Das machen die deutschen WM-Sieger von 2014 heute

Am 13. Juli jährt sich der Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien zum fünften Mal. 2014 schoss Mario Götze Deutschland mit seinem 1:0 über Argentinien zum Titel. Doch was machen die WM-Helden von damals eigentlich heute?

Jerome Boateng wurde von Bundestrainer Joachim Löw nach dem WM-Desaster 2018 aussortiert. Auch beim FC Bayern steht der 30-Jährige auf der Abschussliste. 2014 noch spielte Boateng eine herausragende Weltmeisterschaft - und galt anschließend zusammen mit Ex-DFB- und Ex-Bayern-Kollege Mats Hummels als das beste Innenverteidiger-Duo der Welt.
Julian Draxler galt 2014 als große Hoffnung, kam aber bei der WM in Brasilien nur als Joker zum Einsatz. 2017 spielte er dafür einen herausragenden Confed Cup. Nach einem Zwischenstopp in Wolfsburg landete der 25-Jährige bei Paris Saint-Germain, wo der Ex-Schalker mit den Weltstars Neymar und Kylian Mbappé zusammenspielt. Auf den großen Durchbruch in der Nationalelf wartet er noch.
Philipp Lahm gab nach dem WM-Triumph 2014 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt. Für viele Fußball-Experten verfrüht. Beim FC Bayern spielte der heute 35-Jährige bis 2017 weiter, ehe er endgültig zurücktrat. Heute ist Lahm unter anderem als TV-Experte tätig.
Ron-Robert Zieler ist als Torwart von Hannover 96 zum Nationaltorhüter geworden. Nach Engagements in England bei Leicester City und beim VfB Stuttgart wechselte der 30-Jährige im Sommer zurück nach Hannover. Zuletzt gehörte Zieler nicht mehr zum Aufgebot der DFB-Elf.
Bastian Schweinsteiger, als "Fußball-Gott" von den Fans des FC Bayern verehrt, lässt seine Karriere nach einem Zwischenstopp bei Manchester United in den USA bei Chicago Fire ausklingen. Dass der heute 34-Jährige sein vielleicht bestes Spiel aller Zeiten ausgerechnet im WM-Finale 2014 machte, war perfektes Timing. 2016 ging der Kapitän von Bord.
Mats Hummels war einer der Eckpfeiler in Löws System bei der WM 2014 - und spielte ein überragendes Turnier. In den Folgejahren wurden aber Geschwindigkeitsdefizite beim heute 30-Jährigen augenscheinlich. Wie Boateng wurde Hummels Anfang 2019 von Löw aussortiert. Im Sommer kam es zur überraschenden Rückkehr zu Borussia Dortmund nach drei Jahren im Trikot des FC Bayern.
Erik Durm vom BVB wurde 2014 vor allem aufgrund mangelnder Alternativen auf der Außenverteidigerposition für die Nationalmannschaft und die WM, wo er ohne Einsatz blieb, nominiert. 2018 verließ Durm Dortmund in Richtung England nach Huddersfield. Nun zog es den 27-Jährigen zurück in die Bundesliga, er wechselt zu Eintracht Frankfurt. Seit 2015 wurde er nicht mehr in die Nationalmannschaft berufen.
Thomas Müllers 100. Länderspiel gegen die Niederlande im November 2018 wird wahrscheinlich sein letztes bleiben. Galt er lange als unverzichtbar, sortierte Löw den heute 29-Jährigen gemeinsam mit Boateng und Hummels aus. Müller spielt noch immer beim FC Bayern.
Shkodran Mustafi nutzte die WM-Bühne 2014, um sich ins Rampenlicht zu spielen - mit Erfolg. Aus Italien wechselte der heute 27-Jährige im Anschluss der Weltmeisterschaft nach Spanien zum FC Valencia. Mittlerweile spielt Mustafi beim FC Arsenal - aber in den Plänen von Löw keine Rolle mehr.
