Rassismus-Eklat beim Champions-League-Quali-Spiel von Bayer Leverkusen in Rom: Nach rassistischen Sprechchören der Fans von Lazio Rom hat Schiedsrichter Jonas Eriksson mit einem Abbruch der Partie gedroht.

Die Anhänger des italienischen Clubs hatten beim Playoff-Hinspiel zur Champions League am Dienstag in Rom zwischen Lazio und Bayer Leverkusen (1:0) die dunkelhäutigen Spieler des Bundesligisten ausgebuht. Vor allem wenn Wendell oder Jonathan Tah am Ball waren, waren Affenlaute aus dem Lazio-Block zu hören.

Der Stadionsprecher rief die Fans des Serie-A-Clubs von Miroslav Klose daraufhin auf Geheiß des Unparteiischen auf, die Rufe zu beenden. Andernfalls werde die Partie abgebrochen. "Wir sagen Nein zu Rassismus", sagte der Sprecher. Mit der Durchsage des Stadionsprechers wurde die erste von drei möglichen UEFA-Sanktionsstufen eingehalten.

Laut Lazio-Sportdirektor Igli Tare sei die Drohung übertrieben gewesen: "Das waren gar keine rassistischen Beleidigungen", zitiert "Sport1" den ehemalige Bundesliga-Profi: "Buuuh ist rassistisch, aber uuuh ist, wenn man einem Gegner Angst machen oder beleidigen möchte. Aber nicht auf rassistische Art und Weise."

Es ist nicht das erste Mal, dass Lazio-Fans mit rassistischen Fangesängen auffallen. Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Geldstrafen gegen den Verein verhängt. (cai/dpa)