Mesut Özil hat mit klaren Worten auf Mehmet Scholls Kritik an der bisherigen Leistung des deutschen Mittelfeldspielers bei der EM reagiert. "Es tut mir leid, aber ganz ehrlich: Es ist mir egal, was andere sagen", sagte Özil Bild Plus. "Wenn ein Ex-Spieler oder sonst wer in die Schlagzeilen will – das prallt an mir ab."

Mehmet Scholl hatte Mesut Özil nach dessen bislang durchwachsenen Auftritten bei der EM 2016 in Frankreich hart kritisiert, dem 27-Jährigen unter anderem Teilnahmslosigkeit und fehlende Körpersprache unterstellt.

Gegen diese Darstellung wehrt sich Özil. "Wir bekommen ja immer unsere Statistiken. Wieviel man läuft, wie viele Sprints. Da können Sie auch den Bundestrainer fragen, da gehöre ich immer zu den Top Fünf. Das andere ist doch auch einfach eine persönliche Sache, eine Ausstrahlung", sagte Özil.

Für die Schweiz war es ein erfolgreicher Abend bei der Fußball-EM 2016 in Frankreich - für ihren Ausstatter eine Nacht zum Vergessen. Während die "Nati" als Tabellenzweiter den Sprung ins Achtelfinale schafft, zerreißen gleich fünf Trikots ihrer Spieler. Ausrüster Puma dürfte beißender Spott in den nächsten Tagen sicher sein.

Ohnehin zähle für ihn ausschließlich die Meinung des Bundestrainers. "Jogi Löw ist immer ehrlich zu mir. Wenn etwas nicht passt, dann sagt er es mir. Seine Meinung ist wichtig, daraus kann ich lernen und sagen: Oh, da hast du recht, das mache ich. Aber andere Leute, die sich einmischen und sich wichtig machen wollen - das interessiert mich einfach nicht."

Mesut Özil: "Werde meinen Spielstil nie ändern"

Trotz seiner unauffälligen Auftritte beim 2:0 gegen die Ukraine und dem torlosen Remis gegen Polen sieht Mesut Özil keine Veranlassung, seine Spielweise zu überdenken. "Ich werde meinen Spielstil nie ändern. Das muss ich auch nicht. Ich bin damit seit vielen Jahren sehr erfolgreich, überall auf der Welt, wo ich gespielt habe."

Der kritische Rundumschlag von Mannschaftskollege Jerome Boateng nach dem 0:0 gegen die Polen ist aus Özils Sicht gerechtfertigt: "Wir Spieler wissen ja, dass wir gegen Polen keine Abschlüsse hatten, dass wir die Chancen nicht rausgespielt haben. Da hat er ja recht, er hat ja nicht gelogen", sagt Özil. "Wir wollten den Ball ins Tor tragen. Wir wollen es in den nächsten Spielen besser machen." (szu)