Sorgen macht sich Bundestrainer Joachim Löw nach dem 0:0 gegen Polen noch keine. "Solche Abnutzungskämpfe waren zu erwarten", sagte er nach dem Spiel. Andernorts wird die Leistung des DFB-Teams weniger gütig aufgenommen. Die Pressestimmen.

Deutschland

11 Freunde: "Die Unvollendeten. Erstes torloses Spiel bei dieser EM. Im Endeffekt tut das weder den Deutschen noch den Polen weh. Aber wirklich prickelnd war das Spiel nicht. (...) Verloren ist also nichts, doch gewonnen ist eben auch noch nichts. Zufrieden kann der Bundestrainer eigentlich nicht sein. Zu pomadig spielte seine Mannschaft über weite Strecken des Spiels, dass am Ende Jerome Boateng, ein Abwehrspieler, zum Spieler des Spiels gewählt wurde, sagt einiges."

Sport 1: "Das Spiel gegen Polen hat aufgedeckt, wo die Schwächen der deutschen Mannschaft liegen. Die Leistung der Elf von Bundestrainer Joachim Löw beim ersten 0:0 der Europameisterschaft wirft noch mehr Fragen auf als das auch nicht immer souveräne Auftaktspiel gegen die Ukraine. Von einer taktischen Marschroute - wie sie Italien gegen Belgien hatte - war so gut wie nichts zu sehen. Vor allem in der ersten Halbzeit war nicht zu erkennen, welchen Plan Löw hatte. Statt den Polen das eigene Spiel aufzudrücken, reagierte das DFB-Team nur."

Polen bucht Achtelfinal-Ticket so gut wie sicher, Deutschland muss bangen.

Spiegel Online: "Mühsam, zäh, torlos: Die deutsche Nationalmannschaft hat noch gewaltig Luft nach oben. Defensiv verbessert, aber offensiv fanden Thomas Müller und Co. keine Lösungen gegen eine polnische Wand."

Zeit.de: "Und die Deutschen? Nun ja. Die Italiener überzeugen, die Franzosen gewinnen und dem DFB-Team gelingt gegen Polen kein Tor. Immerhin grätscht Mats Hummels wieder."

Focus: "Ernüchterung für die deutsche EM-Mannschaft. Wieder mal klappt in einem zweiten EM-Spiel überraschend wenig. Das 0:0 gegen Polen gilt es erst mal zu verdauen. Hinten agierte die DFB-Auswahl zwar sicher, vorne fehlte aber so gut wie alles."

Süddeutsche Zeitung: "2:2? 3:3? 4:4? Nein, ausgerechnet Deutschland und Polen, die beiden torgefährlichsten Teams, treffen das Tor nicht. Der DFB-Elf fehlt die Präzision, Polen hat die besseren Chancen. "

Österreich "

Der Abwehrchef findet nach dem Polen-Spiel deutliche Worte.

Kronen-Zeitung: "Deutschland beißt sich an starken Polen Zähne aus! Starke Polen haben dem EM-Titelfavoriten Deutschland in einer hart umkämpften Partie im Stade de France einen Punkt abgenommen. Das Gipfeltreffen der Gruppe C endete 0:0, das erste torlose Remis bei der heurigen EM. Beide Mannschaften hatten gute Chancen auf den Siegtreffer, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor."

Schweiz

Blick.ch: "Das Horrorszenario ist immer noch möglich: Das Ausscheiden nach den Gruppenspielen. So wie an den Endrunden 2000 und 2004. Und dann dürfte Deutschland trotz vier Punkten nicht zu den besten vier Drittplatzierten zählen. Etwas viel graue Theorie. (...) Weniger graue Theorie war die Leistung der DFB-Elf. Und die war höchst mittelmässig. Ganz wenige Torchancen."

20 Minuten: "Polen ist über weite Strecken das gefährlichere Team als der Weltmeister. (...) Deutschland suchte 90 Minuten lang vergeblich die Lücke im polnischen Abwehrverbund. Der Weltmeister rannte an, passte um den gegnerischen Strafraum herum und schlug zahlreiche Flanken in die gefährliche Zone. Doch die Polen verteidigten stark."

England

The Guardian: "Deutschland hat gepasst und gepasst. Und dann noch etwas weiter gepasst. Aber man hatte das klare Gefühl, dass etwas fehlt bei den EM-Favoriten."

(zusammengestellt von ank)

Die Tabelle der Gruppe C