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EM 2016: DFB-Team

EM 2016: Einzelkritik zu Deutschland gegen Ukraine

Mustafi mausert sich, Schweini sprintet und Kroos krönt sich.

Manuel Neuer: Vor dem Tor des Kapitäns war mehr Betrieb als gedacht. Klasse gegen Konopljanka (4.) und Chatscheridi (26.) sowie beim Freistoß von Rakizki (57.). Ein weltmeisterlicher Rückhalt im Tor. Einmal fast überwunden, aber von Mustafi, der ihn beim Rauslaufen überköpft hat (88.). Ist aber nochmal gut gegangen.
Jonas Hector: Der Turnierneuling hatte die erste Chance, vergab sie mit rechts. Sonst kaum Akzente nach vorne. Im defensiven Kernjob vor allem in der ersten Hälfte überfordert mit Jarmolenko. Auf links vielleicht alternativlos, aber nach der Leistung keineswegs unumstritten.
Shkodran Mustafi: Löw brachte ihn nur als Rüdiger-Ersatz, der wiederum Hummels-Ersatz sein sollte. Am Ende war die dritte Wahl genau die richtige, weil er das erste EM-Tor für Deutschland schoss. Szenenapplaus gegen Jarmolenko kurz vor Schluss. Seine Kopfballrückgabe über Neuer führte fast zum Ausgleich (88.).
Jerome Boateng: Der Abwehrchef schrie und trieb seine Nebenleute an. Mit spektakulärer Rettungstat (37.), aber auch nicht ganz frei von Wacklern. Dennoch: Der Boateng in der deutschen Abwehrbrandung und erster Spielmacher im System Löw.
Benedikt Höwedes: Der Schalker hatte größte Mühe, gegen den gefährlichen Konopljanka seine Seite zuzumachen. Muss sich deutlich steigern. Die Außen bleiben auch nach dem Spiel gegen die Ukraine die größte Baustelle für Löw.
Toni Kroos: Machte aus der Tiefe das Spiel. Präziser Freistoß vor dem 1:0, Traumpass zur Khedira-Chance. Sein Schuss touchierte die Latte (52.). Bester Mann auf dem Platz, Organisator, Antreiber, Präzisionswaffe und Fixpunkt.
Sami Khedira: Brachte seine Dynamik im Mittelfeld ein und hetzte unaufhörlich von Strafraum zu Strafraum. Hatte das 2:0 auf dem Fuß (29.), scheiterte auch später nochmals am Torwart (61.). Konnte aber gerade in der Defensive zu wenig für Ordnung sorgen.
Julian Draxler: Das Startelf-Mandat beflügelte den Youngster. Ging mutig ins Eins-gegen-eins, schoss beherzt (48.). Defensiv muss er zulegen, aber bei dem Engagement schafft er das mit Sicherheit auch noch.
Mesut Özil: Laut Löw in bemerkenswerter Form. Konnte sie lange nicht zeigen. Wenig Fehlpässe, eine Chance (87.), starke Vorlage zum 2:0. Sonst aber für einen der talentiertesten im DFB-Trikot eindeutig zu wenig.
Müller: Gute Kopfballablage zur frühen Hector-Chance. Drängte immer wieder in die Mitte. Seinen Flachschuss parierte Pjatow (75.). War in den 90 Minuten kaum zu sehen, was nicht weiter schlimm wäre, wenn er das getan hätte, was er sonst auch immer tut: das Tor treffen. Doch das gelang ihm diesmal nicht.
Mario Götze: Mühte sich in der Spitze gegen die robusten Gegner. Es fehlte das Durchsetzungsvermögen und der unbedingte Wille zum Abschluss. Half nach hinten auch mal grätschend aus.
André Schürrle: Der Edeljoker löste Draxler in der Endphase ab. Sofort im Spiel, schoss gefährlich (82.). Sorgte mit Tempo für Torgefahr. Ein echter Gewinn für die Mannschaft - und eine Alternative für die Startformation.
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