Kehrt Mario Götze zu Borussia Dortmund zurück? Offiziell sprechen die Beteiligten nicht über eine mögliche Rückholaktion. Dabei spricht vieles dafür, dass Götze bald wieder ein gelb-schwarzes Trikot trägt.

Mario Götze macht in diesen Tagen einen zufriedenen Eindruck bei der Nationalmannschaft. Kein Wunder: Unter Bundestrainer Joachim Löw hat er stets gute Chancen auf Spielzeit. Ganz anders die Situation beim FC Bayern München. Unter Pep Guardiola ist der 23-Jährige nur noch Statist.

In den vergangenen acht Partien saß Götze siebenmal 90 Minuten auf der Bank. Nur gegen Werder Bremen durfte er spielen - und wurde nach 54 Minuten als erster Bayern-Spieler wieder ausgewechselt.

"Bild": Dortmund plant sensationelle Rückkehr des WM-Helden.

Offenbar spielt Götze im Saisonendspurt keine Rolle. Laut "Bild"-Zeitung ist Götze nicht überzeugt davon, dass es unter Guardiola-Nachfolger Carlo Ancelotti anders laufen wird - und würde daher gerne nach Dortmund zurückkehren.

Hans-Joachim Watzke mag Mario Götze noch immer

Zumindest in der Chef-Etage von Borussia Dortmund genießt Mario Götze noch hohes Ansehen. In einem Interview mit der "Bild" sagte Vereins-Chef Hans-Joachim Watzke über Götzes Situation in München: "Ich mag ihn einfach, und deshalb tut es mir auch schon ein bisschen leid. Auf Mario lasse ich nichts kommen."

Möglicherweise steckt hinter den Liebesbekundungen mehr als zunächst angenommen. Seit einigen Stunden kursieren Berichte, wonach die Dortmunder an einer Rückholaktion des "verlorenen Sohnes" arbeiten. Erste Sondierungsgespräche sollen bereits stattgefunden haben. Offiziell bestätigt wird das selbstverständlich nicht.

Mario Götze wäre 2017 ablösefrei

In München wird ein Weggang des WM-Helden von 2014 offenbar nicht ausgeschlossen. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wollte am Wochenende zwar "keine Wasserstandsmeldungen" abgeben. Da aber eine Vertragsverlängerung kaum vorstellbar ist und Götze im Sommer 2017 ablösefrei gehen könnte, würde ein Verkauf im Sommer Sinn ergeben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass der BVB einen verlorenen Sohn zurückholt. Auch Shinji Kagawa und Nuri Sahin wurden in Dortmund zu gefeierten Stars und wechselten daraufhin für viel Geld zu einem internationalen Top-Verein. Kagawa zog es zu Manchester United, Sahin zu Real Madrid. Durchsetzen konnten sich beide nicht. Also kehrten sie nach Dortmund zurück.

Von den Ablösesummen her waren es für Dortmund lukrative Geschäfte. Kagawa wurde für 16 Millionen Euro nach Manchester verkauft und zwei Jahre später für acht Millionen wieder zurückgeholt. Sahin ging 2011 für eine Ablöse von zehn Millionen Euro nach Madrid und kam für sieben Millionen wieder zurück.

Bei Mario Götze wäre die Gewinnspanne deutlich größer. 2013 zahlte der FC Bayern München 37 Millionen Euro für den Ballkünstler. Die Rückholaktion wäre Dortmund wohl 20 Millionen Euro wert. Und das vermutlich nicht nur, weil der Vertrag kommendes Jahr ausläuft. Der Marktwert von Götze ist durch seine Reservistenrolle in München gesunken.

Wird das hohe Gehalt zum Problem?

Eine Rückkehr nach Dortmund wäre für Götze wohl mit leichten Gehaltseinbußen verbunden. Sein Jahresgehalt in München wird auf rund zwölf Millionen Euro geschätzt.

In Dortmund gilt Marco Reus als Spitzenverdiener, der laut Medienberichten rund zehn Millionen Euro im Jahr einstreichen soll.

Die Chefs des BVB wissen, dass jede Rückholaktion auch Risiken birgt. Fans und Medien erinnern sich an die wichtigen Tore und Vorlagen des Ex-Spielers. Sie erwarten, dass solche Leistungen auf Knopfdruck wieder erbracht werden. Doch die Jahre der mangelnden Spielpraxis hinterlassen oftmals Spuren. Der Rhythmus ist weg, das Selbstvertrauen ebenfalls.

Mögliche Rückkehr nach Dortmund: So reagieren die Fans auf den Plan.

Speziell bei der Rückkehr von Kagawa war das zu beobachten. In einem Interview mit "Spox" erinnert er sich an die ersten Monate nach seiner Rückkehr: "Die Erwartungen an mich waren riesig. Sowohl Fans als auch Medien dachten, dass ich auf Anhieb großen Einfluss auf das Spiel haben werde. Es tat mir leid, dass ich diese Hoffnungen nicht erfüllen konnte."

Ähnlich könnte es Götze ergehen.

Götze als Ersatz für zukünftige Abgänge?

Ansonsten würde eine Verpflichtung von Götze für Dortmund durchaus Sinn machen. Die Abgänge des offensiven Mittelfeldspielers Henrikh Mkhitaryan und des Stürmers Pierre-Emerick Aubameyang scheinen nur eine Frage der Zeit zu sein. Götze wäre in der Lage, beide Positionen einzunehmen. Und mit den Transfereinnahmen - laut "Daily Mirror" würde Manchester United für Aubameyang 76 Millionen Euro zahlen - ließe sich der Götze-Transfer locker stemmen.

Auch für Götze würde eine Rückkehr Sinn ergeben: Er wäre zurück in seiner alten Heimat, hätte beste Chancen auf einen Stammplatz und würde weiterhin in der Champions League spielen. Diese Möglichkeit hätte er beim FC Liverpool und Ex-Trainer Jürgen Klopp, die ebenfalls an einer Verpflichtung interessiert sein sollen, nicht.

Die Frage ist nur: Wie würden die Dortmunder Fans Götze aufnehmen? Der Ärger darüber, dass das Eigengewächs im Sommer 2013 ausgerechnet zum größten Konkurrenten ging, ist noch immer groß. Wann immer Götze mit dem FC Bayern München in den Signal Iduna Park zurückkehrte, war das zu spüren. Viele Fans werfen ihm Geldgier vor.

"Judas" oder "charakterlos": Fans pöbeln auf Facebook

Auch jetzt stößt die Idee einer Götze-Rückkehr auf viel Kritik. Auf der Facebook-Seite von Borussia Dortmund wird heiß diskutiert. Viele möchten Götze nicht mehr im BVB-Trikot stehen. Zitate wie "Ich hoffe, dass an den Gerüchten mit Judas nichts dran ist" oder "Holt bitte nicht diesen charakterlosen Kerl aus München zurück" füllen die Pinnwand.

Andererseits hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Ablehnung von Fußballfans oft nicht von langer Dauer ist. Mit einigen starken Leistungen lässt sich das Herz der Fans wieder erobern. In München interessiert heute auch niemanden mehr, dass Torwart Manuel Neuer vom verhassten Schalke 04 kommt. Bei Götze wäre es wohl ähnlich.