Der FC Bayern hat die Pflichtaufgabe RSC Anderlecht in der Champions League halbwegs souverän gelöst. Die Störfeuer sind deshalb jedoch noch lange nicht erloschen. Für neuen Ärger sorgt ein wütender Franck Ribéry.

Die Stimmungslage beim FC Bayern bleibt früh in der Saison arg angespannt - trotz des 3:0-Siegs gegen RSC Anderlecht in der Champions League.

Thomas Müller schob am Vorabend seines 28. Geburtstages erneut bis zu seiner späten Einwechslung Frust auf der Ersatzbank.

Für die Diskussion des Abends sorgte jedoch ein anderer: Franck Ribéry riss sich nach seiner Auswechslung das Trikot vom Leib und schleuderte es wütend auf die Bank.

Auch einen Handschlag mit Trainer Carlo Ancelotti verweigert der Franzose.

Dass Sportdirektor Hasan Salihamidzic versuchte, beruhigend auf ihn einzuwirken, schien völlig zu verpuffen.

Was war der Grund für Ribérys Frust?

Über den Grund für Ribérys Ausraster kann nur spekuliert werden. Vermutlich war der 34-Jährige tatsächlich einfach nur wütend über seine Auswechslung.

Beim in großen Teilen pomadigen Auftritt der Bayern war Ribéry noch einer der stärksten Akteure auf dem Platz, initiierte häufig Angriffe. Offenbar hätte er gerne noch länger gespielt, um seiner Mannschaft zu helfen, den Sack endgültig zuzumachen.

Rüge von Hasan Salihamidzic

Sportdirektor Hasan Salihamidzic rügte den Franzosen für sein Fehlverhalten. "Das darf nicht passieren beim FC Bayern München. Das ist nicht okay. Da werden wir sprechen drüber", kündigte er an.

Auch Trainer Ancelotti erwartet eine Erklärung von Ribéry: "Ich werde ihn fragen, warum er so reagiert hat", sagte der Italiener nach dem Spiel in der Pressekonferenz.

Deshalb musste Franck Ribéry raus

Er habe Ribéry im Übrigen nicht wegen seiner Leistung ausgewechselt, "die war gut", erklärte der Italiener.

"Es waren zehn Minuten vor Ende, wir hatten das Spiel unter Kontrolle. Und er hatte am Sonntag ein kleines Problem und konnte nicht trainieren, deswegen wollte ich ihm eine Pause geben."

Ein Mannschaftskollege zeigt immerhin Verständnis für Ribérys Ausraster. "Soll er lachen und sich freuen, oder was?", sagte Jerome Boateng nach dem Spiel in der Mixed Zone. "Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht und wird ausgewechselt. Ich kann seine Reaktion verstehen." (ska/dpa)