Die bessere Mannschaft ist im zweiten Halbfinale der EM 2016 ausgeschieden - so lautet zumindest die einhellige Meinung im DFB-Lager. Doch war Deutschland bei der 0:2-Niederlage gegen Frankreich wirklich überlegen?

Joachim Löw gab sich nach der 0:2-Niederlage im EM-Halbfinale gegen Frankreich trotzig. Seine Mannschaft habe ein "Klasse-Spiel gemacht" und "klar dominiert", sagte der Bundestrainer im Interview mit dem ZDF. Torwart Manuel Neuer befand, dass das 0:2 "natürlich kein faires Ergebnis" sei.

Die Reaktionen zur Halbfinal-Niederlage der DFB-Elf gegen Frankreich.

Für Mittelfeldspieler Toni Kroos war es sogar "das beste Spiel" der Deutschen bei dieser EM, auch DFB-Präsident Reinhard Grindel sah "eine sehr starke Leistung". Doch war Deutschland wirklich so viel besser als der Gegner?

Die meisten statistischen Werte sprechen tatsächlich für die DFB-Elf. Deutschland hatte beispielsweise deutlich mehr Ballbesitz als Frankreich. Teilweise erinnerte das Match an eine Partie des FC Bayern oder des FC Barcelona.

67,8 Prozent der Spielzeit hatte ein deutscher Kicker den Ball am Fuß. Insgesamt spielte die DFB-Elf 643 Pässe - und damit 341 Pässe mehr als der Gegner.

Auch die Passquote sprach für die deutsche Mannschaft. Mehr als 88 Prozent der Bälle kamen zum Mitspieler. Bei Frankreich waren es nur 78 Prozent.

Relativ ausgeglichen war hingegen die Verteilung der Torchancen. 18 Mal gaben die Deutschen einen Torschuss ab, 16 Mal die Franzosen. Bei den Versuchen, die aufs Tor gingen, lag Frankreich mit 6:5 sogar knapp vorne.

Die Eckballstatistik ging mit 6:5 knapp zugunsten des Weltmeisters aus, auch die Zweikampfstatistik sprach mit 52 zu 48 Prozent knapp für die DFB-Elf.

Doch letztlich sind diese Werte kaum von Bedeutung. Denn in der entscheidenden Statistik - die der erzielten Tore - lag am Ende leider Frankreich vorn ... (tfr)