Felix Zwayer äußert sich erstmals zu der umstrittenen Elfmeter-Entscheidung kurz vor Spielende im Pokalfinale. Seine Aussage überrascht.

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Schiedsrichter Felix Zwayer hat zwei Tage nach dem DFB-Pokalfinale seine Entscheidung verteidigt, in der Schlussphase keinen Foulelfmeter für den FC Bayern zu geben.

"Auf den Bildern habe ich keinen Kontakt gesehen, der mich überzeugt hat, meine ursprüngliche Wahrnehmung und Entscheidung zu ändern. Auch mit dem Abstand von zwei Tagen stehe ich zu dieser Entscheidung", sagte Zwayer dem Magazin "Kicker".

"Eckstoß war meine ursprüngliche Entscheidung, obwohl ich gesehen habe, dass Martínez zu Fall gekommen war. Mir war allerdings nicht klar, warum, der Ablauf des Zweikampfes sah merkwürdig aus", argumentierte Zwayer. Da habe er den Video-Assistenten konsultiert.

Bastian Dankert habe ihn nach Ansicht der Bilder informiert, "es liege ein Kontakt vor, ich solle mir die Bilder aber bitte nochmal selbst anschauen".

Zwayer: "Treffer und Wirkung passen nicht zusammen"

Javi Martínez habe "den getroffenen Fuß noch ohne Bewegungsänderung und stabil auf dem Boden aufsetzt, bevor sein anderes Bein abhebt, nach vorne fliegt und er hinfällt". Treffer und Wirkung hätten nicht zusammengepasst.

Den Wirbel um seine Entscheidung könne er indes durchaus verstehen, sagte der Schiedsrichter. "Fast alle dachten wohl: Okay, jetzt schaut sich Zwayer die Szene an. Dann wird er den Kontakt sehen und Elfmeter geben. Aber ein Kontakt ist nicht automatisch eine strafbare Handlung."

Zweikämpfe müssten im Fußball trotz Videobeweis weiter bewertet und eingeordnet werden.

Das betonte er später in einem dpa-Interview: "Es handelt sich sicher nicht um eine Schwarz-Weiß-Szene, für die es eine 100 Prozent korrekte und von allen akzeptierte Lösung gibt. Es gibt Argumente für und gegen Strafstoß. Es ist also eine Entscheidung im Ermessen des Schiedsrichters."

Schiedsrichterkommission kann Argumentation nachvollziehen

"Wir können die Argumentation von Felix Zwayer nachvollziehen", sagte Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich auf Anfrage des "Kicker".

Er schränkte aber ein: "Gleichwohl machen wir uns in der Kommission intensiv Gedanken darüber, ob solche Entscheidungen am Ende in der Öffentlichkeit noch nachvollziehbar sind, da es dort schon eine erdrückende Meinungsmehrheit in Richtung Strafstoß gibt."

Die Münchner hatten nach ihrer 1:3-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt erbost reagiert, weil Zwayer nach einer Attacke von Kevin-Prince Boateng gegen Javi Martínez auch nach Ansicht der Fernsehbilder dabei blieb, auf Eckball zu entscheiden.

Für Zwayer war es nicht der erste unglückliche Auftritt dieser Saison. Beim Zweitrundensieg der Bayern gegen RB Leipzig schimpften Ralf Rangnick & Co. massiv über den Berliner. Ende Oktober schaute Zwayer seine fragwürdige Elfmeterentscheidung beim Bundesligaspiel zwischen Wolfsburg und Hoffenheim noch einmal an - und blieb dabei. (ank/mc/dpa)

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