Mats Hummels geht auf die Kritiker der deutschen Nationalmannschaft los! Im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" erklärt er, warum die Erwartungshaltung an den Weltmeister aus seiner Sicht zu groß ist.

Deutschland ist Weltmeister. Und was liegt näher, als von einem Weltmeister auch zu erwarten, dass er Europameister wird. So sehen das aktuell zahlreiche Journalisten - und kritisieren die DFB-Elf nach den ersten beiden EM-Spielen für ihre Leistung und traten erneut eine Führungsspieler-Debatte los.

Und das, obwohl die deutsche Nationalmannschaft nach einem Sieg (gegen die Ukraine) und einem Remis (gegen Polen) schon vor dem dritten Gruppenspiel gegen Nordirland so gut wie für das Achtelfinale qualifiziert ist.

Mats Hummels findet denn auch, dass die Erwartungshaltung zu groß ist. "Es wird zurzeit immer so getan, als hätten wir bei der WM den Weltfußball dominiert. Es geht mir zunehmend auf den Zeiger, dass manche Leute immer noch nicht in der Lage sind, das vernünftig zu reflektieren", sagt er der "Süddeutschen Zeitung" (SZ): "Wir haben bei der WM von sieben Spielen nur zwei deutlich gewonnen - und fünf nicht oder mit einem Tor Unterschied."

Thomas Müller ins Zentrum? Mesut Özil nach rechts? Mario Götze oder Mario Gomez? Und was ist eigentlich mit Leroy Sane? Joachim Löw hat vor dem Nordirland-Spiel einige Fragen zu klären. Im Grunde spitzen sich alle Diskussionen um die deutsche Offensive aber auf eine Kernthese zu.

Mats Hummels: Seit WM-Sieg wird alles verklärt

Zur Erinnerung: Bei der WM wurde die DFB-Elf ebenfalls hart kritisiert. Nach dem knappen Achtelfinal-Sieg gegen Algerien (2:1) folgte dann die Wutrede von Per Mertesacker, die schnell Kult-Status erreicht hat.

Damals ging er auf ZDF-Reporter Boris Büchler los, der gefragt hatte, warum Deutschland so anfällig war. Die Antwort: "Was wollen Sie jetzt – also – so kurz nach dem Spiel? Das kann ich nicht verstehen!"

Ähnlich wenig Verständnis hat Hummels derzeit für die Kritiker. Seit dem WM-Sieg werde alles verklärt, sagt er. "Es wird so getan, als sei alles überragend gewesen. Das ist auch der Grund, warum wir nach einem 0:0 gegen Polen so unter Rechtfertigungsdruck geraten."

Spielt Mario Gomez gegen Nordirland von Anfang an? Laut "Bild" soll Bundestrainer Jogi Löw erstmals auf den Stoßstürmer in der Startelf zählen. Ein Wolfsburger müsste demnach auf der Bank sitzen.

Auch Thomas Müller kritisiert Kritiker

Die DFB-Elf hatte bei der WM 2014 in Brasilien zum Auftakt 4:0 gegen Portugal gewonnen, dann 2:2 gegen Ghana gespielt, ehe es gegen die USA zu einem 1:0 gereicht hat. Im Achtelfinale folgte der knappe Sieg gegen Algerien, dann das 1:0 gegen Frankreich.

Im Halbfinale feierte das DFB-Team die 7:1-Gala gegen Brasilien, bevor im Finale Argentinien mit 1:0 in der Verlängerung geschlagen wurde.

Ähnlich wie Hummels hatte sich zuvor schon Thomas Müller geäußert. Vor zwei Tagen sagte er in Richtung der Kritiker: "So richtig begeistert wart ihr ja noch nie von uns. Außer beim 7:1 gegen Brasilien, aber da war es auch nicht schwer, begeistert zu sein." Auch Jerome Boateng hatte die Kritiker kritisiert.

Weiter sagte er in Hinblick auf das letzte Gruppenspiel gegen Nordirland (18:00 live in der ARD und bei uns im Live-Ticker): "Ich würde auch einen zähen Sieg wieder nehmen und das Geschriebene dann einfach ertragen und mit ins Achtelfinale nehmen." (cai)

EM 2016 - Deutschland gegen Nordirland: Mario Götze schießt Traumtor!

Heute kann Deutschland in der Partie gegen Nordirland den Einzug in das Achtelfinale der EM 2016 festzurren. Wir haben die Partie an der Konsole vorab simuliert.