Nach drei sieglosen Spielen zum Saisonauftakt ohne einen einzigen Torerfolg handelt der Hamburger SV und beurlaubt seinen Cheftrainer Mirko Slomka. Der Trainer, der Hamburg im letzten Jahr erst in der Relegation vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte retten konnte, kämpfte beim Bundesliga-Dino auf verlorenem Posten. Die Pressestimmen.

Spiegel: Jeder wusste, dass es so kommen würde. Weil es beim Hamburger SV immer so kommt. Nur der Zeitpunkt war noch offen. Doch spätestens nach der Niederlage bei seinem Ex-Verein Hannover 96 muss auch Mirko Slomka klar gewesen sein, dass seine Zeit beim HSV abgelaufen war. [...] Für HSV-Fans ist es mittlerweile eine Art Quizduell, aufzuzählen, welche Trainer den Verein in den vergangenen zehn Jahren trainiert haben und wer von diesem Klub verschlissen wurde. [...] Die meisten dieser Trainer würden auch heute wieder als Slomka-Nachfolger zur Verfügung stehen - weil sie derzeit ohne Beschäftigung sind. HSV-Trainer gewesen zu sein scheint ein Killer-Kriterium für nachhaltige Anschlussjobs.

Bild: Mit der Entlassung von Mirko Slomka geht eine erfolglose Ära zu Ende. Der frühere Hannover-Trainer holte mit Hamburg aus 16 Bundesliga-Spielen nur drei Siege (drei Unentschieden, zehn Niederlagen).​ Mit 0,75 Punkten pro Liga-Spiel hat Slomka nach Michael Oenning (0,64) die zweitschlechteste Bilanz aller HSV-Trainer mit mindestens 14 Spielen. In die neue Saison startete Slomka mit null Toren aus drei Partien. Der HSV ist trotz Neuzugängen für 26 Mio Euro Letzter.​

Süddeutsche Zeitung: Ziemlich deutlich wurde beim erneuten Null-Punkte-Spiel am Sonntag in Hannover, dass Slomka der Mannschaft keine eigene Handschrift verpasst hat. Trotz Investitionen von rund 26 Millionen Euro konnte der Mathematik- und Fußballlehrer den erneuten sportlichen Absturz nicht aufhalten. Die Bestandsaufnahme der nackten Fakten in der Krisensitzung führte dazu, dass der Club, der bereits in der vorigen Saison drei verschiedene Trainer beschäftigte, erneut die Reißleine zieht.

Hamburger Morgenpost: Die längste Vorbereitung aller Bundesligavereine und zahlreiche Neueinkäufe sollten dafür sorgen, dass in dieser Spielzeit alles anders wird. Der Blick auf die aktuelle Tabelle zeigt: Dieses Vorhaben ist gescheitert!

Kicker: Für den 50-jährigen Beiersdorfer ging es um eine Grundsatzfrage: Traut er dem erfolglosen Trainer grundsätzlich noch die Wende zu? Oder überwiegen die Zweifel nach acht Ligaspielen mit nur einem Zähler? [...] Längst war zu dem Heimkehrer durchgedrungen, dass es im Innenverhältnis zwischen Team und Trainer knirschte, obwohl Slomka das Gegenteil stets behauptete. Beiersdorfer wählte den Trainerwechsel als Ausweg aus der sportlichen und atmosphärischen Krise.

(gesammelt von mom)