allem Thomas Müller machte deutlich, wie es um die Stimmung in der Kabine bestellt ist: "Wir müssen jetzt positiv bleiben. Wir hatten sicher eine bessere Phase zu Beginn der Saison", erklärte er nach dem Remis gegen Ajax Amsterdam in der Champions League. "Seit drei Spielen stimmt das Ergebnis nicht, aber wir müssen jetzt dranbleiben, es hilft nichts."

Kovac scheint selbst ratlos

Sehr viel nachdenklicher wirkte dagegen Trainer Niko Kovac, der sich offenbar überhaupt nicht erklären konnte, was nur in seine zu Saisonbeginn noch vor Spielwitz sprühende Mannschaft gefahren war. "Ich muss das auch erst einmal verarbeiten", befand Kovac nach dem Spiel.

Auch ihm wird bewusst sein, dass in einer solchen Situation bei den Bayern der Fehler gerne beim Trainer gesucht wird. Zumal auch Stimmen aufkamen, Kovac habe zu viel rotieren lassen, die Mannschaft so aus dem Rhythmus gebracht.

Und Kovac wird auch mitbekommen haben, dass bei Arjen Robbens Spielanalyse leichte Kritik mitschwang: Es sei keine Sache des Willens oder Einsatzes gewesen, davon sei er überzeugt, nahm Robben die Mannschaft auf dem Platz in Schutz.

"Heute wollten es alle, aber es haben viele Dinge nicht gepasst. Man hatte das Gefühl, dass wir den Zugriff nicht haben", sagte der Niederländer und ließ damit viel Interpretationsraum.

Uli Hoeneß: Kritik an Medien und Fans

Einer, der sich unmittelbar nach dem Spiel erstaunlich ruhig verhielt, war Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Doch nun hat auch er sich zu Wort gemeldet und damit den Druck auf Kovac deutlich erhöht - auch wenn Hoeneß zumindest um einen gemäßigten Tonfall bemüht war.

Am Rande des Spiels der Bayern-Basketballer gegen Vechta hob er im Gespräch mit der "Abendzeitung" erst einmal zur Medienschelte an: "Ich verstehe nur die Öffentlichkeitsarbeit bei euch [den Medien, Anm. d. Red.] nicht: Vor zehn Tagen hieß es noch, die Bundesliga spiele ab Platz zwei und jetzt soll alles kaputt sein. Die goldene Mitte fände ich manchmal ganz gut."

Dass der FC Bayern derzeit gewisse Probleme habe, konnte Hoeneß jedoch nicht abstreiten. Einen Teil der Verantwortung schob der 66-Jährige dabei den protestierenden Fans zu, die die ersten 20 Minuten im Spiel gegen den FC Augsburg geschwiegen hatten: "Das hat schon auch einen Beitrag geleistet, dass wir nicht ins Spiel gekommen sind."

Hoeneß nimmt Kovac in die Pflicht

Damit ist Niko Kovac aber noch lange nicht aus dem Schneider, denn der Bayern-Präsident baute mit seiner nächsten Aussage dann doch Druck auf seinen Trainer auf: "Dann gab es natürlich viel Rotation, seither ist der Wurm drin", stellte Hoeneß fest. "Aber das ist Sache des Trainers, der muss das entscheiden. Am Ende muss er ja auch den Kopf dafür hinhalten."

Ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Niko Kovac, von dem nun sicherlich erwartet wird, das Ruder im nächsten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 18:30 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) schnell herumzureißen. Noch ein Spiel ohne Sieg - und der Ton beim FC Bayern dürfte deutlich schärfer werden.

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