Bayern München hat seine Aufholjagd mit einem standesgemäßen Pflichtsieg fortgesetzt: Der deutsche Fußball-Rekordmeister kam gegen den krisengeplagten VfB Stuttgart zu einem deutlichen 4:1 (1:1), hatte aber lange Zeit mehr Mühe als erwartet.

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Der FC Bayern hat im Titelrennen seine Pflicht erfüllt. Die Münchner bleiben durch das 4:1 (1:1) gegen den abstiegsbedrohten VfB Stuttgart auf Schlagdistanz zu Spitzenreiter Borussia Dortmund. Am Tag nach dem 5:1-Erfolg der Dortmunder gegen Hannover büßten die Bayern nur wenig an Boden beim Torverhältnis auf den sechs Punkte entfernten BVB ein.

Thiago (5. Minute), ein Eigentor von VfB-Kapitän Christian Gentner nach einem Schuss von Serge Gnabry (55.) und Leon Goretzka per Kopf (71.) brachten die Bayern auf Kurs. Robert Lewandowski scheiterte mit einem Strafstoß (65.), traf dann aber doch noch zum 4:1-Endstand (84.). Anastasios Donis (26.) ließ die Gäste nur zwischenzeitlich auf eine Überraschung hoffen.

Nach den Hinrunden-Patzern zu Hause gegen Augsburg (1:1), Freiburg (1:1) und Düsseldorf (3:3) hatten die Münchner im ersten Heimspiel der Rückrunde anfänglich mehr Mühe als erwartet. Im zweiten Durchgang wurde es dann aber doch eine klare Angelegenheit.

Wenig Tempo in erster Halbzeit

Der Fußball-Nachmittag startete vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena wie erwartet. Bayern machte mächtig Druck - und bejubelte früh die Führung. Thomas Müller setzte gut nach und passte den Ball nach innen, Lewandowski legte für Thiago auf - und der Spanier verwandelte zum zweiten Saisontor.

Der eigentliche Gradmesser wartet aber nicht in der Bundesliga.

Drei Minuten später verpasste Joshua Kimmich nach Zuspiel von Müller nur knapp das 2:0. Die VfB-Defensive um den elf Millionen Euro teuren Winterzugang Ozan Kabak offenbarte in der Anfangsphase reichlich Lücken, die die Münchner aber nicht nutzten.

Nach dem schwungvollen Beginn schalteten die Münchner in den Schonmodus und verwalteten das 1:0. Trainer Niko Kovac forderte seine Stars am Spielfeldrand gestenreich zu mehr Vorwärtsgang auf, doch auf dem Platz ließen diese den Gästen wieder Luft zum Atmen. Es fehlte in dieser Phase an Tempo und Zielstrebigkeit, zu oft wurde quer statt in die Tiefe gespielt.

Zwar hatte sich der Ausgleichstreffer nicht gerade angekündigt, aber sträflich unbedrängt von Thiago und Niklas Süle nahm Donis gerne Maß. Sein Schuss aus 20 Metern schlug unhaltbar für den schön, aber vergeblich fliegenden Manuel Neuer im Winkel ein.

Der 22-Jährige Donis avanciert zu einem richtigen Bayern-Experten: Er hatte schon im Mai beim 4:1 in München getroffen. Wenig später rettete Neuer dann gegen Donis, der aus kurzer Distanz fast das 2:1 erzielt hätte.

Zieler hält gegen Thiago und Coman

Auf der Gegenseite rettete Rob-Robert Zieler im VfB-Tor gegen Thiago (32.) und Kingsley Coman (37.). Kurz vor der Pause wäre der 2014er Weltmeister gegen Coman machtlos gewesen, aber dessen Schuss landete am Außennetz (44.).

Nach der Pause war Zieler dann zum zweiten Mal geschlagen. Der in der 46. Minute eingewechselte Gnabry ging nach einer Flanke von Coman bei seinem Schuss viel Risiko - und das wurde durch den abgefälschten Ball von VfB-Kapitän Gentner belohnt.

Danach gab's doppeltes Pfostenpech. Erst scheiterte Stuttgarts Nicolas Gonzalez bei einer Riesenchance zum Ausgleich (64.), im Gegenzug verschoss Lewandowski einen an ihm verursachten Foulelfmeter (65.). Lewandowski vergab danach eine weitere gute Möglichkeit, dafür traf Goretzka nach Kimmich-Eckball per Kopf. Auch Lewandowski glückte ein guter Abschluss. Winter-Zugang Alphonso Davies (18) feierte sein Debüt in der Schlussphase. (dpa/AFP)

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