Fast wäre es noch schief gegangen: Nach einem kuriosen Spiel darf der FC Liverpool über den Finaleinzug in der Champions League jubeln, obwohl das Team von Jürgen Klopp mit 2:4 im Rückspiel beim AS Rom verliert. Die Römer hadern nach dem Spiel vor allem mit dem Schiedsrichter.

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Da wäre dem AS Rom nach dem Rauswurf des FC Barcelona im Viertelfinale doch glatt fast das zweite Wunder gelungen. Nach der 2:5-Niederlage der Roma beim FC Liverpool im Hinspiel hatten eigentlich nur noch eingefleischte Romanista an den Einzug ins Finale der Champions League geglaubt.

Doch nach dem Spiel muss man sagen: Der FC Liverpool kann tatsächlich froh sein, dass es noch gereicht hat mit dem Königsklassen-Endspiel.

Das ließ auch Jürgen Klopp nach der 2:4-Niederlage seiner Mannschaft durchblicken: "Es fällt mir schwer, das in Worte zu fassen. Das Spiel war wahnsinnig intensiv zum Anschauen. Es war fast unser schlechtestes Spiel in der Champions League und auch eine verdiente Niederlage", erklärte er bei Sky.

Liverpools Sadio Mané (9. Minute) und Georginio Wijnaldum (25.) hatten die entscheidenden Treffer der Reds im Halbfinal-Rückspiel erzielt. Bei vier Gegentoren geriet der Einzug ins Finale aber tatsächlich in den Schlussminuten noch einmal in Gefahr.

James Milner (15.) unterlief per Kopfball ein kurioses Eigentor, Edin Dzeko (51.) erzielte den zweiten Ausgleich. Und Radja Nainggolan (86./90.+4/Handelfmeter) traf zum späten Sieg.

Sowohl am Auftreten der Offensive rund um den eigentlich stets furiosen Mo Salah, als auch am Auftritt seiner Verteidigung hatte Klopp etwas auszusetzen: "Normalerweise sind die drei da vorne richtig involviert, heute aber irgendwann nicht mehr. Die beiden Tore am Ende sind wie Zahnweh, das braucht kein Mensch. Heute mussten wir das erste Mal ein bisschen Glück in Anspruch nehmen, aber das passt schon."

"Eine einzige Peinlichkeit"

Ein bisschen Glück hatte der FC Liverpool auch mit Schiedsrichter Damir Skomina, zumindest wenn man es mit den Römern hält. "Das, was wir gesehen haben, ist nicht akzeptabel", wütete Roma-Sportdirektor Monchi nach dem Spiel.

Besonders zwei Szenen stoßen den Italienern sauer auf. "Es waren zwei Fehlentscheidungen. Das ist ein absoluter Witz. Um ehrlich zu sein, ist so etwas wie heute eine einzige Peinlichkeit", kann sich Roma-Präsident James Pallotta gar nicht mehr beruhigen.

"Ihr könnt euch das alle anschauen: Dzeko war nicht im Abseits, wird elfmeterreif gefoult. Das Handspiel hat jeder auf der Welt gesehen, nur die Leute auf dem Platz nicht. Das wäre übrigens auch Rot gewesen, wir hätten ab der 63. Minute gegen zehn Mann gespielt."

Es sei an der Zeit, dass der italienische Fußball seine Stimme erhebe, erklärte Sportdirektor Monchi außerdem. "Juventus wurde auch in Europa benachteiligt. Im Hinspiel gab es ein Abseitstor. Heute Abend wurden uns zwei Elfmeter für die Roma verwehrt. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man im prestigeträchtigsten Klubwettbewerb der Welt auf einen Video-Assistenten verzichten kann. In der nächsten Saison muss das geändert werden, um diese Art von Fehlern zu verhindern."

Francesco Totti, Klub-Legende und Manager der Roma, konzentrierte sich hingegen lieber auf die positiven Seiten des Halbfinals: "Unsere Champions-League-Saison endet mit einem Sieg – einem bis zum Schlusspfiff erkämpften, ersehnten und heiß begehrten", erklärte er.

"Wir haben verdient mit harter Arbeit das Halbfinale erreicht. Darauf können wir aufbauen".

So sehen Sie das CL-Finale zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool live im TV und im Livestream

(ska)

Mit Material der dpa
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