Schiedsrichter schulen: Diese "Experten" könnten dem DFB helfen

Der Videobeweis soll die Unparteiischen nicht mehr so oft bloßstellen und zum Narren halten. Zu diesem Zweck kündigt der DFB an, Ex-Profis an die Video-Tafel zu stellen und die Referees auf die Schulbank zu setzen. Damit diese Tricks durchschauen, ehe der Video-Assistent einschreiten muss. Bezüglich der Dozenten hätten wir ein paar Vorschläge.

Weltmeister Frank Mill, hier in seiner Frühphase als Zweitligastürmer bei Rot-Weiss Essen, könnte die erste Flugstunde zum Thema Schwalben halten.
Auf Mill könnte Jürgen Klinsmann folgen, der 1990 gemeinsam mit Mill im Weltmeister-Kader des DFB stand. Da hatte er die Landung nach diesem Zweikampf mit HSV-Torwart Heinz-Josef Koitka längst hinter sich. In England wurde Klinsi später für seine Abflüge "Diver" genannt.
Noch ein Weltmeister von 1990 mit gelegentlichen Standproblemen war Andreas Möller, rechts. Der Bochumer Yildiray Bastürk, links, hat offensichtlich von einer Berührung Möllers nichts mitbekommen. Es gibt aber auch Kandidaten, die sich als Gast-Dozenten aus dem Ausland anböten.
Auf die "Hand Gottes" redete sich Hannovers Leon Andreasen im Herbst 2015 nach seinem unbemerkt gebliebenen Armeinsatz gegen den 1. FC Köln und dessen entsetzten Torwart Timo Horn nicht hinaus. Der Schiedsrichter hatte Andreasen auch nicht dazu befragt.
Den deutschen Fußball-Fans ist der frühere Nationalstürmer Oliver Neuville - zu dessen Glück - mit seinem Siegtor gegen Polen bei der WM 2006 eher in guter Erinnerung geblieben. Schnell und leicht, wie er war, neigte Neuville aber auch zum Fallen. Hier gegen den Bielefelder Rüdiger Kauf.
Noch gehört Uruguays Luis Suarez nicht zu den Ex-Profis, und mit seinem Handspiel gegen Ghana bei der WM 2010 kam der Torjäger auch nicht durch. Er flog vom Platz. Trotzdem "lohnte" sich die Unsportlichkeit: Ghana verschoss den fälligen Elfmeter, Uruguay stieß ins Halbfinale vor.
A propos WM und Handspiel: Zur WM 2010 kam Irland gar nicht. Dafür Frankreich. Dank Thierry Henrys Hand. Der Torjäger bereitete das entscheidende Tor im WM-Playoff-Rückspiel irregulär vor. Irlands Protest blieb erfolglos.
Wieder Frankreich, wieder ein Handspiel, wieder zugunsten der Equipe Tricolore: Im Halbfinale der EM 2016 hoffte der deutsche Kapitän Bastian Schweinsteiger auf einen kurzsichtigen Schiedsrichter. Vergebens. Gastgeber Frankreich nutzte den geschenkten Elfmeter zur 1:0-Führung. Endstand: 2:0. Schweinsteiger selbst konnte sich seinen Blackout später auch nicht erklären.
Spätestens seit seinem absichtlichen Sturz gegen Schalke in der Saison 2016/17 wäre Timo Werner ein gesuchter "Fachmann", um die Schiedsrichter der Bundesliga bezüglich schmutziger Tricks auf den neuesten Stand zu bringen. Dafür müssen sie aber das Karriereende des Nationalstürmers abwarten - oder ihn bei nächster Gelegenheit direkt ansprechen.
Arjen Robben spielt ebenso genial wie gerissen Fußball. Manches Mal scheint der geflügelte Begriff des "fliegenden Holländers" nach einer Szene Robbens wie der obigen entstanden zu sein. Der Fairness halber muss aber bemerkt werden, dass hier Anderlechts Uros Spajic Robben tatsächlich quer im Weg liegt. Für den DFB hätte Robben eventuell schon ab kommendem Sommer Zeit.
Corentin Tolisso, rechts, lag im Champions-League-Spiel in Paris nicht quer. Der Franzose in Diensten des FC Bayern hatte das Pech, auf den wenig standfesten Brasilianer Neymar zu treffen. Auch bei Neymar würde eine Lehr-Anfrage des DFB aktuell noch ins Leere laufen. Noch.