Neue Farce in der Debatte um das Freistoß-Spray: Pablo Silva, der sich die Technik patentieren hat lassen, will den DFB verklagen, sofern der sich für ein Konkurrenzprodukt entscheidet. Derzeit sieht es ganz danach aus.

Pablo Silva, Erfinder des Freistoß-Sprays, droht dem Deutschen Fußball-Bund mit rechtlichen Schritten - sollte der sich für einen anderen Anbieter entscheiden. Der Argentinier hat sich seine Technik patentieren lassen. Der DFB verhandelt aber angeblich mit Konkurrenten.

"Andere Anbieter dürfen unser Patent nicht nutzen. Weder die Inhaltsstoffe noch das Prinzip der Erfindung selbst", sagte Silva der "Bild am Sonntag" (BamS). "Wenn der DFB das Spray eines anderen Anbieters nutzt, werden wir dagegen klagen."

TÜV will den Schaum in Deutschland nicht zulassen.

Laut eines Gutachtens des Tüv Rheinland enthält das in Argentinien hergestellte Spray namens "9-15 fair play limit" Parabene. Diese stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Zudem fehle die Kennzeichnung für hochentzündliche Produkte. Die festgestellte Treibhaus-Konzentration liege mit 33 Prozent um ein Vielfaches höher, als es bei nicht gekennzeichneten Dosen erlaubt sei.

Silva stuft seine Erfindung dennoch als unbedenklich ein. "Das Spray ist kein Risiko für die Gesundheit. Mehr als 300.000 Spiele wurden damit geleitet. Wir befolgen alle Gesetze."

Lutz Michael Fröhlich, DFB-Abteilungsleiter Schiedsrichter, hatte am Freitag erklärt, der Fußballbund sei "seit Wochen" mit anderen Anbietern im Gespräch, "um nach Alternativen zu dem kostenintensiven Import aus Argentinien zu schauen". Und das unabhängig von den jüngsten Untersuchungsergebnissen. (ank)