Das DFB-Pokalhalbfinale zwischen dem FC Bayern und Werder Bremen (heute um 20:30 Uhr) ist auch das Duell der Top-Angreifer Robert Lewandowski und Claudio Pizarro. Wir haben die beiden Stürmer miteinander verglichen und sind zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.

Der Spieler:

Bayern-Stürmer Robert Lewandowski kommt der Vorstellung des perfekten Stürmers ziemlich nahe. Der Pole ist schnell, athletisch, schuss- und kopfballstark und ein edler Techniker mit gutem Auge.

Lewandowski brilliert nicht nur im Abschluss, sondern auch als sogenannter Wandspieler, der dank seiner überragenden Technik in der Lage ist, schwierige Zuspiele schnell zu verarbeiten und weiterzuleiten. Darüber hinaus ist Lewandowski neben seinen fußballerischen Fertigkeiten ein sehr intelligenter Spieler, der situativ meist die richtigen Entscheidungen trifft.

Es gibt da kaum zwei Meinungen: Robert Lewandowski ist einer der besten Stürmer der Welt.

Claudio Pizarro ist gewissermaßen die Vorgänger-Version von Lewandowski. Auch der Bremer Stürmer ist ein kompletter Spieler mit überragender Technik und großer Abschlussstärke. In einigen Disziplinen ist der Peruaner Lewandowski vielleicht sogar voraus, im Kopfballspiel etwa.

Vor allen Dingen aber verfügt Pizarro auch dank seiner Erfahrung über einen überragenden Torriecher. Dennoch: Pizarro ist mit seinen 37 Jahren fußballerisch nicht auf dem Niveau von Lewandowski. Pizarro kann vermutlich all das, was Lewandowski auch kann - nur nicht mehr so schnell, so hart und so präzise.

Vorteil Lewandowski

Die Tore:

Wenn Bayern-Trainer Pep Guardiola Robert Lewandowski nicht gerade eine Auszeit gönnt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Pole trifft. In 29 Bundesligaspielen in dieser Saison hat Lewandowski sagenhafte 27 Tore erzielt. Im Pokal traf er in vier Spielen drei Mal. Es flutscht ziemlich gut bei ihm in dieser Spielzeit.

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Claudio Pizarro ist nicht ganz so erfolgreich mit 13 Toren aus 24 Spielen in der Liga. Die Quote ist dennoch stark, gerade vor dem Hintergrund, dass er bei einem Abstiegskandidaten spielt und nicht - wie Lewandowski - bei der alles überragenden Bundesliga-Mannschaft. Im DFB-Pokal war Pizarro in drei Spielen zwei Mal erfolgreich.

Vorteil Lewandowski

Die Erfolge:

Claudio Pizarro hat eine wahnsinnig erfolgreiche Fußballerkarriere hingelegt: Er wurde unter anderem sechs Mal Deutscher Meister, sechs Mal DFB-Pokalsieger, Champions-League-Sieger sowie Weltpokalsieger. Pizarro ist zudem mit derzeit 102 Liga-Treffern der erfolgreichste Spieler in der Vereinsgeschichte von Werder Bremen.

Die Bilanz von Robert Lewandowski mit drei Meistertiteln in der Bundesliga und einem DFB-Pokalsieg liest sich vergleichsweise bescheiden. Doch ist er zehn Jahre jünger als Pizarro und sicher werden bei Lewandowski noch einige Titel dazukommen.

In dieser Saison etwa ist den Bayern die Meisterschaft praktisch nicht mehr zu nehmen, in der Champions League stehen die Münchner im Halbfinale und heute können sie sich für das Pokalfinale in Berlin qualifizieren - wenn Pizarro nichts dagegen hat.

Vorteil Pizarro

Die Persönlichkeit

Claudio Pizarro erfüllt ein klein wenig das südamerikanische Klischee: Uli Hoeneß nannte ihn einst einen "Schlawiner", und Claudio Pizarro sagt dasselbe über sich selbst. Der Peruaner ist ein offener, zugänglicher Typ, der eine große Lockerheit ausstrahlt. Er wird von Gegnern, Mitspielern und Fans nicht nur respektiert, sondern er erfährt große Zuneigung. In Bremen ist er Publikumsliebling sowie teamintern eine Leitfigur.

Robert Lewandowski ist ein gänzlich anderer Charakter. Im Vergleich zu Pizarro ist er ruhiger und distanzierter. Der Pole gibt nicht viel von sich preis, er ist freundlich und geduldig im Umgang mit den Medien. Doch sein Fokus gilt voll dem Spiel, weniger dem Tamtam abseits des Rasens. Das macht ihn durchaus sympathisch.

Ein Publikumsliebling und eine Leitfigur wird er vermutlich wegen seines zurückhaltenden Charakters aber nie werden.

Vorteil Pizarro

Der Wert für die Mannschaft:

Da Robert Lewandowski dem Ideal eines Stürmers nahe kommt, möchte man auf ihn nur ungerne verzichten - Bayern-Trainer Pep Guardiola tut es trotzdem hin und wieder.

Der Spanier kann dies auch, weil er einen derart hochwertigen Kader hat und gerne mal den nicht minder torgefährlichen Thomas Müller oder das hoch veranlagte Sorgenkind Mario Götze als Spitze aufbietet. Doch wenn es in der Champions League gegen die ganz Großen geht, wird Guardiola mit ziemlicher Sicherheit dem fast perfekten Lewandowski das Vertrauen schenken.

Legenden sind meist in der Vergangenheit verortet. In Bremen ist das anders. Claudio Pizarro ist ein legendärer Stürmer, der immer noch trifft und an dem sich Mitspieler und Fans aufrichten. Sein Wert für die Mannschaft ist noch um einiges höher anzusiedeln als bei Lewandowski.

Vorteil Pizarro

Endstand: Lewandowski - Pizarro 2:3