• Das Aus von Torwarttrainer Toni Tapalovic beschäftigt den FC Bayern rund um das Unentschieden gegen den 1. FC Köln.
  • Sportvorstand Hasan Salihamidzic versichert, dass die Trennung nichts mit dem schwer verletzten Manuel Neuer zu tun hat.
  • Trainer Julian Nagelsmann lässt tief blicken.

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Julian Nagelsmann zufolge hat sich die Trennung von Torwarttrainer Toni Tapalovic beim FC Bayern schon länger angebahnt. "Alle Verantwortlichen im Klub haben die Zusammenarbeit in den letzten Monaten beobachtet", sagte der Chefcoach der Münchner am Dienstagabend bei Sat.1 vor dem Heimspiel in der Fußball-Bundesliga gegen den 1. FC Köln.

Im Trainerteam hätten laut Nagelsmann "ganz alltägliche Dinge" nicht so funktioniert, "wie sie funktionieren sollten". Bei Sky ergänzte Nagelsmann: "Dieses Miteinander ist nie so entstanden, wie wir uns Verantwortlichen das vorstellen, deswegen haben wir den Schritt vollzogen."

Die Bayern hatten am Vorabend der Partie gegen Köln etwas überraschend die Freistellung von Tapalovic verkündet. Der 42-Jährige ist enger Vertrauter des derzeit verletzten Nationaltorwarts Manuel Neuer. "Insbesondere Differenzen über die Art und Weise der Zusammenarbeit haben jetzt dazu geführt, dass wir getrennte Wege gehen", hatte Sportvorstand Hasan Salihamidzic gesagt. Tapalovic selbst hatte sich nach der Entscheidung überrascht gezeigt.

Nagelsmann: Tapalovic-Aus "keine Entscheidung gegen Manuel Neuer"

Steht die Entlassung Tapalovics auch in Zusammenhang mit dem verletzten Neuer? Nagelsmann und Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic haben versichert, dass die Trennung von Tapalovic keinen Einfluss auf die weitere Zusammenarbeit mit dem noch Monate verletzten Nationaltorhüter haben soll. "Das ist keine Entscheidung gegen Manuel Neuer - das ist wichtig", sagte Nagelsmann nach dem 1:1 des Bundesliga-Tabellenführers am Dienstagabend gegen den 1. FC Köln.

"Das hat mit Manuel überhaupt nichts zu tun, sondern hatte damit zu tun, dass wir uns auf dieser Position neu orientieren wollten", versicherte auch Salihamidzic. Chefcoach Nagelsmann sprach angesichts der Trennung von "keiner schönen Entscheidung für alle". Aktuell hat Ex-Torwart Tom Starke den Tapalovic-Job bei den Bayern-Profis übernommen.

Für den 36 Jahre alten Neuer, der nach einem Beinbruch mindestens bis zum Saisonende ausfallen wird, sei es laut Nagelsmann traurig, dass "ein langjähriger Weggefährte und Trainer nicht mehr da" sei, bemerkte Nagelsmann. Neuer sei Kapitän, werde nach der Genesung wieder herausragende Leistungen bringen können und bleibe auch für ihn als Trainer ein wichtiger Ansprechpartner.

Neuer verabschiedet sich von seinem Freund Tapalovic: "Ich werde dich vermissen"

Neuer hatte sich nach dem Tapalovic-Aus mit emotionalen Worten von seinem Freund und Trauzeugen verabschiedet. Er würdigte seinen engsten Vertrauten als "großartigen Menschen" und "absoluten Pionier des modernen Torwartspiels". Seinen "Abschiedsbrief" beschloss Neuer mit dem sentimentalen Satz: "Ich werde dich vermissen!"

Salihamidzic hat die veränderte Situation mit Neuer bereits besprochen, wie er nach dem Köln-Spiel sagte. "So was ist nie schön, aber wir haben es so entschieden", sagte er zur Trennung von Tapalovic.

Der neue Bayern-Torwart Yann Sommer äußerte sich zurückhaltend zur Entwicklung um Tapalovic. Das sei "eine klub-interne Entscheidung", sagte der Schweizer Nationaltorwart, den die Bayern nach dem langfristigen Neuer-Ausfall als Ersatz von Borussia Mönchengladbach verpflichtet hatten. Er habe Tapalovic nur vier Tage lang und in zwei Trainings erlebt. (lh/dpa/SID)