Wussten Sie es schon? In Bayern ist heute Feiertag. Der Messias des europäischen Fußballs wird in München vorgestellt. Damit Sie vor Ihren Freunden im Biergarten mit allerlei Wissen zum neuen Trainer des FC Bayern München glänzen können, liefern wir Ihnen die wichtigen und unwichtigen Fakten zu Pep Guardiola.

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So tickt Pep Guardiola

Bilder: Die Philosophie und die Karriere des neuen Bayern-Trainers.

1. Guardiola wollte unbedingt zum FC Bayern

Normalerweise läuft es doch so: Ein Verein sucht sich seinen Wunschtrainer aus und umgarnt ihn mit allerlei Zugeständnissen, bis der gar nicht mehr anders kann, als seine Unterschrift unter den lukrativen Vertrag zu setzen. Nicht so im Fall von Pep Guardiola. Der Spanier setzte sich noch während seiner Zeit beim FC Barcelona in den Kopf, den FC Bayern trainieren zu wollen. Diese Geschichte erzählt Guardiolas Bruder Pere dem "Spiegel". Pep sei während des Audi Cups 2011 auf Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß zugekommen. "Ich kann mir vorstellen, irgendwann hier zu trainieren", soll er gesagt haben. Fast zwei Jahre später ist Guardiola der neue Trainer des FC Bayern München.

2. Das ist seine Familie

Enttäuschte Gesichter bei den Damen in München. Der attraktive 42-Jährige kommt nicht alleine nach München. Seine Frau Christina Serra und die drei Kinder Marius (11), Maria (9) und Valentina (4) ziehen mit ihm zusammen nach Bayern. Guardiola und seine Frau lernten sich übrigens beim Jeanskauf kennen. Seit 23 Jahren sind die beiden ein Paar.

3. "Wie ein Bruder" - Luis Figo

Eigentlich dürften sich Luis Figo und Pep Guardiola gar nicht so gut verstehen. Immerhin hatte der Portugiese zu seiner aktiven Zeit dem FC Barcelona den Rücken zugekehrt und war zum Erzrivalen Real Madrid gewechselt. Das tat der Freundschaft der beiden jedoch keinen Abbruch. "Pep ist wie ein Bruder für mich. Jetzt ist er sogar ein Pate meiner Tochter", erzählt Figo in der spanischen Sportzeitung "Marca".

4. "Langsamer als meine Großmutter"

Die niederländische Fußballlegende Johann Cruyff gilt als fußballerischer Ziehvater von Pep Guardiola. Doch Liebe auf den ersten Blick sieht vermutlich anders aus: Als Guardiola unter Cruyff in einem Benefizspiel für die erste Mannschaft des FC Barcelona debütiert, raunzt ihn die holländische Lichtgestalt danach an: "Du hast langsamer gespielt als meine Großmutter!".

Guardiolas Wechsel zum FC Bayern hat Cruyff im Übrigen sehr positiv aufgefasst. "Pep wurde überhäuft mit Angeboten, hat aber schließlich die echte Fußball-Herausforderung gesucht. Und das bei einem Klub, der finanziell großartig dasteht und auch kontinuierlich dabei ist, sich zu erneuern." Wenn das mal nicht nach einem stolzen Vater klingt...

5. Nicht jeder ist begeistert

Nicht jeder Spieler bricht in Jubelstürme aus, wenn der den Namen Pep Guardiola hört. Bekanntester Kritiker des Spaniers ist dessen ehemaliger Spieler Zlatan Ibrahimovic. Und der hat Guardiola schon so einiges an den Kopf geworfen:

"José Mourinho ist ein großer Star, er ist cool. Mourinho ist das Gegenteil von Guardiola. Während Mourinho den Raum erhellt, würde Guardiola am liebsten die Vorhänge zuziehen." - Der beliebte Vergleich mit Guardiolas ärgstem Konkurrenten José Mourinho.

"Du hast einen Ferrari gekauft, aber du fährst ihn wie einen Fiat" - Ibrahimovic zu Guardiola, als der ihn nicht so spielen lassen wollte, wie sich der Schwede das vorstellte.

"Die Leute sagen, er hat sechs Titel gewonnen, es ist das beste Team auf der Welt. Selbst ich hätte dieses Team coachen können, daran darf es keinen Zweifel geben." - Ibrahimovic' Erklärung der Erfolgsära des FC Barcelona unter Pep Guardiola.

6. Der ewige Feind

Und noch einer, mit dem Guardiola wohl nie grün werden wird: José Mourinho. Der neue, alte Trainer des FC Chelsea lieferte sich in seiner Zeit als Real-Madrid-Coach einige heiße Duelle mit Guardiolas Barcelona. Als der seinen Wechsel zu den Bayern bekannt gab, ließ es sich Mourinho nicht nehmen, seine Meinung dazu in unvergleichlicher "Special-One-Manier" kundzutun: "Was, wenn er sich nur eine Liga ausgesucht hat, in der ich nicht bin?", fragte Mourinho beim Interview mit dem italienischen Sender "RAI". Für ihn selbst komme Guardiolas Schritt nicht infrage: "Die Bundesliga reizt mich nicht." Schade eigentlich ...

7. Guardiola und das Doping

Guardiolas Weg ging nicht immer geradeaus. Der Spanier spielte im Sommer 2001 bei Brescia Calcio. Keine drei Monate nach seinem Wechsel war er in einen Dopingskandal verwickelt. Gleich zweimal wurde Guardiola positiv auf Nandrolon getestet - ein beliebtes Dopingmittel. Auch der niederländische Superstar Edgar Davids wurde positiv darauf getestet. Guardiola war jedoch der erste Fußballer, auf den die Behörden das Anti-Doping-Gesetz anwandten. Das Urteil: sieben Monate Haft und eine Geldstrafe von 9.000 Euro. Guardiola beteuerte stets seine Unschuld. Die Haftstrafe hat er nie angetreten. Im Jahr 2009 dann wurde der neue Bayern-Trainer in letzter Instanz vom Vorwurf des Dopings freigesprochen. Die Doping-Analysen seien unglaubwürdig gewesen, schreibt "sueddeutsche.de".

(ska)