Benedikt Höwedes war auf dem Weg zum WM-Titel als überraschender Linksverteidiger ein Ausbund an Konstanz, verpasste keine Minute. Auf Schalke wurde der 31-Jährige von Ex-Trainer Domenico Tedesco vergrault und spielt nun bei Lokomotive Moskau in Russland.
André Schürrle, Wegbereiter des Siegtreffers im WM-Finale 2014, hatte zuletzt keinen leichten Stand. Bis 2015 spielte Schürrle beim FC Chelsea, anschließend mit wenig Erfolg beim VfL Wolfsburg und nach einer einjährigen Leihe beim FC Fulham wieder bei Borussia Dortmund. Doch beim BVB steht der 28-Jährige auf dem Abstellgleis. Sein letztes Spiel für den DFB machte Schürrle im März 2017.
Per Mertesacker hörte nach der WM 2014 in der Nationalmannschaft auf, spielte aber weiter für den FC Arsenal. Im Sommer 2018 beendet er seine Profi-Karriere. Bei den Londonern leitet der 34-Jährige inzwischen die Jugend-Akademie und steht für den Streaming-Dienst DAZN als Experte vor der Kamera.
Toni Kroos wechselte nach der WM 2014 vom FC Bayern zum spanischen Spitzenklub Real Madrid und gewann seitdem unter anderem dreimal die Champions League. Kürzlich sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß, dass es "vielleicht die falsche Entscheidung war", Kroos zu verkaufen.
Christoph Kramer kam im WM-Finale unverhofft zum Einsatz und musste nach einem üblen Zusammenprall früh ausgewechselt werden. Im Nachhinein erzählte er von Erinnerungslücken - unter anderem fragte er im Spiel den Schiedsrichter, ob das wirklich das WM-Finale sei. Nach seinem Wechsel 2015 zu Bayer 04 Leverkusen ist Kramer mittlerweile wieder zu Borussia Mönchengladbach zurückgekehrt.
Lukas Podolski traf zum Abschied aus der Nationalmannschaft 2017 nochmals gegen England mit einem wunderschönen Treffer der Kategorie "Tor des Jahres". Mittlerweile spielt der 34-Jährige in Japan bei Vissel Kobe und bereitet sich auf seine Zeit nach der Profi-Karriere vor: Podolski hat eine Klamotten-Marke sowie in Köln eine Dönerbude und zwei Eisläden.
Mesut Özil vom FC Arsenal war nach der verkorksten WM 2018 für viele der Sündenbock, weil er sich vorab mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hatte fotografieren lassen. Nach dem Ausscheiden in der WM-Gruppenphase folgte Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft - via Twitter mit einem großen Knall und einer dreiteiligen Generalabrechnung.
Die Zeit von Matthias Ginter kam erst nach dem WM-Titel. Der 25-Jährige wird wahrscheinlich in den kommenden Jahren fester Bestandteil der DFB-Elf sein. Für seinen Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach ist er unverzichtbar. Bei der WM 2014 blieb Ginter allerdings ohne Einsatz.
Sami Khedira war Löws erstes "Umbruchsopfer" nach der miserablen WM 2018. Der Bundestrainer teilte ihm mit, er wolle "Platz und Raum schaffen" auf Khediras Sechser-Position, weshalb der heute 32-Jährige nicht mehr für Deutschland aufläuft. Khedira spielt für den italienischen Serien-Meister Juventus Turin.
Roman Weidenfeller (38) hat seine Karriere nach 19 Jahren als Profi im Sommer 2018 beendet. Der langjährige Profi von Borussia Dortmund ist aber weiterhin im TV zu sehen – als Europa-League-Experte bei RTL.
Kevin Großkreutz ist mittlerweile in der 3. Liga beim KFC Uerdingen 05 aktiv und sorgte in den vergangenen Jahren vor allem abseits des Platzes für Schlagzeilen: Döner-Wurf, Pinkeln in einer Hotel-Lobby und Schlägereien brachten den 30-Jährigen immer wieder in die Presse. Bei der WM 2014 machte er kein Spiel, nach dem Turnier wurde er auch nur noch zweimal nominiert.