Wann immer der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit Fanvertretern aus der sogenannten Ultra-Szene ins Gespräch kam, und das passierte selten genug, erreichte der ambitionierte Gedankenaustausch irgendwann den Punkt der Sprachlosigkeit. Die Vorbehalte sind ausgeprägt.

Pit Gottschalk
Eine Kolumne
von Pit Gottschalk, Sportjournalist, Kolumnist

Der DFB kann und darf nicht tolerieren, dass Pyrotechnik in den Stadien gezündet wird. Die Ultra-Fans aber bestehen schon aus Prinzip auf ihren bunten Rauch aus Nichts. Die Argumentation endet spätestens, wenn die eine Seite der anderen Ahnungslosigkeit vorwirft.

53 Verletzte in der Saison 2017/18

Die Polizei weist auf die Gefahr hin, die von einer Fackel mit 2.500 Grad Celsius ausgeht. Die Ultras erklären sich selbst zu umsichtigen Pyro-Experten, die wissen, was sie tun. Die Statistik listet 53 Verletzte in der Saison 2017/18 aus. Einige Ultras halten das für wenig.

So ging das ständig. Wenn irgendwo Hoffnung auf einen Kompromiss bestand, dann darin, dass eine Pyrotechnik in Light-Version, wie sie in anderen Ländern erfolgreich getestet worden ist, 200 Grad nur und mit Sicherheitsvorkehrungen versehen, zugelassen wird.

Die Bundesregierung hat diesen Mittelweg der "Kalten Pyrotechnik" jetzt versperrt, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern dumm. Man kann natürlich den Standpunkt vertreten, dass Pyrotechnik keine Toleranz erlaubt.

Dann aber muss man mit der Konsequenz leben, dass die Kurven, inzwischen Sperrgebiet für die Polizei, ihren Fackelzug fortsetzen. In der Vergangenheit war niemand in der Lage, den Wahnsinn zu stoppen. Weder Polizei noch Vereine, weder Verbände noch Verstand.

Kalte Pyrotechnik wäre kluges Signal gewesen

Kalte Pyrotechnik wäre nicht nur ein kluges Signal gewesen, dass man auf Kompromisse setzt und Verständnis empfindet. Man hätte den Ultra-Fans den Ball zugespielt: Sie wären in der Pflicht gewesen, ihrerseits ihr Wort auf Einhaltung der Vereinbarung zu geben.

So werden diejenigen, die beim Fußball das Sagen haben, von der Politik im Stich gelassen. Denn die Strafen, die der Verband für das Zündeln aussprechen muss, tragen die Vereine. Der Staat selbst sieht sich außerstande, für Recht und Ordnung im Stadion zu sorgen.

Pit Gottschalk, 50, ist Journalist und Buchautor. Seinen kostenlosen Fußball-Newsletter Fever Pit’ch erhalten Sie hier: http://newsletter.pitgottschalk.de.
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Die Bayern-Spieler waren gerade in die Umkleidekabine gehuscht, als Trainer Niko Kovac seinen Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge um die Ecke biegen sah. Sofort nutzte der Kroate die Gunst des Augenblicks, schüttelte ergeben die Hand seines Chefs und stellte die alles entscheidende Frage: “Darf ich auf die Toilette, Herr Rummenigge?”