In Deutschland ist der Fußball-Experte nicht nur für seine vielen Titel bekannt - vor allem seine Brand-Rede als Trainer des FC Bayern München macht ihn hierzulande unvergessen. "Traps" berüchtigter Wutausbruch vor laufenden Kameras jährt sich jetzt zum zehnten Mal.

Im Sommer 1996 löste der Mailänder Otto Rehagel als Übungsleiter beim FC Bayern München ab und wurde auf Anhieb deutscher Meister. Die nächste Saison lief für den FC Hollywood jedoch nicht nach Plan. Unter anderem verlor Trapattonis Millionen-Truppe am 08. März 1998 bei Schalke 04 mit 0:1.

Zwei Tage später - also am 10. März - stand eine ganz normale Pressekonferenz mit Giovanni Trapattoni an. Keiner der anwesenden Journalisten ahnte, was der Italiener vorhatte. Sichtlich nervös erschien "Trap" mit sieben Zetteln bewaffnet vor den Medienvertretern, um eine Rede zu halten, die in deutsche Fußball- und TV-Geschichte eingehen sollte. In radebrechendem Deutsch prügelte Trapattoni verbal auf einige seiner Spieler ein.

Mit der Sprache hatte der bis dahin als Gentleman bekannte Italiener zwar so seine Schwierigkeiten - in seiner Rage aufhalten konnten ihn die Hürden deutscher Grammatik indes nicht. Auch so war jedem einzelnen erschrockenen Teilnehmer der Pressekonferenz klar, was der Mailänder zum Ausdruck bringen wollte. Den staunenden Reportern teilte er unter anderem mit:

  • "Was erlauben Strunz?"
  • "In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer!"
  • "Ich bin müde jetzt Vater diese Spieler, eh, verteidige immer diese Spieler! Ich habe immer die Schulde über diese Spieler."
  • "Einer ist Mario, einer, ein anderer ist Mehmet! Strunz dagegen egal, hat nur gespielt 25 Prozent diese Spiel! Ich habe fertig."

Giovanni Trapattoni ließ seinen Gefühlen freien Lauf und ergoss einen brennenden Schwall von Negativurteilen über einige Spieler. Im Zentrum seiner Kritik stand Thomas Strunz, dem der Italiener vorwarf, ständig verletzt zu sein und nicht alles für den FC Bayern München zu geben.

Einzelne Wort-Fetzen wie "Flasche leer" und "Ich habe fertig" entwickelten sich nach der Ansprache zu geflügelten Worten und tauchten sogar in der Werbung auf. Trotz der Wirkung außerhalb des Spielfelds hatte die Brand-Rede Trapattonis für die Mannschaft nicht die gewünschte Wirkung. Der 1. FC Kaiserlautern wurde 1998 Meister, Trapattoni verließ die Bayern in Richtung AC Florenz.