Dieser Konter hat nicht lange auf sich warten lassen: Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat die Kritik von ARD-Experte Mehmet Scholl scharf verurteilt. Dieser hatte sich nach dem Deutschland-Sieg gegen Italien wegen Joachim Löws Umstellung auf eine Dreierkette in Rage geredet.

Mehmet Scholl hatte am Samstagabend mal wieder losgepoltert. Nach dem dramatischen 7:6-Erfolg nach Elfmeterschießen der DFB-Elf gegen Italien wetterte der ARD-Experte gegen Joachim Löw und insbesondere Taktik-Chef Urs Siegenthaler. Scholl konnte die Umstellung auf eine Dreierkette nicht nachvollziehen und empfahl Siegenthaler, "er möge bitte seinen Job machen und morgens liegen bleiben".

Nun hat sich Oliver Bierhoff zu Scholls Wutrede geäußert. Der Nationalmannschaftsmanager sagte am Sonntag im Interview mit DFB.tv, dass es "unmöglich" gewesen sei, "wie Mehmet das dargestellt hat".

Scholl hat "gesamten Trainerstab angegriffen"

"Experten sollen ihre Meinung sagen. Man weiß natürlich auch, dass sie beim Fernsehen immer mal wieder etwas raushauen müssen", sagte Bierhoff. "Da gibt es auch solche Experten, wie Mehmet Scholl, die das gerne mal machen."

Dass andere Meinungen vertreten werden, sei völlig in Ordnung und berühre die DFB-Verantwortlichen eigentlich auch nicht, so Bierhoff. "Was uns aber unglaublich ärgert: Er kennt unsere Abläufe nicht, er weiß nicht, wie Entscheidungen getroffen werden. Er hat damit den gesamten Trainerstab angegriffen."

Bierhoff verteidigte Bundestrainer Löw. Dieser sei ein "ein Taktik-Fuchs". Er habe klare Vorstellungen über das, was er machen wolle: "Er bespricht sich mit seinen Fach-Leuten, seinen Co-Trainern, mit Andi Köpke, mit den Scouts. Es sind viele Experten dabei, die unheimlich gute Arbeit machen", so Bierhoff. (tfr)