Da war mehr drin: Der FC Bayern München kommt bei Real Madrid nicht über ein 2:2 hinaus und scheitert in der Champions League erneut an einer spanischen Mannschaft. In einer Szene werden die Münchner entscheidend benachteiligt - wie selbst der vermeintliche Sünder zugibt.

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Der FC Bayern München ist unglücklich und letztlich auch unnötig im Halbfinale der Champions League an Real Madrid gescheitert.

Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel reichte es im Estadio Santiago Bernabeu nur zu einem 2:2.

Die Münchner erspielten sich zwar wie schon vor einer Woche eine Vielzahl an Chancen, nutzten diese aber erneut zu selten.

Zudem wurde ihnen von Schiedsrichter Cüneyt Cakir wenige Augenblicke vor der Halbzeitpause ein Strafstoß verwehrt.

Nach einer Flanke von Joshua Kimmich blockte Real-Linksverteidiger Marcelo im Strafraum den Ball mit der Hand ab.

Die Entfernung war zwar sehr gering, doch die ungewöhnliche Handhaltung des Brasilianers hätte einen Elfmeterpfiff zur Folge haben müssen.

Bemerkenswert: Selbst Marcelo sah dies so. "Der Ball hat meine Hand getroffen, und wenn er meine Hand trifft, ist es ein Elfmeter", sagte der 29-Jährige nach dem Spiel zu spanischen Medien.

"Es ist schwierig, weil mich jetzt eine Menge erwartet, aber ich wäre ein Lügner, würde ich sagen, dass es kein Handspiel war", so Marcelo weiter.

Ärgerlich für die Bayern, die sonst die Chance gehabt hätten, mit 2:1 in Führung zu gehen.

Heynckes: "Nicht über Schiedsrichter diskutieren"

"Das ist natürlich ein Elfmeter", befand auch Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach der Partie, wollte das Ausscheiden aber nicht an dieser Entscheidung festmachen.

"Wir haben in beiden Spielen Geschenke an Madrid verteilt. Wir müssen da nicht über den Schiedsrichter diskutieren."

Schiedsrichter-Experte Alex Feuerherdt hätte in dieser Szene ebenfalls einen Strafstoß für die Bayern gegeben. "Erwartbarer Ball und Blick dorthin, Arm vom Körper abgewinkelt, unter Spannung und in die Schussbahn des Balles gebracht", nennt Feuerherdt die Gründe. "Assistent und Torrichter hätten helfen müssen."

Sky-Experte Lothar Matthäus glaubt, dass es bei einer vergleichbaren Situation im Münchner Sechzehner wahrscheinlich einen Elfmeter für Real gegeben hätte.

"Wenn es eine 50:50-Geschichte in dem einen oder anderen Strafraum in Madrid gibt, wird es meistens unterschiedlich bewertet", sagte der Rekordnationalspieler.

Liverpool oder Rom? Real wartet auf seinen Final-Gegner

Am Ende bringen den Münchnern alle Diskussionen nichts mehr. Zum fünften Mal in Folge scheitern sie an einer spanischen Mannschaft in der K.-o.-Phase der Champions League.

Real hat hingegen die Chance, am 26. Mai in Kiew zum dritten Mal in Serie die Königsklasse zu gewinnen.

Gegner ist entweder der FC Liverpool oder AS Rom, die beiden Teams treffen heute Abend in der italienischen Hauptstadt aufeinander (20:45 Uhr, LIVE bei Sky und bei uns im Ticker).

Nach dem 5:2-Hinspielerfolg gehen die Reds als Favorit ins Rückspiel. (tfr)

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