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EM 2016: DFB-Team

EM 2016: Deutschland gegen Italien - Historische Duelle

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Jahrhundertspiel in Mexiko, Ende des Sommermärchens in Dortmund und die "Watschn" von Warschau. Deutschland hat Italien bei einem großen Turnier noch nie bezwingen können - und schon einige bittere Niederlagen einstecken müssen. Am Samstag kommt es in Bordeaux zum erneuten Aufeinandertreffen mit der "Squadra Azzurra" im EM-Viertelfinale der EM 2016.

29. März 2016: Deutschland schlägt Italien und dann gleich mit 4:1. Nur blöd, dass es ein Freundschaftsspiel war. Dennoch war es eine "Watschn" für die "Squadra Azzurra". Das Team kündigte bereits an, sich dafür im EM-Viertelfinale revanchieren zu wollen. Geht es nach der Statistik, dürfte es auch dazu kommen. Denn noch nie hat die DFB-Elf ein EM- oder WM-Spiel gegen Italien gewonnen. Ein Rückblick auf die größten Duelle.
31. Mai 1962, WM-Gruppenphase, Santiago de Chile - 0:0: Noch ist Deutschland gegen Italien kein Fußball-Klassiker. Zum WM-Start in Chile treffen Helmut Haller, Uwe Seeler und Co. auf die Squadra Azzurra. Ein zäher Start in das Turnier. In Italiens Tor steht ein Vetter des Großvaters des heutigen Schlussmannes Gianluigi Buffon. Er hält wie Wolfgang Fahrian im deutschen Tor die Null.
17. Juni 1970, WM-Halbfinale, Mexiko-Stadt - 3:4 n.V.: Das Jahrhundertspiel. Ein Mythos. Deutschland hat das Spiel eigentlich schon verloren. Dann gleicht Italien-Legionär Karl-Heinz Schnellinger in der 90. Minute zum 1:1 aus. Die Verlängerung ist Legende. Franz Beckenbauer verteidigt mit ausgekugelter Schulter und Schlüsselbeinbruch, den Arm in der Binde. Deutschland führt. Italien schlägt zurück. Italien führt. Deutschland schlägt zurück. Doch Gianni Rivera sorgt für die Entscheidung. Fünf Tore in 17 Minuten, ein Spiel für die Ewigkeit.
14. Juni 1978, WM-Zwischenrunde, Buenos Aires - 0:0: Keine Spur von Jahrhundertspiel. Nach zwei Nullnummern in der Gruppenphase gegen Polen und Tunesien schießt Weltmeister Deutschland auch gegen Italien kein Tor. Schlimmer noch: Das Remis ist glücklich. Die "Squadra Azzurra" trifft die Latte. Manfred Kaltz rettet per Hacke auf der Linie. Das Remis ist ein Fingerzeig für das bevorstehende Scheitern. In Argentinien gelingt kein Sieg mehr. Das bittere Turnier-Aus kommt wenige Tage später beim 2:3 gegen Österreich.
11. Juli 1982, WM-Finale, Madrid - 1:3: Deutschland hat auf dem Weg ins Finale bei der Schande von Gijon und dem Brutalo-Foul von Toni Schumacher viele Sympathien verloren. Italien hat nach einer biederen Vorrunde immerhin Argentinien und Brasilien geschlagen. Das Finale ist eine relativ einseitige Angelegenheit. Innerhalb von 24 Minuten schießen Paolo Rossi, Marco Tardelli und Alessandro Altobelli (im Bild) Italien zum dritten WM-Sieg. Deutschland kann durch Paul Breitner nur noch verkürzen.
10. Juni 1988, EM-Gruppenphase, Düsseldorf - 1:1: Das erste EM-Duell beider Länder eröffnet das Turnier in Deutschland. Im Düsseldorfer Rheinstadion ist die DFB-Elf Favorit. Italien ist aber die bessere Mannschaft. Roberto Mancini bringt die "Squadra Azzurra" verdient in Führung. Dann hält deren Torwart Walter Zenga den Ball zu lange fest. Den fälligen indirekten Freistoß verwandelt Andreas Brehme (im Bild) zum schnellen Ausgleich. Es bleibt beim Remis. Beide Teams scheitern später im Halbfinale.
19. Juni 1996, EM-Gruppenphase, Manchester - 0:0: Diesmal ist Deutschland in gewisser Weise immerhin moralischer Sieger. Andreas Köpke hält einen Elfmeter von Gianfranco Zola (im Bild). Die DFB-Elf zieht ohne Gegentor als Gruppensieger ins Viertelfinale ein. Für Italien folgt der Schock. Weil Tschechien ein Last-Minute-Remis gegen Russland gelingt, fährt die "Squadra Azzurra" nach der Vorrunde heim. Deutschland krönt sich in Wembley später zum Europameister.
28. Juni 2012, EM-Halbfinale, Warschau - 1:2: Diesmal kann eigentlich nichts schiefgehen. Deutschland ist nach vier Siegen in bester EM-Laune und denkt schon an ein Finalduell mit Titelverteidiger Spanien. Doch Bundestrainer Joachim Löw verzockt sich, entblößt die rechte Seite. Italien schlägt in Person von Mario Balotelli eiskalt zu. Der Stürmer demütigt die DFB-Profis auch noch mit seinem Muskelprotzen. Was für eine "Watschn" in Warschau. Es ist der Tiefpunkt für Löw, der erst mit dem WM-Triumph zwei Jahre später aufgearbeitet ist.
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