Deutschland gegen Niederlande: Eine Fußball-Rivalität mit Geschichte

Über Jahrzehnte hinweg tobte zwischen Deutschland und den Niederlanden eine Fußball-Rivalität die ihresgleichen sucht. Wir blicken zurück.

Wenige Rivalitäten im Fußball sind so legendär, wie die zwischen Deutschland und den Niederlanden. Jahrzehntelang tobte zwischen den zwei Nationen eine regelrechte Fußball-Fehde. Wir blicken zurück auf die spektakulärsten Spiele und Ereignisse.
Als Ausgangspunkt der Rivalität gilt die WM 1974 in Deutschland.
Im Finale gegen die Niederlande setzte sich der Gastgeber damals 2:1 durch und sicherte sich seinen zweiten WM-Titel. Eine bittere Enttäuschung für "Oranje".
Bei der WM 1978 mutierte die Begegnung zwischen Deutschland und den Niederlanden fast zur Schlägerei. So boxte der Niederländer Dick Nanninga während des Spiels Bernd Hölzenbein in den Magen.
Daraufhin packte der Deutsche den Angreifer an der Nase. Die Partie endete hingegen unentschieden. Deutschland schied später vorzeitig aus und die Niederländer mussten sich im Finale dem Gastgeber Argentinien geschlagen geben.
Über 30 Jahre hatten die Niederlande kein Spiel mehr gegen die deutsche Elf gewonnen. Bei der EM-Begegnung von 1988 änderte sich das. Ausgerechnet in Deutschland schlugen die Holländer ihren Erzrivalen in einem umkämpften Spiel mit 2:1.
Zur Verärgerung der deutschen Fans trug nach dem Spiel Verteidiger Ronald Koeman bei. Nach dem Trikottausch wischte er sich demonstrativ den Hintern mit dem deutschen Shirt ab. Auch das EM-Finale konnte die Auswahl für sich entscheiden. Sie sicherte sich damit ihren ersten internationalen Titel.
Am 26. April 1989 trat die deutsche Auswahl in Rotterdam zum WM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande an. Im Vorfeld des Spiels kam es in der Stadt zu Krawallen und Prügeleien zwischen den Fans. Wegen einer Bombendrohung wurde die DFB-Elf sogar aus ihrem Hotel evakuiert.
Zur Empörung der Deutschen schickte der Schiedsrichter dafür nicht nur den Übeltäter, sondern auch Völler vom Platz. Das Spiel konnte Deutschland trotzdem für sich entscheiden. Das lag nicht zuletzt an Völlers Sturmpartner Jürgen Klinsmann. Anschließend sicherte sich die DFB-Elf ihren dritten Weltmeistertitel.
In den folgenden Jahren kühlte die fußballerische "Feindschaft" zwischen Deutschland und den Niederlanden merklich ab. Lothar Matthäus bekam im Jahr 2000 bei seinem 144. Länderspiel in Amsterdam beispielsweise einen Blumenstrauß vom damaligen Mannschaftskapitän der Niederlande Edgar Davids überreicht.
Trotz des verbesserten Verhältnisses, verschwand die Rivalität nie vollständig. Als sich Holland nicht für die WM 2002 qualifizierte sangen deutsche Fans im ganzen Land: "Ohne Holland fahr´n wir zur WM". Dennoch: Von der Schärfe des Konflikts aus alten Tagen ist heute kaum noch etwas übrig.