Wenn Niko Kovac fliegt: Die Trainer-Optionen des FC Bayern München

Niko Kovac steht nach dem 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf mit dem Rücken an der Wand. Sein Kredit in der Mannschaft ist angeblich aufgebraucht. Offiziell vertrauen ihm die Verantwortlichen noch. Die "Bild"-Zeitung aber berichtet von einem Kontakt zu Arséne Wenger. Der Franzose ist ein ernsthafter Kandidat. Es gibt aber weitere.

An einem der besten und angesehensten Trainer des Weltfußballs war der FC Bayern bereits vor einem knappen Vierteljahrhundert dran. Wenger aber sagte den Münchnern ab und startete 1996 eine grandiose Ära bei Arsenal London. Seit Sommer 2018 ist Wenger wieder frei. Der Elsässer spräche perfekt Deutsch, ist aber schon 69 Jahre alt.
Ralph Hasenhüttl gehörte schon mal zur Bayern-Familie, wenn auch nur als Stürmer bei den Amateuren. Der Österreicher führte erst Ingolstadt in die Bundesliga und hielt sie dann. Anschließend marschierte er mit Neuling Leipzig in die Champions League. Der Hauptsponsor seines Ex-Vereins Ingolstadt ist zudem Miteigner der FC Bayern München AG.
Ob Zinedine Zidane sein "Sabbatical" durchzieht, wenn der FC Bayern München ernsthaftes Interesse bekundet? Der frühere Weltfußballer aus Frankreich hat sich auch als Trainer in die Geschichtsbücher eingeschrieben. Drei Triumphe in der Champions League mit Real Madrid in Folge (2016 bis 2018) sprechen für sich.
Oder versuchen es die Bayern wieder mit einem Italiener? Antonio Conte arbeitete zuletzt für den FC Chelsea, davor erfolgreich für Juventus Turin. Der Ex-Nationalspieler ist ein Temperamentsbündel an der Seitenlinie, nicht anders als zu seinen aktiven Zeiten. Er wäre nach Giovanni Trapattoni und Carlo Ancelotti der dritte Italiener als Bayern-Coach.
Mark van Bommel hat mehr vorzuweisen als nur den so genannten "Stallgeruch". Der Niederländer war beim FC Bayern München Kapitän, "Aggressive Leader" und Wortführer. Er riss die Kollegen mit wie zuvor ein Stefan Effenberg oder ein Lothar Matthäus. Im Gegensatz zu den beiden Letztgenannten aber hätte van Bommel auch eine echte Chance, Cheftrainer zu werden. Mit dem PSV Eindhoven ist der 41-Jährige in der Champions League am Start.
Nur beim FC Homburg schoss Miroslav Klose noch weniger Tore als beim FC Bayern München. Trotzdem hat der Rekordtorjäger der Nationalmannschaft (71 Treffer) bei den Fans der Roten nach vier Jahren im Trikot des Rekordmeisters einen Stein im Brett. Und auch bei den Verantwortlichen. Sie vertrauten dem gebürtigen Polen die B-Junioren an. Sie könnten zum Sprungbrett zu den Profis werden.
Jupp Heynckes hat seinem Freund Uli Hoeneß bisher immer geholfen, wenn der einen neuen Trainer brauchte. Und immer mit Erfolg. Zuletzt war das im Herbst 2017 der Fall, als Carlo Ancelotti in der Bayern-Mannschaft keinen Rückhalt mehr hatte. Heynckes aber ist inzwischen 73 Jahre alt und seit dem Triple von 2013 beim FCB ohnehin unsterblich. Er könnte nur noch verlieren.
Ottmar Hitzfeld, links, ist zwar vier Jahre jünger als Heynckes. Doch der Wahl-Schweizer, der mit Uli Hoeneß, rechts, schon 1972 bei Olympia in München stürmte, hat keinen Grund, seinen Ruhestand aufzugeben. Der einstige Nationaltrainer der Schweiz investierte so viel in seine Jobs, dass seine Gesundheit wiederholt ernsthaft angegriffen war. Das muss sich Hitzfeld nicht mehr antun.
"Ich gehe gleich nach Hause, setze mich neben das Telefon und warte." So verabschiedete sich der arbeitslose Felix Magath am Tag nach dem 3:3 der Bayern gegen Düsseldorf aus dem Sport1-Fußball-Talk "Doppelpass". Ob Uli Hoeneß noch Magaths Nummer hat? Immerhin steht der Meistertrainer des VfL Wolfsburg mit zwei Doubles in der Bayern-Historie (2005 und 2006). Das gelang nur Magath.
Er würde so gerne und darf nicht: Lothar Matthäus ist einer der bedeutendsten Spieler in der Geschichte des FC Bayern München. Trainieren durfte der Rekordnationalspieler allerdings nur in Österreich, in Israel, in Serbien, in Ungarn und in Brasilien. Noch nie den FC Bayern. Uli Hoeneß würde, wie er mal sagte, Matthäus nicht mal als Greenkeeper einstellen.
Und was ist mit Effe? Aus den Skandal-Schlagzeilen ist der gebürtige Hamburger weitgehend raus und als TV-Experte gefragt. Mit Stefan Effenberg als vorbildlichem Kapitän schnappten sich die Bayern 2001 den Sieg in der Champions League. Effes Ausflug ins Trainer-Business aber scheiterte in Paderborn in der Saison 2015/16 kläglich. Wie auch Magath gibt Effenberg den Spielern die Schuld an der Bayern-Misere, nicht Niko Kovac.