Der Kampf um die begehrten Bundesliga-Plätze drei und vier spitzt sich zu. Union und Freiburg sind im Vorteil, auch Leipzig hat es in eigener Hand.

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Nicht nur im Titelrennen und im Kampf um den Klassenerhalt geht es in der Fußball-Bundesliga spannend zu. Auch die Plätze drei und vier, die zur Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison berechtigen, sind heiß umkämpft. Die Ausgangslage der aussichtsreichsten Kandidaten im Überblick:

1. FC Union Berlin (56 Punkte)

Zum womöglich vorentscheidenden Duell mit dem SC Freiburg werden sich die Unioner erst recht auf ihre Fans verlassen können. Den aktuell punktgleichen Verfolger empfangen die Eisernen am 13. Mai im Stadion An der Alten Försterei. Dort, wo der Club aus Köpenick seit 21 Bundesliga-Spielen ungeschlagen ist - Einstellung des Vereinsrekords. "Sie haben diese Saison hier nicht verloren und wir haben heute gespürt, warum", sagte Bayer Leverkusens Trainer Xabi Alonso nach dem 0:0 am Samstag.

Beim FC Augsburg, daheim gegen Freiburg, bei der TSG 1899 Hoffenheim und am letzten Spieltag daheim gegen den SV Werder Bremen: ein Restprogramm mit großer Punktemöglichkeit für die Mannschaft von Trainer Urs Fischer. Dass dem Schweizer dafür nun auch noch Rückkehrer András Schäfer zur Verfügung steht, sollte die Chancen auf den erstmaligen Einzug der 2019 in die Bundesliga aufgestiegenen Unioner noch mal stärken.

SC Freiburg (56 Punkte)

Klar ist: Schon jetzt spielt der Sport-Club die beste Saison der Vereinsgeschichte. 56 Punkte hatten die Freiburger seit Einführung der Dreipunkteregel am Saisonende noch nie auf dem Konto. Nun bereits nach 30 von 34 Spieltagen. "Wir schauen, was dabei rauskommt", sagte der in puncto Zielsetzung stets zurückhaltende Trainer Christian Streich.

Gelingt nun die erstmalige Qualifikation für die Königsklasse? Am Dienstag steht das Duell mit RB Leipzig im Halbfinale des Pokals an, nur fünf Tage später kommen die Sachsen in der Bundesliga nach Freiburg. Eine Woche danach geht es für das Streich-Team zu Union Berlin - erneut ein Kräftemessen mit einem Tabellennachbarn. Am vorletzten Spieltag treffen die heimstarken Freiburger auf den VfL Wolfsburg, ehe es zum Abschluss zu Eintracht Frankfurt geht. "Was gibt es Schöneres, als vier Spiele vor Schluss um die Champions League zu kämpfen? Das wird bei uns sicher nochmal Kräfte freisetzen", sagt SC-Kapitän Christian Günter.

RB Leipzig (54 Punkte)

Die Freiburg-Woche wird für RB schon vorentscheidend für die Ziele in dieser Saison, auch wenn Kapitän Willi Orban den Königsklassenkampf "bis zum letzten Spieltag" sieht. Immerhin muss der deutsche Pokalsieger am 20. Mai noch beim FC Bayern antreten. Bis dahin müssen die Leipziger "Schritt für Schritt den Berg erklimmen. Da ist dann schon entscheidend, in Freiburg zu punkten, möglicherweise auch zu gewinnen", sagte Orban.

Im Saisonendspurt könnte Christopher Nkunku bei seiner Abschiedstour in Richtung FC Chelsea zum Erfolgsgaranten werden. "Seine Tiefenläufe tun uns extrem gut, seine Präsenz am Ball, seine Torgefährlichkeit. Ich glaube, dass er in den letzten Spielen noch einmal ein ganz wichtiger Faktor wird", sagte Routinier Kevin Kampl. Auch der Spanier Dani Olmo kämpft für seine Zukunft. Die Champions-League-Qualifikation dürfte eine gute Grundlage für eine vorzeitige Vertragsverlängerung sein. "Wir sprechen gut", sagte Sportvorstand Max Eberl nach dem 1:0 gegen Hoffenheim.

Bayer Leverkusen (48 Punkte)

Acht Punkte Rückstand auf den Tabellendritten Union Berlin und den Vierten SC Freiburg bei noch vier ausstehenden Spielen sind für Bayer Leverkusen kaum aufzuholen. Dennoch wolle man Druck auf die vorderen Teams ausüben, sagte Sportchef Simon Rolfes. "Wir werden alles geben, dass wir weiter klettern", sagte der 41-Jährige. Seit 14 Pflichtspielen sind die Leverkusener unbesiegt. Doch der 14-malige Champions-Teilnehmer hat auch noch die Chance auf die Joker-Karte. Mit dem Gewinn der Europa League würden sich die Rheinländer - wie in der vergangenen Saison Eintracht Frankfurt - das Ticket für den fünften deutschen Königsklassen-Teilnehmer sichern. (Jens Marx, Max Wendl, Frank Kastner und Morten Ritter, dpa)

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