So deutlich wurde Uli Hoeneß schon lange nicht mehr. Der Präsident des FC Bayern hat bei einem Auftritt in Liechtenstein klare Sätze über seine Zeit im Gefängnis, seinen Verein und den Konkurrenten Borussia Dortmund gesagt.

Uli Hoeneß ist seit einigen Monaten wieder beim FC Bayern aktiv, doch mit ausführlichen oder gar provokanten öffentlichen Auftritten hat sich der Präsident des Vereins meist zurückgehalten. Bis jetzt.

Fast dreimal so viele Teams: DFL plädiert für massive Aufstockung.

Die Schweizer Zeitung "Blick" hat ein Gespräch von Hoeneß in Liechtenstein protokolliert. Der Präsident des FC Bayern, der sich mit den anderen Verantwortlichen auf die Suche nach Verstärkungen begeben hat, war bei "Meet the president" aufgetreten. Rund 100 Gäste hatten für ihre Teilnahme viel Geld bezahlt.

Gekommen sind die meisten vermutlich nicht (nur) wegen des guten Essens, sondern wegen Hoeneß - der seine Gage übrigens spendete.

Hier finden Sie die wichtigsten Aussagen. Das ganze Gesprächsprotokoll können Sie hier nachlesen.

Hoeneß über den BVB an der Börse:

"Als Heiko Herrlich damals einen Gehirntumor hatte, musste Borussia Dortmund eine Ad-hoc-Meldung machen, weil man ja als börsenkotiertes (Schweizer Ausdruck für 'börsennotiert; Anm.d.Red.) Unternehmen eine so wichtige Meldung rausgeben muss. Wenn einer bei uns einen Gehirntumor hätte, würden wir einen Teufel tun, dies an die Öffentlichkeit zu tragen."

Linienrichter übergibt sich. Die Reaktion des Schiedsrichters ist der Hammer.

Hoeneß über eine europäische Fußballliga:

"Der FC Bayern hat sich (...) davon distanziert, denn eine Europa-Liga würde ja zwangsläufig dazu führen, dass die Bundesliga tot wäre. Wenn Bayern und Borussia Dortmund in dieser Europa-­Liga spielen würden, wäre die Bundesliga ja ein zweitklassiges Produkt. "

Hoeneß über die Finanzen des FC Bayern:

"Im Gegensatz zu den meisten Vereinen gehen wir immer in die Festgeld-Abteilung der Bank und nicht in die Kredit-Abteilung."

Hoeneß über die Mannschaft des FC Bayern:

"Die Medien machen ein Theater, wie wenn wir ein Altersheim hätten. Jedes Mal, wenn der Ribéry nach 70 Minuten raus muss, ruft er mich am Abend an und sagt: 'Jetzt habe ich genug, ich gehe!' Wir haben eine Mannschaft, die ein bisschen in die Jahre gekommen ist, aber für mich gibt's keine alten oder jungen Mannschaften, sondern nur gute und schlechte."

BVB-Coach äußert sich erstmals zu Gerüchten um seinen Abschied.

Hoeneß über das Gerichtsurteil gegen ihn:

"Ich bin der einzige Deutsche, der Selbstanzeige gemacht hat und trotzdem im Gefängnis war. Ein Freispruch wäre völlig normal gewesen. Aber in diesem Spiel habe ich klar gegen die Medien verloren."

Hoeneß über die von ihm bezahlten Summen:

"Ich habe über 40 Millionen Euro Strafe gezahlt, inklusive 18 Millionen Zinsen und 2 Millionen Kirchensteuer. Trotzdem entschied ich mich, ins Gefängnis zu gehen. "

Hoeneß über die Zeit nach dem Gefängnis:

"Wenn ich früher nach Bremen kam, haben die Leute (...) 'Hoeneß, du Arschloch!' geschrien. Das hat schon wehgetan. Jetzt war ich kürzlich wieder dort, da wollten 500 Leute ein Selfie mit mir machen. Da wusste ich, es war total richtig, das Urteil anzunehmen."

(sw)