100-mal für Deutschland: Müller-Momente im DFB-Trikot

Als 14. Spieler in der Geschichte der deutschen A-Nationalmannschaft hat Thomas Müller seinen 100. Einsatz absolviert. In der Nations League ließ Bundestrainer Joachim Löw den 29-Jährigen gegen die Niederlande ab der 67. Minute ran. Müllers Debüt liegt mehr als acht Jahre zurück. Der Gegner hieß Argentinien. Ein Rückblick auf unvergessene Momente im Trikot mit dem Bundesadler.

Am 3. März 2010 debütiert Thomas Müller in der heimischen Allianz Arena in München in der deutschen Nationalmannschaft. Gegen Argentinien bekommt der Neuling gleich mal internationale Härte zu spüren. Gabriel Heinze, vorne, und Angel Di Maria lassen Müller auflaufen. Rechts beobachtet Jerome Boateng die Szene.
Thomas Müller reist mit zur WM in Südafrika - und ist gleich Stammspieler. Im ersten deutschen Gruppenspiel gegen Australien (4:0) trifft der Bayer in Durban zum zwischenzeitlichen 3:0. Der ehemalige Gladbacher Craig Moore, rechts, kommt zu spät. Für Müller ist es der Startschuss zu einem außergewöhnlichen Turnier.
Für die DFB-Elf endet es auf Platz drei. Nach dem enttäuschenden Halbfinal-Aus gegen Spanien ist es Müller, der gegen Uruguay in der 18. Minute den 3:2-Erfolg einleitet. Völlig überraschend steht WM-Neuling Müller anschließend mit fünf Turniertoren gemeinsam mit dem Spanier David Villa, Uruguays Diego Forlan und Wesley Sneijder aus den Niederlanden an der Spitze der Torschützenliste.
Zwei Jahre später ist für Mitfavorit Deutschland erneut das Halbfinale Endstation. Bei der EM in Polen und der Ukraine wird Mario Balotelli zum Albtraum, trifft beim 2:1 für Italien doppelt. Müller darf erst in der 71. Minute für seinen Bayern-Kollegen Jerome Boateng ran und weint sich nach Spielschluss an der Seite des Teammanagers Oliver Bierhoff den Frust von der Seele.
Erstes Gruppenspiel bei der WM 2014 in Brasilien: Pepe fürchtet Müller. Der hat den deutschen Torreigen gegen Portugal in der zwölften Minute per Elfmeter eingeleitet. Die Überlegenheit der deutschen Mannschaft frustriert die Portugiesen, und speziell Pepe. Im Zweikampf stoppt er Müllers Vorwärtsdrang mit einem Schlag in dessen Gesicht.
Damit nicht genug: Hitzkopf Pepe setzt noch einen Kopfstoß obendrauf.
Müller reicht's: Er stellt Pepe zur Rede. Der kassiert seine verdiente Strafe. In der 37. Minute beendet ein Platzverweis den ersten WM-Auftritt des Manndeckers in Brasilien.
Müllers Rache ist süß. Noch vor der Pause erhöht der damals 24-Jährige - nach Mats Hummels Kopfballtreffer zum 2:0 - auf 3:0. Rui Patricio, Bruno Alves und Joao Pereira, von links, haben das Nachsehen. Müller setzt in der 78. Minute auch noch den Schlusspunkt. 4:0 für Deutschland.
Im stömenden Regen von Recife entscheidet Thomas Müller am 26. Juni 2014 auch den Prestigekampf um den Gruppensieg zugunsten seiner Farben. Im Duell der befreundeten Trainer Joachim Löw und Jürgen Klinsmann schießt Müller, den hier Omar Gonzalez foult, gegen die USA zum Abschluss der Gruppenphase das 1:0.
Am 8. Juli 2014 leitet Müllers Tor zum 1:0 ein legendäres Halbfinale ein. Eine entfesselt aufspielende deutsche Elf beerdigt sportlich WM-Gastgeber Brasilien. Von links: Luiz Gustavo, Fernandinho, Thomas Müller, David Luiz, Fred, Mats Hummels, Dante, Maicon und Benedikt Höwedes.
Im Finale gegen Argentinien am 13. Juli 2014 geht Thomas Müller leer aus. Hier scheitert er am Keeper der Gauchos, Sergio Romero.
Müllers Bayern-Kollegen Mario Götze ist es vorbehalten, Deutschland zum Weltmeister zu machen. In der 88. Minute für Miroslav Klose eingewechselt, muss sich Götze nach seinem Geniestreich in der 113. Minute von Müller einfangen lassen.
Und was ist mit dem EM-Titel? Am 7. Juli 2016 spielt die deutsche Mannschaft im Halbfinale von Marseille Gastgeber Frankreich her, trifft aber das Tor nicht. Antoine Griezmann, hier Zweikampfsieger gegen Thomas Müller, Mitte, schlägt zweimal zu. 2:0, Aus der Traum für Müller und Kollegen. Wie schon 2012 gegen Italien.
Der EM-Frust muss weg: Zum Start in die WM-Qualifikation spielt Thomas Müller, Zweiter von links, am 4. September 2016 in Olso gegen Norwegen den Dosenöffner. Beim 0:1 ist Torwart Rune Jarstein, der in der Bundesliga für Hertha BSC spielt, chancenlos.
Nicht anders beim Tor zum 3:0-Endstand: Jarsteins Kollege Even Hovland, ganz rechts, kommt gegen Müller und dessen Kopfball zu spät.
Zu Recht jubelt Thomas Müller aus vollster Kehle. Sein Kollege Mesut Özil, an jenem Abend ohne Torbeteiligung, schaut beinahe etwas neidisch drein.
Am 8. Oktober 2016 in Hamburg bestätigt Müller gegen die Tschechen seine prächtige Form. Wieder gelingt dem Bayern ein Doppelpack. Marek Suchy, links, und Tomas Vaclik im Tor des Gastes bleibt keine Zeit zur Abwehr. 1:0 für Deutschland.
Zum Endstand von 3:0 setzt Müller in der 66. Minute nicht nur Vaclik, ganz links, auf dessen Hosenboden, sondern verlädt auch Filip Novak.
Es ist ein Abend, an dem fast alles geht: nur kein Tor per Seitfallzieher. Der vermeintlich schönste Treffer bleibt Thomas Müller versagt. Und somit auch sein zweiter Dreierpack im Nationaltrikot.
Ins WM-Jahr 2018 startet Deutschland am 23. März in Düsseldorf mit einem Knaller. Thomas Müller jagt gegen Spanien den Ball in der 35. Minute zum verdienten 1:1 ins Netz. Sergio Ramos macht sein Bein umsonst lang.