Die Diskussionen um die Unruhe beim FC Bayern reißen nicht ab. Nun meldet sich auch FCB-Legende Lothar Matthäus zu Wort und warnt Trainer Carlo Ancelotti mit deutlichen Worten.

Täglich grüßt der Chaos-FCB. Es ist derzeit das bestimmende Thema in Fußballdeutschland: die Unruhe beim FC Bayern.

Der "kicker" meldet Streit in der Kabine, "ESPN" berichtet über eine Rauswurf-Klausel für Trainer Carlo Ancelotti und nun ergreift auch noch Bayern-Legende Lothar Matthäus in der "Bild" das Wort und findet glasklare Worte für die Situation beim deutschen Rekordmeister.

Bayern-Trainer droht Kabinen-Revolte - Bericht über Rauswurf-Klausel.

Tatsächlich würden ihn die derzeitigen Querelen an den berüchtigten FC Hollywood der 1990er Jahre erinnern. "Jedenfalls hat es lange nicht mehr so viel Unruhe gegeben beim FC Bayern", erklärt er in der "Bild".

Das kann man wohl sagen. Schon vor Beginn der neuen Saison brodelte es beim FCB. Bei der wirtschaftlich wichtigen China-Reise hagelte es Niederlagen, die Installation von Hasan Salihamidzic wurde von vielen mit hochgezogenen Augenbrauen quittiert und nun mucken auch noch mehrere Spieler auf.

Ancelotti droht "totales Chaos"

Thomas Müller ist notorisch unzufrieden mit seiner Situation als Bankdrücker, Robert Lewandowski kritisiert das Transfergebaren des Rekordmeisters und Arjen Robben fordert nach dem holprigen 3:0-Sieg gegen den RSC Anderlecht mehr Zusammenhalt im Team.

Beim FC Bayern brodelt es. Bekommt Salihamidzic die Situation in den Griff?

Lothar Matthäus nimmt nun den Trainer in die Pflicht: "Jetzt muss Ancelotti durchgreifen. Mehr, als er es in den letzten anderthalb Jahren getan hat. Sonst hat er bald totales Chaos."

Ancelotti müsse Gespräche suchen, "die Mannschaft fit bekommen, auch spielerisch", erläutert Matthäus weiter. Zudem müsse er sie disziplinieren und "gegen alles vorgehen, was den Erfolg gefährdet." Und das bedeutet offenbar auch zu vermeintlich unpopulären Maßnahmen greifen: "Notfalls muss man Spieler auch mal auf die Tribüne setzen", findet Matthäus.

Und auch konkrete Tipps zur sportlichen Verbesserung hält der ehemalige Weltfußballer für Ancelotti bereit: "Ich als Trainer würde jetzt die aufstellen, die sich schon länger kennen, damit die Mannschaft sich einspielen und an Stabilität zulegen kann. Alles andere kommt automatisch. Die Qualität hat die Mannschaft."

Man darf gespannt sein, ob sich Ancelotti Matthäus' Tipps zu Herzen nimmt. (ska)