Der Hamburger SV scheitert als erster Bundesligist in der ersten Pokalrunde. 13 Erstligisten sind dagegen weiter - gleichwohl wartet auf die meisten Clubs bis zum Saisonstart in einer Woche noch einige Arbeit. Das Thema Dembélé nervt beim BVB.

Der Hamburger SV hat sich gegen zehn Drittliga-Kicker des VfL Osnabrück blamiert. Während sich die anderen 13 Bundesligisten bis zum frühen Sonntagabend in der ersten Runde des DFB-Pokals schadlos hielten, verlor der HSV am Sonntag trotz 72-minütiger Überzahl mit 1:3 (0:1) in Osnabrück und steht vor dem Saisonstart gehörig unter Druck.

Ansonsten geriet kaum einer der Erstligisten ernsthaft in Gefahr, sich mit einer Erstrunden-Pleite bei einem unterklassigen Gegner zu blamieren. Anders als in früheren Jahren, in denen stets einige Favoriten strauchelten, schlug noch nicht die Stunde der Außenseiter.

BVB von Dembélé-Thema genervt

DFB-Pokal: Auch der BVB konnte Pflichtaufgabe problemlos lösen.


Sogar der nach mäßigen Leistungen in der Vorbereitung kritisierte FC Bayern München scheint rechtzeitig vor dem Bundesliga-Aufgalopp am Freitag (20.30 Uhr) gegen Bayer Leverkusen in die Spur zu kommen. Das lockere 5:0 beim Drittligisten Chemnitzer FC kommentierte Trainer Carlo Ancelotti jedenfalls mit Genugtuung. Der Italiener lobte "Spirit und Einstellung" und freute sich über die Rückkehr von Arjen Robben und David Alaba.

Die Hoffnung ist groß, dass auch Weltmeister-Torhüter Manuel Neuer nach seinem Fußbruch schon gegen Bayer zwischen die Pfosten rückt. "Man merkt unserem Team an, dass nun alle zusammen trainieren können. Das tut der Mannschaft gut", sagte Bayerns neuer Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Auch Pokalverteidiger Borussia Dortmund übersprang die erste Hürde beim Verbandsligisten 1. FC Rielasingen-Arlen (4:0) ohne Mühe. Gleichwohl könnte es um die BVB-Stimmung besser bestellt sein, denn das Wechseltheater um Ousmane Dembélé nervt.

Nachdem der 20 Jahre alte Offensivspieler, der seinen Transfer zum FC Barcelona forcieren will, unerlaubt das Training in Dortmund geschwänzt hatte, wurde er von der BVB-Führung mit einer Geldstrafe belegt und - zunächst bis nach dem Pokalspiel - vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert.

Gutes Wochenende für Bundesligisten

DFB-Pokal: Auch Jahn Regensburg und Düsseldorf können noch hoffen.


Am Sonntag verlängerten die Clubbosse Dembélés Verbannung "bis auf Weiteres". Das Klima zwischen dem Profi und dem Club ist vergiftet. Es dürfte erst Ruhe einkehren, wenn sich der BVB mit dem spanischen Topclub, der einen Nachfolger für den nach Paris abgewanderten Neymar sucht, auf den Transfer verständigt.

"Unser Fokus liegt jetzt auf einer konzentrierten Vorbereitung der Mannschaft auf den Bundesliga-Auftakt in Wolfsburg", betonte BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Sonntag. Man werde das Thema nun nicht mehr kommentieren.

Zwar rumpelte es hier und da auch bei den anderen Bundesliga-Clubs. Doch setzten sich immer die Favoriten durch: Leverkusen (3:0 n.V. in Karlsruhe) und Mönchengladbach (2:1 in Essen) schafften bereits am Freitag den Sprung in die zweite Pokalrunde.

Am Samstag folgten Köln (5:0 in Bremerhaven), Mainz (3:1 in Lüneburg), Freiburg (2:1 beim Petersen-Familienduell in Halberstadt), Bremen (3:0 bei den Würzburger Kickers), Hoffenheim (1:0 in Erfurt) und Frankfurt (3:0 beim TuS Erndtebrück).

Am Sonntag kamen Hannover (6:2 in Bonn), Wolfsburg (1:0 in Norderstedt) und Leipzig (5:0 bei Sechstligist Dorfmerkingen) eine Runde weiter. Auch union Berlin konnte sich in der Verlängerung gegen Saarbrücken durchsetzen.

Im Einsatz waren am Sonntagabend noch der FC Augsburg (in Magdeburg) und der VfB Stuttgart (in Cottbus). Am Montag beschließen Schalke 04 beim BFC Dynamo in Berlin und Hertha BSC bei Hansa Rostock die erste Runde.

Viermal flog Werder Bremen in den vergangenen Jahren schon in der ersten Runde aus dem DFB-Pokal. Doch diesmal passierte das nicht. Gegen die Würzburger Kickers kam Werder locker weiter.


© dpa