Ottmar Hitzfeld wird 70: Was nicht jeder über die Trainer-Legende weiß

Die Fußballfans kennen und schätzen Ottmar Hitzfeld seit seiner Zeit bei Borussia Dortmund, beim FC Bayern München und als Nationaltrainer der Schweiz als einen der besten Coaches weltweit. Seine großartigen Erfolge wurden hundertfach aufgezählt. Aus Anlass seines 70. Geburtstags präsentieren wir ein paar unbekanntere Fakten zu Hitzfeld.

Ottmar Hitzfeld ist Sohn eines Zahnarztes, hat nach eigener Aussage aber "panische Angst" vor dem Zahnarzt.
Benannt ist Ottmar Hitzfeld nach Ottmar Walter, rechts, einem der deutschen Weltmeister von 1954.
Mit Sebastian Deislers Vater Kilian geht Ottmar Hitzfeld in Lörrach zur Schule. Deisler, rechts, spielt im selben Heimatverein wie Hitzfeld, beim TuS Stetten. Hitzfeld holt Deisler, eines der größten Talente in der Geschichte des deutschen Fußballs, 2002 zum FC Bayern München. Dort gibt Deisler, geplagt von Verletzungen und Depressionen, am 16. Januar 2007 im Alter von nur 27 Jahren seinen Rücktritt vom Profisport bekannt.
In der 2. Bundesliga hält Ottmar Hitzfeld (hier 1976 im Derby gegen die Kickers und deren Torwart Rolf Gerstenlauer) einen Torrekord. Am 13. Mai 1977, einem Freitag, schießt er Jahn Regensburg mit sechs Treffern beim 8:0 beinahe alleine ab. "Es war mir fast peinlich, dass ich so viele Tore geschossen habe", gibt Hitzfeld 37 Jahre danach in einem Interview mit dem "kicker" zu. Am Saisonende sind es 22 von 100 Saisontoren des VfB.
Noch einmal ist Ottmar Hitzfeld (hier am 1. Juni 1983 in Luzern vor seinem letzten Spiel als Profi gegen den FC Zürich) an einem 8:0 entscheidend beteiligt. Im September 1982 netzt Hitzfeld für den FC Luzern gegen den FC Bulle in der Schweizer Nationalliga A vier Mal ein. Darunter ist ein Hattrick. Für den braucht Angreifer Hitzfeld ganze 17 Minuten.
1972 ist Ottmar Hitzfeld Nationalspieler, allerdings "nur" in der B-Auswahl des DFB. Am 14. November 1972 spielt er in Winterthur ausgerechnet gegen seine zweite Heimat, die Schweiz. Beim 3:1-Sieg trifft er. Die anderen beiden Tore gehen auf das Konto von Horst Köppel. Den beerbt Hitzfeld im Sommer 1991 als Trainer von Borussia Dortmund. Im August und September 1972 empfiehlt sich Hitzfeld mit fünf Toren in sechs Begegnungen bei den Olympischen Sommerspielen in München für höhere Aufgaben, schlägt das Angebot, zum FC Bayern zu wechseln, aber aus.
Den FC Aarau (Hitzfeld ist zu sehen am Tag des gewonnenen Pokalendspiels gegen Xamax Nauchatel 1985) formt Hitzfeld zum sogenannten "FC Wunder". Er lässt den nominell unterlegenen Klub mit Pressing und aggressiver Abseitsfalle operieren. Sein taktisches Vorbild: der damalige HSV-Coach Ernst Happel.
Als Hitzfeld, der hier Andreas Möller im Training Anweisungen gibt, im Sommer 1991 als Trainer aus Zürich nach Dortmund kommt, muss er umdenken. "Die ersten Wochen in Dortmund waren eine riesen Umstellung, alleine von der Sprache her. Das war nicht so einfach." Hitzfeld ist von daheim den alemannischen Dialekt gewohnt, oder auch das Schwyzerdütsch. "Behagt hat mir die westfälische Mentalität, weil die Leute sehr offen und ehrlich sind."
Ein Ausschnitt aus dem ersten Mannschaftsfoto mit Ottmar Hitzfeld in Dortmund. Es sollte nie wieder vorkommen, wie hier im Sommer 1991, dass Hitzfeld bei dieser obligatorischen Aufnahme neben einem Spieler steht. Thomas Helmer, links neben Hitzfeld, ist der "Glückliche". Beide treffen sich später beim FC Bayern München wieder. Dort fällt Hitzfeld im Jahre 1999 die schwere Aufgabe zu, den 34-jährigen Helmer auszusortieren. Der flüchtet nach Sunderland.
Heutzutage sagt Ottmar Hitzfeld: "Ich wäre kein guter Toto-Spieler." Da hat er wohl die aufregende Saison 1991/92 vergessen. Vor der, seiner ersten als Bundesligatrainer, wird Ottmar Hitzfeld nach dem kommenden Deutschen Meister gefragt. Er tippt auf den VfB Stuttgart. Tatsächlich holt sein Ex-Verein dank Guido Buchwalds spätem Siegtor zum 2:1 in Leverkusen den Titel. Punktgleich mit dem VfB wird Hitzfelds BVB Zweiter. Seiner Elf hatte Hitzfeld vor der Saison "optimistisch" Rang fünf zugetraut.
Bundestrainer wird Ottmar Hitzfeld nicht. Seine erste Ära beim FC Bayern München endet 2004 in einem Burnout. Also tritt Joachim Löw (rechts, hier am 12. Januar 2015 in Zürich bei der Auszeichnung zum weltbesten Trainer des Jahres 2014) an der Seite von Jürgen Klinsmann nach der EM 2004 zur Rettung der Nationalmannschaft an. Er bastelt am "Sommermärchen" 2006 mit und krönt seine Arbeit mit dem WM-Titel 2014. Löw stammt wie Hitzfeld aus Südbaden, hat für den VfB Stuttgart gespielt und seine aktive Karriere ebenso in der Schweiz beendet.