Ihren Platz bei der EM 2020 hat die deutsche Nationalmannschaft sicher. Gezittert werden muss im abschließenden Heimspiel der Qualifikation gegen Nordirland also nicht mehr. Doch im Fernduell mit den Niederlanden geht es noch um Platz eins.

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Nach dem Vorrunden-Debakel bei der WM 2018 in Russland und der anschließend ebenso enttäuschend verlaufenen Premiere in der Nations League, hat die deutsche Nationalmannschaft im Jahr des Umbruchs 2019 wieder Boden unter die Füße bekommen.

Vor dem abschließenden EM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland ist die Teilnahme am Mammut-Turnier 2020 bereits eingetütet. Das Länderspieljahr verlief mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage positiv.

Um Spitzenreiter in seiner Quali-Gruppe zu bleiben, darf die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gegen die stets unangenehm zu spielenden Nordiren in Frankfurt am Main jedoch nicht patzen.

Die Ausgangslage

Mit einem Sieg wäre die DFB-Elf definitiv Erster in der Gruppe C und sicher bei der EM-Auslosung (30. November in Bukarest) im ersten Lostopf. Bei einem Remis oder einer deutschen Niederlage gegen Nordirland würde die ebenfalls schon qualifizierte Niederlande mit einem Sieg in Estland wieder vorbeiziehen.

Nordirland und Weißrussland dürfen aufgrund ihrer Platzierungen in der Nations League in den Playoffs im März noch um ein EM-Ticket spielen. Für Nordirland wäre es die zweite EM-Teilnahme nacheinander. 2016 in Frankreich gab es in der Gruppe ein 0:1 gegen Deutschland in Paris. Das Aus folgte im Achtelfinale gegen Wales.

Der Gegner

Vor genau 36 Jahren überraschte Nordirland die deutsche Auswahl in der EM-Qualifikation. In Hamburg schoss Norman Whiteside die Nordiren zu einem sensationellen 1:0. Schon im Hinspiel hatte die "grün-weiße Armee" mit 1:0 in Belfast gesiegt.

Auswirkungen auf die Endrunde 1984 hatte das nicht. Deutschland war dabei, Nordirland nicht.

Auch in der laufenden Qualifikation war das Team von Trainer Michael O'Neill für Löw ein überraschend starker Kontrahent. Beim deutschen 2:0 im Hinspiel im Windsor Park im September wurde lange gezittert. Mit dem 0:0 gegen die Niederlande verhalfen die Nordiren der DFB-Elf zu Platz eins in der Gruppe C.

Das Ziel

Zum Abschluss des sogenannten Umbruchjahres 2019 mit einigen Höhe- aber auch mehreren Tiefpunkten will Löw unbedingt noch einmal ein Erfolgserlebnis feiern.

Dabei geht es dem Bundestrainer weniger um die Möglichkeit, mit einem Sieg gegen Nordirland den Sprung in Topf eins für die EM-Auslosung zu schaffen. "Das ist mir Wurst", sagte Löw etwas flapsig.

Wichtiger als der Lostopf ist dem Bundestrainer ein weiterer Reifeprozess seines jungen Teams und der moralische Bonus, die Qualifikationsrunde vor dem Erzrivalen Niederlande zu beenden.

Für Löw ist es die 181. Partie in seiner mehr als 13-jährigen Amtszeit als Bundestrainer. 116 Siegen stehen 30 Niederlagen bei 34 Unentschieden gegenüber.

Löw geht im kommenden Sommer bei der EM in sein siebtes Turnier. Das schaffte kein Bundestrainer vor ihm

Das Personal

Sorgen bereitet ihm freilich der Spielerstamm. Verletzungen zogen sich speziell durch die gesamte zweite Jahreshälfte. Nach Leroy Sané, Niklas Süle, Julian Draxler, Thilo Kehrer und Kevin Trapp erwischte es nun auch noch Luca Waldschmidt mit einer vermutlich langen Zwangspause.

Der eingeleitete Umbruch, aus dem der Rauswurf der drei damaligen Bayern-Weltmeister Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller im März 2019 herausragt, ist ein halbes Jahr vor der EM noch nicht abgeschlossen.

Gegen Nordirland will Löw dem Team umso mehr die Möglichkeit geben, sich einzuspielen, aber auch "den einen oder anderen Spieler noch mal sehen".

Marc-André ter Stegen bekommt eine weitere Bewährungschance im Tor, Jonas Hector kommt nach einem Jahr wieder als Linksverteidiger zum Einsatz.

In der Schaltzentrale sollen wieder Toni Kroos, Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan die Geschicke lenken.

So wollen Sie spielen

Deutschland trifft in seinem abschließenden Gruppenspiel in der EM-Qualifikation am 19. November 2019 ab 20:45 Uhr in Frankfurt am Main auf Nordirland. Das sind die voraussichtlichen Aufstellungen.

Die Perspektive

Das EM-Jahr 2020 beginnt für die deutsche Nationalmannschaft mit zwei Testspielen Ende März, eines davon in Madrids Estadio Santiago Bernabeu gegen Spanien.

Das knapp zweiwöchige Trainingslager findet von Ende Mai bis Anfang Juni in Seefeld in Tirol statt - inklusive eines Abstechers zu einem Testspiel in Basel gegen die Schweiz. Die EM startet für die DFB-Elf mit dem ersten Gruppenspiel am 16. Juni 2020. (hau/dpa/AFP)

Und plötzlich steht Neuer da!

Eine Werbeaktion soll zeigen, wie nahbar die Stars der "Mannschaft" sind. In ganz alltäglichen Situationen begegneten die Spieler der DFB-Elf Menschen auf der Straße, im Bus oder im Café und verteilen Trikots. Das sorgte natürlich für einige Überraschungen und kuriose Momente.