Der Abschlussbericht der Steuerfahndung ist seit Anfang Mai bekannt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft in der WM-Affäre Anklage gegen die früheren DFB-Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt erhoben. Der Vorwurf lautet: Steuerhinterziehung.

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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen die früheren DFB-Funktionäre Wolfgang Niersbach, Horst R. Schmidt, Theo Zwanziger erhoben. Die drei Funktionäre bestätigten einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Laut dem Bericht wurde auch Urs Linsi, Ex-Generalsekretär der FIFA angeklagt.

Es geht um den Verdacht der schweren Steuerhinterziehung in der "Sommermärchen-Affäre". Die drei Deutschen bestätigten am Mittwoch den Eingang einer entsprechenden Anklageschrift.

"Diese Anklageerhebung ist blinder Aktionismus, um von eigenem Fehlverhalten abzulenken und die 'heiße Kartoffel Ermittlungsverfahren' möglichst schnell in die Verantwortung der Gerichte abzuschieben", sagte der ehemalige DFB-Präsident Zwanziger in einer Erklärung seines Anwalts.

Auch Niersbach, sein 2015 im Zuge der Affäre zurückgetretener Nachfolger an der Spitze des Verbandes, erklärte der Deutschen Presse-Agentur: "Es wird sich herausstellen, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe völlig haltlos sind."

Vorwürfe gehen ins Jahr 2005 zurück

Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung werfen dem DFB-Trio vor, den Fiskus bewusst getäuscht und eine falsche Steuererklärung für das WM-Jahr 2006 abgegeben zu haben. Der Deutsche Fußball-Bund musste aus diesem Grund bereits 19,2 Millionen Euro an Steuern nachzahlen. Alle drei weisen die Vorwürfe jedoch zurück.

Bei den Ermittlungen geht es hauptsächlich um eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro, die der DFB im Jahr 2005, ein Jahr vor der Heim-WM an die FIFA gezahlt hatte. Diese hatte den Betrag an den ehemaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus weitergeleitet.

Drei Jahre zuvor war offenbar die gleiche Summe über ein Konstrukt, an dem auch Franz Beckenbauer beteiligt war, an den ehemaligen Skandalfunktionär Mohamed Bin Hammam geflossen.

Zwanziger und der DFB argumentieren: Die 6,7 Millionen seien 2005 als Zuschuss zu einer WM-Gala gedacht und deshalb als Betriebsausgabe mit eindeutigem WM-Bezug auch steuerlich absetzbar gewesen.

Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung sind sich jedoch sicher, dass die Zahlung bewusst verschleiert und zur Tilgung eines Privatdarlehens von Franz Beckenbauer verwendet worden sei. Erst Anfang des Monats war der Abschlussbericht der Steuerfahndung publik geworden, in dem die Ermittler eine Anklageerhebung gegen Zwanziger, Niersbach und Schmidt empfehlen.

(ms/dpa)