Oliver Kahn lässt mit einer kontroversen These aufhorchen. Der ehemalige Welttorhüter würde gerne die 50+1-Regel im deutschen Fußball abschaffen.

Der frühere Nationaltorhüter Oliver Kahn spricht sich für die Abschaffung der 50+1-Regel im deutschen Fußball aus, um die Bundesliga mit Hilfe von Investoren konkurrenzfähig zu halten. "Die 50+1-Regel ist problematisch", sagte der 48-Jährige am Samstag laut einem Bericht der "Heilbronner Stimme". Die sogenannte 50+1-Regel in den Statuten der Deutschen Fußball Liga (DFL) soll verhindern, dass Investoren die Mehrheit an den als Kapitalgesellschaften organisierten Clubs erlangen.

Auch FCB könne langfristig nicht auf Investoren verzichten

"Aus meiner Sicht ist es möglich, zielgerichtet Investoren in einen Club zu holen und gleichzeitig die Tradition und Kultur des Fußballs zu bewahren. Das lässt sich miteinander vereinbaren", meinte Kahn, der als Ehrengast beim Bürgerempfang der Stadt Heilbronn war.

Selbst sein ehemaliger Verein Bayern München könne langfristig nicht auf Investoren verzichten. "Auch der FC Bayern München wird künftig siebzig, achtzig, neunzig Millionen Euro in die Hand nehmen müssen, um Topspieler zu bekommen", meinte der Champions-League-Sieger von 2001. Er rechnet damit, dass die 50+1-Regel schon bald fallen wird.

Seit längerem wird im deutschen Fußball über die Abschaffung kontrovers diskutiert. So hat Hannover 96 mit seinem Clubchef Martin Kind eine Ausnahmegenehmigung bei der DFL gestellt. Der Unternehmer will noch in diesem Jahr die Mehrheit bei der Hannover 96 Management GmbH übernehmen.

Für eine Beibehaltung sprach sich zuletzt unter anderen Geschäftsführer Andreas Rettig vom Zweitligisten FC St. Pauli aus. Dass durch den Wegfall von "50+1" der Wettbewerb gestärkt werde, sei "blanker Unsinn", hatte er Ende Dezember der "Frankfurter Rundschau" gesagt.  © dpa

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