Eigentlich sollte es für Niko Kovac nichts zu meckern geben. Der FC Bayern hat seine Krise überwunden, die Ergebnisse stimmen wieder. Dennoch steht der FCB-Coach vor einem Rätsel: Warum macht sich sein Team trotzdem das Leben immer wieder schwer?

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Dieses Problem sollte Niko Kovac für eine erfolgreiche BVB-Aufholjagd und den FC Liverpool schleunigst lösen. Zwar erfüllte der FC Bayern durch das 4:1 gegen den VfB Stuttgart seine Siegpflicht in der Fußball-Bundesliga, doch mit einem Rückfall in Verhaltensmuster der Hinrunde machten sich die Stars einmal mehr in dieser Saison selbst das Leben schwer.

"Ich war nicht amused und habe deutliche Worte gefunden", berichtete Coach Kovac, "wir wollen Meister werden - so können wir uns nicht präsentieren."

Der Turbostart mit der frühen Führung durch Thiago war keineswegs der Auftakt für eine Münchner Machtdemonstration. "Es fehlt die Dominanz, klar zu zeigen, dass wir nachlegen wollen und weiter Gas geben und aufs zweite Tor gehen", monierte Joshua Kimmich. "Wenn wir nochmal Punkte liegenlassen, ist es so gut wie vorbei."

Sechs Punkte und acht Tore beträgt der Vorsprung von Borussia Dortmund.

FC Bayern: Zu Hause Punkte liegen gelassen

"Wir werden unermüdlich weitermachen und versuchen, Druck auszuüben", versicherte Torschütze Leon Goretzka, der sich den Rückfall in eine Art Verwaltungsmodus auch nicht erklären konnte. "Das ist ein Problem, das sich schon durch die Hinrunde gezogen hat. Was man aber positiv festhalten muss, ist, dass wir im Vergleich zur Hinrunde das Spiel doch noch deutlich gewonnen haben", sagte der 23-Jährige.

Gegen Freiburg, Augsburg und Düsseldorf ließen die Münchner zu Hause die Punkte liegen, die jetzt auf den BVB fehlen.

Leverkusen (A), Schalke (H) und Augsburg (A) sind die nächsten Ligagegner, ehe der Champions-League-Knaller gegen den FC Liverpool startet. "Die Bundesliga kann uns richtig gut vorbereiten", sagte Torschütze Robert Lewandowski, den sein Elfmeter-Fehlschuss nicht sonderlich wurmte. VfB-Kapitän Christian Gentner sorgte für einen weiteren Münchner Treffer, als er einen Schuss von Serge Gnabry ins eigene Tor abfälschte.

"Für uns ist es wichtig, jedes Spiel zu gewinnen, egal was Dortmund macht", sagte Gnabry. Positiv für den FC Bayern: Die Rückkehr von Arjen Robben rückt näher. Der wegen Oberschenkelproblemen schon zwei Monate pausierende Niederländer absolvierte am Montag wieder Teile des Mannschaftstrainings.

Hudson-Odoi hält sich bedeckt

Ob der umworbene Chelsea-Teenie Callum Hudson-Odoi bei dem Münchner Meisterprojekt mitmacht und im Winter kommt, blieb auch am Sonntagabend offen. Der 18-Jährige, für den mittlerweile über eine Ablöse von 40 Millionen Euro plus X spekuliert wird, orakelte wenige Stunden nach dem Bayern-Sieg über seine Zukunft.

"Ich arbeite einfach hart weiter und man weiß nie, was passiert", sagte der Flügelspieler, der beim 3:0 im FA-Cup gegen Sheffield Wednesday ein Tor erzielt hatte. Persönlich habe er allerdings noch nicht mit den Münchnern gesprochen.

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic hielt sich mit einer neuen Einschätzung zum Wunschtransfer zurück - bis Donnerstag um 18.00 Uhr bleibt Zeit.

Nico Kovac pfeift auf Rotation

Zurückhaltung war auch bei den Bayern-Stars die Devise, denen wieder nur die Rolle als Reservist oder Tribünenhocker blieb: Rotation ist weiter out bei Kovac. Wortlos eilten James Rodríguez oder Jérôme Boateng aus der Arena. Der Kolumbianer und der unter der Woche erkältete Abwehrspieler saßen wieder nur auf der Bank, Sandro Wagner hockte wie schon gegen Hoffenheim noch ein paar Plätze weiter oben.

"Es ist einfach eine geballte Qualität, die wir haben", sagte Goretzka, sieht aber als Stammkraft keine Probleme in der aktuellen Rollenverteilung. "Ich kann nicht von schlechter Stimmung sprechen. Ich persönlich empfinde das alles als erfolgsorientiert." (am/dpa)

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